100 JAHRE FORSCHUNG
AN DER WU WIEN
Wussten Sie, dass seit 100 Jahren an der WU geforscht wird?
Im Jahr 1919 hielt die Forschung offiziell Einzug an der WU: Mit einem Gesetzesbeschluss vom 21. Oktober wurde die damalige k.k. Exportakademie zur „Hochschule für Welthandel“, der heutigen Wirtschaftsuniversität Wien.
100 Jahre später ist die Forschung ein essentieller Bestandteil ihrer Identität und aus der forschungsgeleiteten Lehre der Institution nicht mehr wegzudenken.
Rund 1.600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten an den 62 Instituten der WU an ökonomischen, sozial- und rechtswissenschaftlichen Fragen der Gesellschaft. Diesen Meilenstein „100 Jahre Forschung" nimmt die WU zum Anlass, um den Dialog mit der Öffentlichkeit zu verstärken. „Wir möchten den Zugang zur Wissenschaft für die Menschen weiter öffnen.
Deshalb bieten wir 2019 eine neue Plattform, um Fragen an unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu stellen!", so der Vizerektor für Forschung Stefan Pichler.

Stellen Sie jetzt Ihre Fragen!
Fragen, die beschäftigen,
Fragen, die bewegen.
Fragen, die unter den Nägeln brennen.

So funktioniert's:
Schicken Sie uns Ihre Frage als Text oder Video. Die WU wählt aus allen eingereichten Fragen die 100 interessantesten in den verschiedenen Themenbereichen aus. Im Jahr 2019 werden die Antworten unserer WU-ExpertInnen auf diese 100 Fragen laufend hier veröffentlicht.
Wir freuen uns auf Ihre Fragen!
„Der WU ist es ein großes Anliegen, Antworten auf die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen zu finden und diese für die Menschen greif- und nutzbar zu machen.“
Edeltraud Hanappi-Egger
WU-Rektorin
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WU Forscher/innen
SIE STELLEN DIE FRAGEN.
WIR GEBEN DIE ANTWORTEN.
Hier sehen Sie, welche der eingereichten Fragen bereits zur Beantwortung ausgewählt wurden. Lassen Sie sich inspirieren und stellen auch Sie uns Ihre Fragen. Die 100 besten, informativsten oder interessantesten Fragen werden von der WU ausgewählt und von unseren ForscherInnen beantwortet.
#78
16.10.2019
Katharina (31), Redakteurin aus Wien, fragt:
In Kürze sehen Sie hier die Antwort der WU!
Katharina (31), Redakteurin aus Wien, fragt:
„”
Unser Forscher:
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#76
04.10.2019
Julia (54), Personalleiterin aus Mödling fragt:
„Die Menschheit treibt Raubbau an der Erde, d.h. wir verbrauchen mehr Ressourcen als nachwachsen. Wie müssten wir unseren Lebensstil verändern, damit das nicht mehr der Fall wäre? Wie müsste die Veränderung aussehen, damit alle Menschen gleich viele Ressourcen zur Verfügung haben? ”
In Kürze sehen Sie hier die Antwort der WU!
Julia (54), Personalleiterin aus Mödling fragt:
„Die Menschheit treibt Raubbau an der Erde, d.h. wir verbrauchen mehr Ressourcen als nachwachsen. Wie müssten wir unseren Lebensstil verändern, damit das nicht mehr der Fall wäre? Wie müsste die Veränderung aussehen, damit alle Menschen gleich viele Ressourcen zur Verfügung haben? ”
Unser Forscher:
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#74
02.10.2019
Ernst (62), aus Graz fragt:
„Wie viel müsste Österreich grob pro Kopf jetzt investieren, um die Pariser Klimaziele zu erreichen ?”
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Ernst (62), aus Graz fragt:
„Wie viel müsste Österreich grob pro Kopf jetzt investieren, um die Pariser Klimaziele zu erreichen ?”
Unser Forscher:
Armon Rezai
Professor am Department Sozioökonomie

Das zentrale Klimaziel des Übereinkommens von Paris ist die Begrenzung des globalen Temperaturanstieges auf deutlich unter 2 Grad Celsius. Hierfür müssen wir unsere Interaktion mit der Umwelt drastisch verändern, und die Emissionen von Treibhausgasen wie CO2 bis 2050 komplett einstellen. Daher wird in diesem Zusammenhang oft von einer umfassenden Transformation zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft gesprochen. Wie Sie in Ihrer Frage schon anmerken, benötigt so eine Transformation Investitionen, um unseren Strom komplett aus erneuerbaren Energien zu beziehen, auf den Verbrennungsmotor in der Fortbewegung komplett zu verzichten und alle Häuser ohne fossile Brennstoffe heizen zu können. Jedoch investieren Unternehmen und Haushalte jedes Jahr viel größere Beträge in neue Anlagen. Schätzungen des IPCC zufolge machen die pro Kopf Investitionen zur Einhaltung eines 2 Grad Zieles weniger als 20% der gesamtwirtschaftlichen Investitionen aus. Da Investitionen in schmutzige Technologien zudem wegfallen, geht es eher um eine Änderung der Art der Investitionen als deren Höhe.

Abschließend möchte ich noch auf zwei weiterführende Aspekte hinweisen. Der Investitionsbedarf steigt, je mehr Zeit wir verstreichen lassen. Klimapolitik betrifft nicht alle Menschen und Unternehmungen in Österreich gleich. Wie die Gelbwestenproteste in Frankreich und Schülerproteste weltweit zeigen, muss bei Klimapolitik immer auch die Verteilungswirkung der konkreten Implementierung berücksichtigt werden. Zu diesen Fragen forschen wir an der WU Wien gerade intensiv.

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#72
21.09.2019
Gabriel (23), Student aus Wien, fragt:
„Welche Auswirkungen hätte eine komplette Verstaatlichung der Banken mit demokratisch legitimierten Aufsichtsgremien? ”
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Gabriel (23), Student aus Wien, fragt:
„Welche Auswirkungen hätte eine komplette Verstaatlichung der Banken mit demokratisch legitimierten Aufsichtsgremien? ”
Unser Forscher:
Josef Zechner
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

Die Verstaatlichung von Banken wird prinzipiell als Möglichkeit gesehen, um sicherzustellen, dass der Bankensektor zum Wohl seiner KundInnen, Kapitalgeber und MitarbeiterInnen geführt wird. Zahlreiche Negativbeispiele belegen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. So war die Performance vieler öffentlich-rechtlicher Banken in der jüngeren Vergangenheit besonders schlecht. Die WestLB des Landes Nordrhein-Westfalen musste zum Beispiel aufgrund von Managementfehlern im Jahr 2011 aufgelöst werden. Die faulen Kredite der HSH (Hamburgisch-Schleswig-Holsteinische) Nordbank bescheren den deutschen SteuerzahlerInnen noch heute hohe Verluste. Die Hypo Alpe-Adria hätte das Land Kärnten ohne Rettung durch den Bund in den Konkurs getrieben.
Ist eine Bank verstaatlicht, so liegen die Kontrollrechte bei allen BürgerInnen. Deren Ausübung muss aber naturgemäß über gewählte MandatarInnen oder von ihnen ausgesuchte AufsichtsrätInnen erfolgen. Dadurch entstehen Anreize, wirtschaftliche Entscheidungen auf Basis eines politischen Kalküls zu treffen. Ein verstörendes Beispiel gibt ein Blick nach China. Dort wurden Pilotprojekte realisiert, bei welchen das soziale, moralische und politische Verhalten der BürgerInnen in Form eines Scores bei der Kreditvergabe einfließt.Die Empirie zeigt also, dass die Verstaatlichung der Banken Probleme und Ineffizienzen in der Regel verstärkt und nicht löst. Wettbewerb zwischen privatwirtschaftlich geführten Banken, im Rahmen einer klugen Regulierung und Aufsicht, schafft sicherlich wesentlich bessere Voraussetzungen, um Wohlstand für alle Stakeholder zu schaffen.

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#70
17.09.2019
Sven (37), Key Account Manager aus Wien, fragt:
„Wie kann man als Privatinvestor Short-Positionen eingehen?”
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Sven (37), Key Account Manager aus Wien, fragt:
„Wie kann man als Privatinvestor Short-Positionen eingehen?”
Unser Forscher:
Otto Randl
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

MarktteilnehmerInnen setzen mit Short-Positionen in der Regel auf fallende Kurse. Für den klassischen Leerverkauf leiht man zuerst ein Wertpapier und verkauft es zum aktuellen (aus Sicht des/der Leerverkäufer/in/s überhöhten) Kurs. Fällt später der Kurs, kauft man das Wertpapier billig und gibt es dem/der Leihgeber/in zurück. Die Kursdifferenz abzüglich Gebühren ist der Gewinn. Wegen des Aufwands und Risikos ist dies zumeist institutionellen MarktteilnehmerInnen vorbehalten.

PrivatinvestorInnen können aber vergleichsweise einfach Short-Positionen am Terminmarkt eingehen, etwa in Futures und Optionen. Abschluss (Festlegung des Preises) und Erfüllung (Lieferung und Zahlung) eines Geschäfts können hier zeitlich weit auseinanderliegen. Häufig wird statt einer physischen Lieferung eines Wertpapiers nur der Gewinn oder Verlust abgerechnet und auf ein Konto gebucht. Somit ist keine Wertpapierleihe notwendig und die Abwicklung ist etwa über Online-Broker möglich.

Beispielsweise könnte eine Investorin im September eine Verkaufsposition in einem ATX Futures Kontrakt zum Terminkurs 3.000 eingehen. Eine Indexänderung von 1 entspricht vertraglich einem Gewinn oder Verlust von 10 Euro; der Kapitaleinsatz beschränkt sich zunächst auf eine kleine Sicherungsleistung. Fällt der Kurs im Oktober auf 2.900 und die Investorin schließt ihre Position durch einen Kauf, verdient sie 1.000 Euro. Die Strategie birgt hohes Risiko: Steigende Kurse bedeuten Verluste.

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#68
16.09.2019
Mathias (20), Student aus Mödling, fragt:
„In der letzten Zeit wird die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen immer größer. Welche Auswirkungen würde es auf den globalen Handel haben, wenn eine "Value Added Tax" eingeführt wird, um dieses Vorhaben zu finanzieren? Wie hoch wäre die Preissteigerung? ”
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Mathias (20), Student aus Mödling, fragt:
„In der letzten Zeit wird die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen immer größer. Welche Auswirkungen würde es auf den globalen Handel haben, wenn eine "Value Added Tax" eingeführt wird, um dieses Vorhaben zu finanzieren? Wie hoch wäre die Preissteigerung? ”
Unser Forscher:
Harald Badinger
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#66
05.09.2019
Kira (26), Studentin aus Wien, fragt:
„Versicherte in AUT haben meist erst Anspruch auf Kostenerstattung "wenn bereits etwas passiert ist". Präventivmaßnahmen (e.g. Mundhygiene), die weitaus teurere Behandlungen verhindern könnten, muss der Abgabenzahler selber blechen. Wie kann man dieses Problem lösen?”
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Kira (26), Studentin aus Wien, fragt:
„Versicherte in AUT haben meist erst Anspruch auf Kostenerstattung "wenn bereits etwas passiert ist". Präventivmaßnahmen (e.g. Mundhygiene), die weitaus teurere Behandlungen verhindern könnten, muss der Abgabenzahler selber blechen. Wie kann man dieses Problem lösen?”
Unser Forscher:
Marc Bilger
Professor an der Abteilung für Health Economics and Policy

Entgegen der in der Bevölkerung weit verbreiteten Meinung ist die vorbeugende Behandlung mit Ausnahme der Impfung von Kindern selten kostensparend. Viele Vorsorgemaßnahmen, die die Gesundheit verbessern, sind mit Kosten verbunden.  Sollen öffentliche Einrichtungen oder private Verbraucher die Kosten tragen? Ein wichtiger Aspekt bei dieser Entscheidung ist das Ausmaß des gesundheitlichen Nutzens der Vorsorge im Verhältnis zu ihren Kosten. Öffentliche Einrichtungen sind unzähligen Anforderungen ausgesetzt, daher bedeutet die Finanzierung der Präventivmaßnahmen entweder den Verzicht auf andere Gesundheitsversorgungsmaßnahmen durch öffentliche Dienstleistungen oder die Erhöhung der Sozialabgaben und Steuern. Öffentliche Einrichtungen sollten daher strategisch auswählen, welche Vorsorgemaßnahmen für alle gedeckt werden. Eine gute Nachricht ist aber, dass nicht alle vorbeugenden Maßnahmen mit finanziellen Kosten verbunden sind. Menschen können ihre Gesundheitsrisiken erheblich verringern, wenn sie beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, weniger trinken, mehr Sport betreiben oder auf ihr Gewicht achten. Prävention geht über den Konsum von Gesundheitsleistungen hinaus und sollte ganzheitlich angegangen werden

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#64
23.08.2019
Markus (19), Schüler aus Oeynhausen, fragt:
„Wieso gibt es in den USA einen wirtschaftlichen Aufschwung seit Donald Trump Präsident ist? Wie hat er das geschafft? Bzw. was hat er gemacht, dass das funktioniert hat? ”
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Markus (19), Schüler aus Oeynhausen, fragt:
„Wieso gibt es in den USA einen wirtschaftlichen Aufschwung seit Donald Trump Präsident ist? Wie hat er das geschafft? Bzw. was hat er gemacht, dass das funktioniert hat? ”
Unser Forscher:
Fritz Breuss
Professor (em.) am Institut für Internationale Wirtschaft
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#62
14.08.2019
Ferdinand (45), aus Wien fragt:
„Wieso funktioniert freie Marktwirtschaft im Bausektor nicht? ”
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Ferdinand (45), aus Wien fragt:
„Wieso funktioniert freie Marktwirtschaft im Bausektor nicht? ”
Unser Forscher:
Klaus Gugler
Professor am Institut für Quantitative Volkswirtschaftslehre

Die Bauwirtschaft ist durch Faktoren charakterisiert, die auf starken Wettbewerb hindeuten: Wettbewerb ist „winner takes all“, d.h. die Unterlegenen der Ausschreibung bekommen keinen Auftrag; der Wert der Einzelausschreibungen ist meist groß relativ zur Firmengröße, d.h. man konkurriert intensiv um diese; der Wettbewerb beginnt für jedes Projekt und jeden Kunden von Neuem: man kann sich nicht auf den Lorbeeren vergangener Projekte „ausruhen“; schlussendlich ist der Bieterprozess zumindest bei öffentlichen Ausschreibungen in der Regel transparent.

Warum ist die Meinung, dass der Wettbewerb nicht funktioniert, trotzdem relativ weit verbreitet? Zum einen liegt dies meiner Meinung nach daran, dass ein Projekt meist nicht gut mit anderen Projekten vergleichbar ist. Wettbewerb definiert sich aber relativ zu anderen Firmen/Projekten/Produkten. Dies erweckt den Eindruck, dass „Wettbewerb“ nicht funktioniert. Zum anderen verleiten die obigen intensiven Wettbewerbsvoraussetzungen eventuell dazu, den Wettbewerb über Absprachen auszuschalten. Während es keineswegs eindeutig ist, dass es in der Bauwirtschaft mehr Kartelle gibt als in anderen Sektoren, ist die mediale Aufmerksamkeit tendenziell höher.

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#60
06.08.2019
Elfi (47), aus Wien fragt:
„Warum agieren wir alle nicht nachhaltig, obwohl wir alle unsere Kinder lieben?”
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Elfi (47), aus Wien fragt:
„Warum agieren wir alle nicht nachhaltig, obwohl wir alle unsere Kinder lieben?”
Unsere Forscherin:
Bernadette Kamleitner
Professorin am Institut für Marketing und KonsumentInnenforschung

Das Nachhaltigkeitsbewusstsein steigt ständig. Viele Menschen agieren zumindest manchmal nachhaltig. In den meisten Fällen betrifft das aber tatsächlich kleine Taten, die nicht ausreichen, um von einem wirklich nachhaltigen Lebensstil zu sprechen. Es hat viele Gründe, warum Menschen sich nicht durchgängig nachhaltig verhalten. Ein großer Teil des menschlichen Verhaltens ist gelernt, automatisiert und verinnerlicht. Nachhaltige Verhaltensweisen sind in vielen Fällen noch nicht selbstverständlich, „normal“ und verinnerlicht. Menschen müssen sich jeweils bewusst dafür entscheiden. Das bedeutet einen kognitiven, zeitlichen und häufig auch einen finanziellen Aufwand. Nachhaltiges Verhalten wird oft als Opfer gesehen. Ein paradoxer Nebeneffekt ist, dass man sich bereits nach einer nachhaltigen Verhaltensweise (z.B. Bio-Obst kaufen) selbst anerkennend auf die Schultern klopfen kann und sich dann, bei der nächsten Entscheidung – ohne schlechtes Gewissen – wieder nicht-nachhaltig verhält. Man spricht vom Lizenzierungseffekt. Außerdem denken Menschen häufig kurzfristig und das langfristige Thema Nachhaltigkeit ist im Alltag damit selten zentral. Menschen wählen auch meist aus dem vorhanden Angebot und dem, was als erstes in den Sinn kommt und nachhaltige Alternativen sind meist in der Minderheit. Schließlich haben viele das Gefühl, ihr eigenes Verhalten mache ohnehin keinen Unterschied. Der Gedanke an die eigenen Kinder kann tatsächlich Positives bewirken, aber selbst da können praktische Gegenargumente (Kosten, Aufwand) den nachhaltigen Impuls schnell übertünchen. Für das Gelingen nachhaltiger Lebensweisen braucht es den Erwerb neuer nachhaltiger Gewohnheiten und Normalitäten. Viele sind auf dem Weg dahin, aber bis zur Übung, die den Meister macht, ist es noch ein weiter Weg.

 

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#58
29.07.2019
Matthias (57), Umwelt- u. Abfallberater aus Wien fragt:
„Sind Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit vereinbar? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?”
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Matthias (57), Umwelt- u. Abfallberater aus Wien fragt:
„Sind Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit vereinbar? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?”
Unser Forscher:
Harald Badinger
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#56
22.07.2019
Viktoria (17), Schülerin aus Traiskirchen, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit auf die wirtschaftliche Lage in Österreich aus? Ganz besonders auf Import/Export ? ”
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Viktoria (17), Schülerin aus Traiskirchen, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit auf die wirtschaftliche Lage in Österreich aus? Ganz besonders auf Import/Export ? ”
Unser Forscher:
Harald Oberhofer
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#54
17.07.2019
Chris (32), aus Wien fragt:
„Sind Ärztezentren sinnvoller als viele in eigenen, kleinen Praxen untergebrachte Ärzte? Wer profitiert da eigentlich am meisten, Ärzte, Betreibergesellschaften oder die Patienten?”
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Chris (32), aus Wien fragt:
„Sind Ärztezentren sinnvoller als viele in eigenen, kleinen Praxen untergebrachte Ärzte? Wer profitiert da eigentlich am meisten, Ärzte, Betreibergesellschaften oder die Patienten?”
Unser Forscher:
Marc Bilger
Professor an der Abteilung für Health Economics and Policy

Ärztezentren bieten den Betreibergesellschaften viele wirtschaftliche Vorteile. Erstens senkt die gemeinsame Nutzung von Ressourcen die Kosten für Verwaltungsaufgaben wie Planung und Abrechnung. Zweitens können Ärztezentren die Kosten durch Spezialisierung der Pflege und Austausch klinischer Erfahrungen weiter senken. Zusätzlich steht auch mehr Kapital für Investitionen in die Gesundheitstechnologie und eine größere Verhandlungsmacht zur Preissenkung zur Verfügung. Ärztezentren können eine bessere Integration der Versorgung erreichen, indem sie beispielsweise Labortests vor Ort anbieten.

Allerdings möchten nicht alle Ärztinnen und Ärzte an einer Gruppenpraxis teilnehmen. ÄrztInnen in Ärztezentren profitieren zwar von einem leichteren Zugang zu PatientInnen, haben aber auch weniger Kontrolle über die Art der PatientInnen, die sie behandeln. Eine stärkere Spezialisierung erleichtert die Arbeit, macht sie aber auch monotoner.

Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass große Ärztezentren schlechtere klinische Ergebnisse für ihre PatientInnen erzielen. Die Gründe könnten eine schwächere Arzt-PatientInnen-Beziehung und eine verminderte Beständigkeit der Versorgung sein. Einige Ärztezentren haben nun begonnen, ihr klinisches Personal in kleine Pflegeteams aufzuteilen, um die Vorteile kleiner und großer Praxen zu kombinieren.

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#52
11.07.2019
Ronald (63), aus Wien fragt:
„Gibt es einen eigenen Fachausdruck für die Art des Marketing, in der einer eigenen Zielgruppe ein spezieller Sonderrabatt gewährt wird. Wenn ja, wie heißt diese Sonderform des Marketings? ”
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Ronald (63), aus Wien fragt:
„Gibt es einen eigenen Fachausdruck für die Art des Marketing, in der einer eigenen Zielgruppe ein spezieller Sonderrabatt gewährt wird. Wenn ja, wie heißt diese Sonderform des Marketings? ”
Unser Forscher:
Thomas Reutterer
Professor am Institut für Service Marketing und Tourismus

Sehr geehrter Herr Ronald, der gesuchte Fachausdruck ist das Zielgruppen-Marketing: Es handelt sich hierbei um differenzierte bzw. zielgruppenspezifisch maßgeschneiderte Promotions. Im Gegensatz zu einer undifferenzierten Marketing-Aktion werden für eine oder mehrere Personengruppe(n) oder Marktsegmente gezielt Angebote entwickelt. Die Grundidee dabei ist, mit diesen Angeboten die Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Gruppe besser anzusprechen und aus Firmensicht eine höhere Effektivität bzw. Treffsicherheit sowie einen effizienteren Mitteleinsatz (Sonderangebote kosten in der Regel Geld) zu erreichen. Während die Einlöse-Raten bei undifferenzierten Promotions im Bereich von lediglich ca. 2-6 Prozent liegen, werden über solche zielgruppenspezifisch maßgeschneiderte Aktionen Raten von bis zu 15% erreicht (je nach Attraktivität des Angebots für die Zielgruppe durchaus auch höher). Im Online-Bereich aber auch auf Basis von über Kundenkarten-Programme gesammelten Transaktionsdaten maßgeschneiderte werden solche Promotions immer häufiger auch auf individuelle Personenprofile angepasst. In diesem Zusammenhang stellt sich dann oft auch die Frage nach dem Datenschutz bzw. es relativiert sich der KundInnen-Nutzen durch den damit empfundenen Eingriff in die Privatsphäre.

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#50
04.07.2019
Julia (28), aus Wien fragt:
„Wird es in Zukunft noch wichtig sein, selbst stilistisch gute Texte zu verfassen? Oder werden früher oder später Maschinen diese Aufgabe zur Gänze übernehmen?”
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Julia (28), aus Wien fragt:
„Wird es in Zukunft noch wichtig sein, selbst stilistisch gute Texte zu verfassen? Oder werden früher oder später Maschinen diese Aufgabe zur Gänze übernehmen?”
Unser Forscher:
Kurt Hornik
Professor am Institut für Statistik und Mathematik

Grundsätzlich können Maschinen alles lernen, was Menschen lernen können, und es ist sicherlich so, dass Fähigkeiten, die Menschen in der Vergangenheit erlernt haben, in Zukunft von Maschinen übernommen werden können, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich akzeptabel ist. So wird ja das Rechnen im Kopf oder mit der Hand immer weniger eingeübt, weil es effizienter ist, wenn Computer dies für uns übernehmen. Auch beim Schreiben von Texten kann ich mir vorstellen, dass wir uns mehr von Maschinen unterstützen lassen. Beispielsweise könnten wissenschaftliche Kommunikationsprozesse verbessert werden, wenn beim Verfassen von Fachpublikationen nicht nur Rechtschreibfehler, sondern auch Probleme bei der Satzstellung und Wortwahl aufgezeigt und Verbesserungen vorgeschlagen würden. Maschinen können auch helfen, komplizierte Texte wie beispielsweise Anlegerinformationen oder Gesetzestexte lesbarer und verständlicher zu machen. Ich würde aber davon ausgehen, dass wir auch in Zukunft in der Lage sein müssen, effizient miteinander sprachlich zu kommunizieren, und wo diese Kommunikation verschriftlicht wird, Maschinen uns sicherlich verbessern, aber nicht ersetzen werden.

 

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#48
26.06.2019
Margit (57), DGKP aus Wien, fragt:
„Wir haben einige größere und kleinere Krankenkassen, wobei ich davon ausgehe, dass jeder "Kunde" gleich viel - je nach Einstufung nach Einkommen - einzahlt. Warum kann nicht jede/r die Krankenkasse selbst wählen?? ”
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Margit (57), DGKP aus Wien, fragt:
„Wir haben einige größere und kleinere Krankenkassen, wobei ich davon ausgehe, dass jeder "Kunde" gleich viel - je nach Einstufung nach Einkommen - einzahlt. Warum kann nicht jede/r die Krankenkasse selbst wählen?? ”
Unser Forscher:
Harald Eberhard
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht

Bei der Privatversicherung (im konkreten Fall: Kranken-Zusatzversicherung) gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Niemand muss eine solche Zusatzversicherung abschließen, die Versicherungsnehmer können ein beliebiges Versicherungsunternehmen wählen. Diese können wiederum frei entscheiden, ob sie Versicherungsschutz gewähren – also Verträge abschließen – wollen.
Das Versicherungsunternehmen muss von Gesetzes wegen außerdem keine identischen Tarife und Leistungen anbieten. Es muss dies nicht einmal dann tun, wenn das Risiko vergleichbar ist (etwa: gleiches Alter, ähnliche Krankengeschichte, vergleichbarer Lebenswandel). Freilich arbeiten Privatversicherer mit Statistiken und daher bietet ein Krankenversicherer seinen VersicherungsnehmerInnen in der Praxis risikoabhängige und damit – mit Blick auf die Versichertengemeinschaft – „gerechte“ Tarife an.

Die Krankenkassen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung gehen von einem anderen System aus: der Pflichtversicherung der durch das Gesetz erfassten Personenkreise, um eine möglichst breite Risikogemeinschaft zu bilden. Die dafür eingerichteten Sozialversicherungsträger sind nach dem Prinzip der Selbstverwaltung aufgebaut, was bedeutet, dass diese bestimmte Leistungen innerhalb gesetzlicher Spielräume zwar „autonom“ festlegen können, aber eben immer eine gesetzliche Grundlage benötigen. Genau darin liegt ein weiterer Unterschied zur Privatversicherung: In der gesetzlichen Sozialversicherung ist es dem Gesetzgeber grundsätzlich verwehrt, innerhalb derselben Risikengemeinschaft zwischen „guten“ und „schlechten“ Risiken wie in der privatrechtlichen Versicherung zu unterscheiden. Es ist vielmehr ein Charakteristikum der gesetzlichen Sozialversicherung, dass in ihr alle Risiken zu einer Risikengemeinschaft zusammengefasst und einem grundsätzlich einheitlichen Beitragsrecht unterstellt werden.

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#46
19.06.2019
Max (29), Lehrer aus Feldkirch, fragt:
„Verdienen Politiker (z.B. Minister) im Vergleich zu Managern von privaten und (teil-) staatlichen Unternehmen ausreichend viel?”
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Max (29), Lehrer aus Feldkirch, fragt:
„Verdienen Politiker (z.B. Minister) im Vergleich zu Managern von privaten und (teil-) staatlichen Unternehmen ausreichend viel?”
Unsere Forscherin:
Renate Meyer
Professorin am Institut für Organization Studies

Der Jahresverdienst von österreichischen BundesministerInnen ist mit rund 250.000 Euro gesetzlich fixiert. Die Schlüsselfrage für Vergleiche ist nun: mit wem? Wer ist die Referenzgruppe? Aus der Forschung wissen wir nämlich, dass horizontale Vergleiche – also solche mit vermeintlich gleichen Referenzgruppen – sich in der Regel nach oben orientieren.

Dieser Effekt führt Studien zufolge dazu, dass Managementvergütungen durch das Vergleichen laufend nach oben korrigiert werden. Für Österreich zeigt eine AK-Studie, dass sich der Durchschnittsjahresverdienst von Vorstandsmitgliedern in Österreichs größten börsennotierten Unternehmen, etwa 1,7 Millionen Euro, während der letzten 15 Jahre verdreifacht hat. Das mittlere Einkommen in Österreich ist hingegen nur um ein Drittel gestiegen. Nun könnte man natürlich fragen, ob österreichische Top-ManagerInnen – verglichen mit ihren internationalen KollegInnen – ausreichend viel verdienen. Daten der TU München zeigen: Die durchschnittliche Vergütung von Vorstandsmitgliedern in den größten börsennotierten Unternehmen ist in Deutschland etwa doppelt so hoch wie in Österreich.

Eine andere Vergleichsmöglichkeit wären PolitikerInnen aus anderen Ländern. In Deutschland beispielsweise verdienen BundesministerInnen ähnlich viel wie ihre österreichischen AmtskollegInnen.

Interessant bei der Beurteilung von Top-Vergütungen ist vielleicht auch, auf vertikale Vergleiche abzustellen. Dabei wird der Durchschnittsbezug von MitarbeiterInnen als Referenzgröße angesetzt. Österreichische MinisterInnen verdienen etwa das Sechsfache eines mittleren Einkommens im öffentlichen Dienst. Bei Österreichs größten börsennotierten Unternehmen variiert dieser Faktor laut Arbeiter/innen-Kammer zwischen sechs und 67.

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#44
11.06.2019
Tatjana (27), aus Möllersdorf fragt:
„Werden sich Augmented und Virtual Reality in Zukunft durchsetzen und welches Potenzial ergibt sich daraus für die Werbewirtschaft?”
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Tatjana (27), aus Möllersdorf fragt:
„Werden sich Augmented und Virtual Reality in Zukunft durchsetzen und welches Potenzial ergibt sich daraus für die Werbewirtschaft?”
Unsere Forscherin:
Monika Koller
Wissenschaftlerin am Institut für Marketing and Consumer Research

Aus der Forschung zur Akzeptanz neuer Technologien wissen wir, dass oftmals die Aspekte „perceived usefulness“, also die wahrgenommene Nützlichkeit, sowie der „ease of use“, die einfache Handhabung bzw. Nutzungsmöglichkeit, ausschlaggebend dafür sind, ob KonsumentInnen neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen gegenüberstehen. Es ist also wichtig, dass Augmented und Virtual Reality Anwendungen einen gewissen Nutzen bieten. Dieser kann, abhängig von den individuellen Präferenzen, in unterschiedliche Richtungen gehen. Die wahrgenommene Nützlichkeit kann z.B. funktional, im Sinne zusätzlicher Informationen, die dadurch übermittelt werden, sein, aber auch emotional, im Sinne von Emotionalität, z.B. Spaß und Unterhaltung, werden geboten. Hier kommen individuelle Präferenzen und Konsumgewohnheiten ins Spiel. Ebenso können der Wunsch, neue Dinge auszuprobieren oder ökonomische bzw. umweltbezogene Gedanken, relevant sein. Unsere eigene Forschung in diesem Themenkontext hat auch gezeigt, dass die Wichtigkeit, sensorische Information im Rahmen der Konsumation zu erhalten, wie z.B. Dinge riechen oder tasten zu können, mitzudenken ist. So präferieren Personen, denen das aktive „am Produkt riechen zu können“ wichtig ist, im Vergleich mit Virtual Reality Unterhaltung eher analoge Angebote.

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#42
06.06.2019
Anna (25), Sozialpädagogin aus Wien, fragt:
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Anna (25), Sozialpädagogin aus Wien, fragt:
„”
Unser Forscher:
Wolfgang Lutz
Professor an der Abteilung für Demografie

Das ist eine hoch relevante und interessante Frage. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Bevökerung in allen europäischen Ländern älter wird. Die Lebenserwartung steigt an und die Geburtenraten sinken bzw. bleiben auf einem niedrigen Niveau. In Österreich beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt für Frauen derzeit 84 Jahre. Gleichzeitig kommen im Durchschnitt nur ca. 1,5 Kinder pro Frau zur Welt. Durch diese Entwicklung steigt das mittlere Alter der Bevölkerung (Median) in Österreich von derzeit 43 Jahren bis 2050 vermutlich auf rund 50 Jahre. Das heißt, dass die Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein wird.

Das gesetzliche Pensionsantrittsalter reagiert bisher nicht auf diese Entwicklung. Es ist bei uns für Frauen 60 und für Männer 65 Jahre. Das faktische Antrittsalter hat in den vergangenen Jahrzehnten sogar abgenommen. Es liegt derzeit bei Frauen knapp unter 60 Jahren und bei Männern knapp darüber. Wenn das weiter so bleibt, und der Anteil der älteren Menschen weiter zunimmt – was so gut wie sicher ist – dann wird sich die Lücke zwischen Beiträgen und Auszahlungen bei den Pensionen immer weiter öffnen. Aus diesem Grund hat man in anderen europäischen Ländern Formeln entwickelt, in denen sich das Pensionsantrittsalter automatisch an die steigende Lebenserwartung anpasst. In Dänemark gibt es zum Beispiel eine ganz klare Regel: Das Pensionsantrittsalter soll immer genau 14,5 Jahre unter der Lebenserwartung liegen (für Männer und Frauen gemeinsam). Wenn also die Lebenserwartung um 2 Jahre zunimmt, nimmt auch das Pensionsalter um 2 Jahre zu. Damit werden alle gewonnenen Lebensjahre der Arbeitszeit zugeschlagen. Bei uns werden derzeit alle gewonnen Jahre der Zeit in Pension zugeschlagen. Andere Länder Teilen die gewonnenen Jahre zwischen den beiden Lebensabschnitten auf. Darüber wird es bei uns sicher noch viele Diskussionen geben.

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#40
29.05.2019
Lukas (37), Data Scientist, aus Graz fragt:
„Wie erklären Sie Ihrer Großmutter wie Cum-Ex Betruge funktionieren?”
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Lukas (37), Data Scientist, aus Graz fragt:
„Wie erklären Sie Ihrer Großmutter wie Cum-Ex Betruge funktionieren?”
Unser Forscher:
Michael Lang
Professor am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht

Hinter dem Begriff „Cum-Ex Geschäfte“ verbirgt sich einer der größten Steuerskandale der letzten Jahre. Laut Medienberichten beläuft sich das Schadensvolumen in Europa auf über 55,2 Milliarden €. Bei Cum-Ex Geschäften handelt es sich um eine Kombination von mehreren Kauf- und Verkaufsvorgängen einer Aktie, die zeitlich beim Dividendenauszahlungstermin gelegen sind. Dabei wirken mehrere Akteure koordiniert zusammen, um Verwirrung über den tatsächlichen Besitz der Aktie zu stiften. Durch Cum-Ex Geschäfte wird das Ziel verfolgt, die Kapitalertragsteuer mehrfach vom Staat zurück erstattet zu bekommen.

Bei der Auszahlung von Dividenden führen Kapitalgesellschaften gleichzeitig die Kapitalertragsteuer an den Staat ab. In Österreich beträgt die Kapitalertragsteuer 27,5 %, wodurch dem Dividendenempfänger nur 72,5 % tatsächlich ausbezahlt werden. Bestimmte Dividendenempfänger sind jedoch von der Kapitalertragsteuer befreit. Falls eine solche Befreiung vorliegt, jedoch die Steuer bei der Auszahlung der Dividende einbehalten wurde, kann die Rückerstattung der einbehaltenen Kapitalertragsteuer beantragt werden. Durch das bei Cum-Ex Geschäften erzeugte Verwirrspiel rund um den Dividendenauszahlungstag wird von mehreren Personen, die den Eindruck erwecken, die Aktie zu besitzen, die Rückerstattung derselben Kapitalertragsteuer beantragt. Sollte das Verwirrspiel aufgehen, wird der Staat mehrfach um die Kapitalertragsteuer geprellt. Viele Staaten änderten bereits ihre Gesetze, um Cum-Ex Geschäfte in Zukunft zu verhindern. Die juristische Aufarbeitung der Cum-Ex Geschäfte wird aber noch mehrere Jahre dauern.

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#38
23.05.2019
Marie (27), Schulsozialarbeiterin aus Niederösterreich, fragt:
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Marie (27), Schulsozialarbeiterin aus Niederösterreich, fragt:
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Unser Forscher:
Michael Meyer
Professor am Institut für Nonprofit Management

Es ist zu hoffen, dass man im Sozialbereich bald angemessener verdienen kann. In bestimmten Bereichen wird das notwendig sein, wenn man einen akuten Mangel an Arbeitskräften verhindern will, beispielsweise in der Pflege. Das Lohnniveau im Sozialbereich ist freilich auch davon abhängig, wie finanzstark die ArbeitgeberInnen sind. Sozialorganisationen in Österreich finanzieren sich zu mehr als 60% aus öffentlichen Quellen, also über Gemeinden, Länder, den Bund und Sozialversicherungsträger. Hier besteht eine hohe Abhängigkeit und oftmals Ohnmacht gegenüber Budgetkürzungen. Wie die Entscheidung über den sogenannten Pflegeregress gezeigt hat, dominiert hier selten der Sachverstand und oft der Populismus. Gerade für die Altenpflege brauchen wir dringend ein nachhaltiges Finanzierungsmodell, z.B. über Erbschafts- und Schenkungssteuern oder über eine eigene Pflegeversicherung im Rahmen der öffentlichen Sozialversicherung. Auch viele andere Sozialberufe leiden an der unsicheren Finanzierung ihrer ArbeitgeberInnen, ich denke etwa an die Betreuung von behinderten Menschen oder Reintegrationsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose. Hier ist tatsächlich die Politik gefragt, Rahmenentscheidungen zu treffen in Hinblick auf öffentliche Finanzierung oder Alternativen durch den Markt oder durch private Spenden – letzteres hat in Österreich keine große Tradition. Volkswirtschaftlich würde ein steigendes Lohnniveau für Sozialberufe auch insofern Sinn machen, als der Gesundheits- und Sozialbereich mittlerweile nach dem Handel der zweitgrößte Beschäftigungssektor ist, und mehr Kaufkraft für diese Menschen die Wirtschaft stimuliert. In anderen Sektoren hätte der Markt längst einen Anstieg der Gehälter gebracht. Keine einfache Antwort auf Ihre klare Frage, es ist – wie der frühere Bundeskanzler Fred Sinowatz einmal gesagt hat – alles sehr kompliziert, aber bleiben wir im Gespräch.

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#36
16.05.2019
Christine (45), Senior Digital Manager aus Perchtoldsdorf, fragt:
„Mit welchen Wert- und Arbeitsvorstellungen kommen geflüchtete Menschen in unser Land?”
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Christine (45), Senior Digital Manager aus Perchtoldsdorf, fragt:
„Mit welchen Wert- und Arbeitsvorstellungen kommen geflüchtete Menschen in unser Land?”
Unsere Forscherin:
Judith Kohlenberger
Wissenschaftlerin am Institut für Sozialpolitk

Eine Studie der WU, die im Herbst 2015 in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem IIASA durchgeführt wurde, erhob u.a. die Wertvorstellungen von geflüchteten Menschen zu Ausbildung und Erwerbstätigkeit. Auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen gab der Großteil der Befragten an, nach positivem Asylbescheid in Österreich eine Arbeit finden zu wollen (67% über alle Altersgruppen). Interessant ist, dass gerade in den jüngeren Altersgruppen der 15- bis 19-Jährigen und 20- bis 24-Jährigen die Mehrheit der Befragten zuerst Schule oder Studium abschließen wollen (71% und 46%). Das weist auf eine hohe Bildungsorientierung hin, da gerade Geflüchtete aus Syrien und dem Irak aus der bildungsaffinen urbanen Mittelschicht ihrer Herkunftsländer stammen. Viele der jungen syrischen Männer zögerten bewusst ihren Studienabschluss hinaus, um nicht zum Heer eingezogen zu werden.

Befragt nach ihren Einstellungen zu weiblicher Erwerbstätigkeit stimmten 54% der befragten Frauen und 46% der Männer der Aussage zu, dass „bei Jobknappheit Männer mehr Anrecht auf einen Job haben sollten als Frauen.“ In arabischen Ländern liegt die Zustimmung zu dieser Aussage bei 70% aller Männer, in Österreich stimmte 2008 immerhin noch jeder fünfte Mann dieser Aussage zu. Geflüchtete aus dem Herbst 2015 befinden sich hier also auf einem Spektrum zwischen traditionellem und liberalem Rollenverständnis, was auch durch den höheren formalen Bildungsgrad dieser selektiven Gruppe zu erklären ist. Tatsächlich waren 85% der befragten Frauen und 68% der Männer der Meinung, dass „ein Job die beste Möglichkeit für eine Frau ist, um unabhängig zu sein.“

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#34
08.05.2019
Yasmin (45), Gesellschafterin aus Wien, fragt:
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Yasmin (45), Gesellschafterin aus Wien, fragt:
„Die 24h-Betreuung ist zu einem wichtigen Pfeiler im Pflegesystem geworden. Wie ist die Betreuung und Pflege eigentlich in den Herkunftssländern dieser Frauen organisiert?”
Unser Forscher:
August Österle
Wissenschaftler am Institut für Sozialpolitk

Sehr geehrte Frau Pichler,

vielen Dank für Ihre Frage! In Österreich arbeiten mehr als 60.000 Menschen, in überwiegender Zahl Frauen, vor allem aus Rumänien und der Slowakei, aber auch aus anderen Ländern Mittelosteuropas in der 24-Betreuung. Wie aber in diesen Ländern Pflege und Betreuung sichergestellt wird, davon hören oder lesen wir tatsächlich sehr selten etwas.

In den mittelosteuropäischen Heimatländern der 24h-Betreuerinnen wird Pflege und Betreuung bis heute überwiegend von nahen Familienangehörigen übernommen. Und zwar in einem noch viel größeren Ausmaß als dies auch in Österreich der Fall ist. Alternativen gibt es kaum. Ein Pflegesystem, wie wir es in Österreich kennen, besteht nur in Ansätzen. Es gibt Pflegeheime, aber vielfach nur in den Städten. Verschiedene Regionen haben begonnen, auch mobile Dienste zu entwickeln, in vielen Regionen existieren diese aber bis heute nicht. Hinzu kommt, dass Betreuerinnen in Pflegeeinrichtungen oder bei mobilen Diensten in diesen Ländern schlecht bezahlt werden, für viele Einreichungen ist es daher auch schwierig Personal zu finden.

Die 24h-Betreuerinnen kommen nach Österreich und andere westeuropäische Länder, um hier ältere, pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Viele von ihnen haben aber selbst Kinder oder auch ältere Angehörige, die Betreuung benötigen. Die notwendige Betreuung wird in den Wochen der Abwesenheit von anderen Familienangehörigen übernommen, meist Partnern, Müttern, Schwestern oder auch älteren Kindern. Wenn die 24h-Betreuerinnen für zwei oder mehr Wochen wieder in ihr Heimatland zurückkehren, übernehmen sie dort auch wieder familiäre Betreuungsaufgaben.

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#32
01.05.2019
Gerald (43), Art director aus Wien fragt:
„Wie werden künstliche Intelligenzen in den kreativen kreationsprozess eingebunden sein? Wird eine Koexistenz das gewohnte Arbeitsumfeld unterstützen oder eher neu definieren? ”
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Gerald (43), Art director aus Wien fragt:
„Wie werden künstliche Intelligenzen in den kreativen kreationsprozess eingebunden sein? Wird eine Koexistenz das gewohnte Arbeitsumfeld unterstützen oder eher neu definieren? ”
Unser Forscher:
Ronald Hochreiter
Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Information Management and Control
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#30
25.04.2019
Rainer (45), Leiter Controlling & Data Science, aus Wien fragt:
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Rainer (45), Leiter Controlling & Data Science, aus Wien fragt:
„Welche Konzepte gibt es, um auf lokaler Ebene das Ausnutzen von internationalen Steueroasen durch digitale Großkonzerne zu unterbinden?”
Unser Forscher:
Alexander Rust
Professor für Österreichisches und Internationales Steuerrecht
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#28
18.04.2019
Helmut (76), Management-Coach aus Feldkirch, fragt:
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Helmut (76), Management-Coach aus Feldkirch, fragt:
„Wie kann die Forschung die Digitalisierung bei den KMUs unterstützen?”
Unser Forscher:
Roman Brandtweiner
Information Management and Control

Studien haben gezeigt, dass bei der Digitalisierung der KMUs das fehlende Know-how eines der größten Probleme darstellt (vgl. KMU Digitalisierungsstudie 2018). Demzufolge ist eine der sinnvollsten Unterstützungsleistungen, welche die Forschung erbringen kann, die Zurverfügungstellung ihres Know-hows: sowohl bei der branchenspezifischen (im Idealfall unternehmensspezifischen) Problemidentifikation und Lösungsentwicklung als auch bei der Umsetzung der digitalen Transformation. Diese Know-how-Transfer-Leistungen müssen breit aufgestellt sein, denn die relevanten Thematiken sind teilweise sehr unterschiedlich. Beispielhaft sind die folgenden zu nennen: E-Commerce und Social Media, Smarte Produkte, Service-Design, Produktion 4.0, CRM-Tools, neue (den innovativen Technologien angepasste) Geschäftsmodelle und -prozesse sowie Verbesserung von IT-Sicherheit und Datenschutz, aber auch Basiswissen über und Schutz vor Cyberkriminalität.

Um den Wissenstransfer von den universitären Think Tanks in die Praxis zu realisieren, könnten unterschiedliche Formate verwendet werden. Die Palette reicht hier von Tagungen speziell für KMU-PraktikerInnen, über KMU spezifische Workshops bis hin zur direkten Beratungsleistung vor Ort im Unternehmen.
Wichtig ist aber auch ein flächendeckendes Bewusstmachen der Notwendigkeit der Digitalisierung, und auch das ist eine Aufgabe der Forschung. Global zeigen diverse empirische Untersuchungen, dass die Nutzung der innovativen, digitalen Technologien massive Wettbewerbsvorteile bringt. Eine Investition in diese, ist eine, die sich jedenfalls rechnet. Die Forschung ist gefordert, den aktiven Dialog mit der Praxis zu suchen und durch den Know-how-Transfer einen aktiven Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen KMUs zu leisten.

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#26
12.04.2019
Reinhard (62), Marketingleiter aus Lambrechten, fragt:
„Wie lautet die Formel für die Berechnung des aktuellen Wirtschaftswachstums? Gibt es Bemühungen diese Formel zu verändern? Das jetzige Wachstum wird ausschliesslich auf Kosten der Umwelt generiert, das kann doch nicht so weiter gehen, oder? ”
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Reinhard (62), Marketingleiter aus Lambrechten, fragt:
„Wie lautet die Formel für die Berechnung des aktuellen Wirtschaftswachstums? Gibt es Bemühungen diese Formel zu verändern? Das jetzige Wachstum wird ausschliesslich auf Kosten der Umwelt generiert, das kann doch nicht so weiter gehen, oder? ”
Unser Forscher:
Stefan Giljum
Wissenschaftler am Institut für Ecological Economics

Das Wirtschaftswachstum wird allgemein als Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) berechnet und entspricht einer Steigerung des Geldwertes aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres hergestellt werden. Das BIP ist ein international standardisierter und somit gut vergleichbarer Indikator für die Wirtschaftsleistung verschiedener Länder, es ist jedoch kein umfassender Indikator für den Wohlstand einer Gesellschaft. Denn viele soziale und ökologische Aspekte werden in der Berechnung des BIP nicht mit einbezogen. Dazu zählt etwa unbezahlte Arbeit, wie Freiwilligenarbeit oder Kinder- und Altenbetreuung. Ebenso bleiben viele negative Umweltauswirkungen, wie etwa der Klimawandel oder der Verlust der Artenvielfalt unberücksichtigt. Das derzeitige System, das auf ständiges Wirtschaftswachstum ausgerichtet ist, bedroht daher zunehmend die Lebensgrundlagen der Menschen und die ökologische Basis der Wirtschaft. Ein Kurswechsel ist aus Sicht einer nachhaltigen Entwicklung dringend notwendig.

In den letzten 20 Jahren wurden verschiedene alternative Ansätze zum BIP entwickelt. Einige dieser versuchen, soziale und ökologische Folgen in Geldwerten abzuschätzen und somit das BIP um diese Aspekte zu „korrigieren“. Da diese monetäre Bewertung jedoch auf einer Vielzahl von Annahmen beruht, werden verstärkt auch Indikatoren in physischen Einheiten verwendet, wie etwa der CO2-, Material- oder Wasserfußabdruck, welche in Kilogramm oder Kubikmetern ausgedrückt werden. An der WU laufen aktuell Forschungsprojekte, welche die weltweiten ökologischen und sozialen Auswirkungen der Nutzung natürlicher Ressourcen durch Mensch und Wirtschaft mit verschiedenen Umweltindikatoren untersuchen. Die Realisierung einer zukunftsfähigen Wirtschaft erfordert Veränderungen in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und bei den KonsumentInnen. Zentral ist dabei die Schaffung langfristiger und auf Nachhaltigkeit ausgerichteter politischer Rahmenbedingungen, insbesondere durch die Umsetzung einer ambitionierten ökologischen Steuerreform.

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#24
03.04.2019
Nicole (45), Standortleitung einer Recruitment Agency aus Graz, fragt:
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Nicole (45), Standortleitung einer Recruitment Agency aus Graz, fragt:
„Welche Auswirkungen hat der Brexit auf den freien Personenverkehr bzw. auf den Arbeitsmarkt und den Austausch von Arbeitskräften?”
Unser Forscher:
Franz Marhold
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Arbeitsrecht und Sozialrecht
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#22
28.03.2019
Andrea (35), Journalistin aus Wien, fragt:
„Heute ist Matura allein wenig wert. Was soll man mit ihr machen außer studieren? Was sollen Maturanten tun, die nicht studieren können/wollen? ”
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Andrea (35), Journalistin aus Wien, fragt:
„Heute ist Matura allein wenig wert. Was soll man mit ihr machen außer studieren? Was sollen Maturanten tun, die nicht studieren können/wollen? ”
Unsere Forscherin:
Bettina Fuhrmann
Professorin am Institut für Wirtschaftspädagogik
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#20
19.03.2019
Julia (42), Ergotherapeutin und Soziologin aus Laakirchen, fragt:
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Julia (42), Ergotherapeutin und Soziologin aus Laakirchen, fragt:
„Sieht die aktuelle Wirtschaftsforschung die Besteuerung von Immobilien, Erbschaften und Schenkungen als geeignetes Mittel an, um Vermögen innerhalb der Gesellschaft gerechter zu verteilen.”
Unser Forscher:
Wilfried Altzinger
Professor am Institut für Makroökonomie
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#18
14.03.2019
Norbert (49), Unternehmer aus Linz, fragt:
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Norbert (49), Unternehmer aus Linz, fragt:
„Welche Berufe wird es in 30 Jahren noch geben und werden nicht durch Roboter und Künstliche Intelligenz ersetzt sein?”
Unser Forscher:
Jan Mendling
Professor am Institut für Informationswirtschaft
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#16
05.03.2019
Michael (35), aus Wien fragt:
„Warum ist es für Europa so schwer seiner Verantwortung im globalen Kontext nachzukommen, statt sich nicht hinter den USA zu verstecken? ”
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Michael (35), aus Wien fragt:
„Warum ist es für Europa so schwer seiner Verantwortung im globalen Kontext nachzukommen, statt sich nicht hinter den USA zu verstecken? ”
Unser Forscher:
Harald Oberhofer
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#14
20.02.2019
Kathrin (43), Onkologin fragt:
„Was versteht man unter „Patientensicherheitskultur“ und wie relevant ist diese für die Häufigkeit des Vorkommens von Fehlern in der Behandlung von PatientInnen im Krankenhaus? ”
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Kathrin (43), Onkologin fragt:
„Was versteht man unter „Patientensicherheitskultur“ und wie relevant ist diese für die Häufigkeit des Vorkommens von Fehlern in der Behandlung von PatientInnen im Krankenhaus? ”
Unser Forscher:
Johannes Steyrer
Professor am Interdisziplinären Institut für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management
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#12
19.02.2019
Karl (80), aus Perchtoldsdorf fragt:
„ Wer profitiert eigentlich von der extrem ausufernden Rabatt-Manie in den Supermärkten ?”
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Karl (80), aus Perchtoldsdorf fragt:
„ Wer profitiert eigentlich von der extrem ausufernden Rabatt-Manie in den Supermärkten ?”
Unsere Forscherin:
Christina Holweg
Assoziierte Professorin am Institut für Handel und Marketing
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#10
07.02.2019
Eva Maria (47), Unternehmensberaterin aus Stockerau, fragt:
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Eva Maria (47), Unternehmensberaterin aus Stockerau, fragt:
„Welche Entlohnungssysteme sehen Sie, die die Selbstmotivation, Eigenverantwortung und die unternehmerische Mitverantwortung von Mitarbeitern steigern? ”
Unser Forscher:
Wolfgang Mayrhofer
Professor am Interdisziplinären Institut für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management
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#8
28.01.2019
Maximilian (20), Student aus Lassing, fragt:
„Warum sind die Preise, die Landwirte für landwirtschaftliche Rohprodukte bekommen, in den letzten 25 Jahren kaum gestiegen?”
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Maximilian (20), Student aus Lassing, fragt:
„Warum sind die Preise, die Landwirte für landwirtschaftliche Rohprodukte bekommen, in den letzten 25 Jahren kaum gestiegen?”
Unser Forscher:
Christoph Weiss
Professor am Institut für Volkswirtschaftspolitik und Industrieökonomik
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#6
16.01.2019
Christoph (38), CRM-Manager, fragt:
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Christoph (38), CRM-Manager, fragt:
„Was bedeutet die Datenschutzgrundverordnung für Methoden wie Analytisches CRM? ”
Unser Forscher:
Thomas Reutterer
Professor am Institut für Service Marketing und Tourismus
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#4
08.11.2018
Alexander (44), Unternehmer aus Wien, fragt:
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Alexander (44), Unternehmer aus Wien, fragt:
„Wie wirken sich Start-Up Förderungen auf das Wirtschaftswachstum aus?”
Unser Forscher:
Rudolf Dömötör
Direktor des WU Gründungszentrums

Die Förderung von innovativen Gründungsprojekten ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Instrument. Start-ups weisen ein hohes Potenzial für künftiges Wachstum und neue Arbeitsplätze auf. Doch: keine Chance ohne Risiko. Dem großen Zukunftspotenzial steht aufgrund des hohen Innovationsgrads der Gründungsideen auch ein höheres Risiko eines möglichen Scheiterns gegenüber. Viele Start-ups – und hier vor allem die besonders technologieorientierten – wären ohne öffentliche Förderung schon sehr früh gezwungen, aufzugeben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Investitionsrisiko für private Kapitalgeber in den frühen Unternehmensphasen noch zu hoch ist, also wenn der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit darauf liegt, Produkte und Technologien neu zu entwickeln. Mit Hilfe öffentlicher Förderungen wird dieses Marktversagen, also der Mangel an privatem Kapital (Investoren) für frühphasige Innovations- und Entwicklungsprojekte, ausgeglichen. Vereinfacht gesagt wird dadurch in vielen Fällen überhaupt erst die Entstehung eines Start-ups ermöglicht. Sie helfen den Start-ups „aus der Wiege“, um später auf eigenen Beinen stehen zu können.

So zeigen auch die Ergebnisse des ersten Austrian Startup Monitors, unserer bisher größten Studie zum Start-up-Geschehen in Österreich gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology und AustrianStartups, dass öffentliche Förderungen eine wichtige Finanzierungsquelle sind und von 55% der Start-ups in Anspruch genommen werden.

Typische Formen von Förderungen sind Zuschüsse oder begünstigte Darlehen. Co-Investments aus privaten und öffentlichen Mitteln stellen einen effektiven Wachstumsbeschleuniger für Start-ups dar, deren Technologie- und Produktentwicklung (weitgehend) abgeschlossen ist und die bereits am Markt aktiv sind. Deregulierungen wiederum können positive Auswirkungen auf die Neugestaltung ganzer Branchen haben. Das beste Beispiel dafür ist wohl die Liberalisierung der Telekommunikationsbranche in den 1990er Jahren. Sie bereitete den Weg für die digitale Revolution und die Entwicklung von Produkten und Anwendungen, die heute selbstverständliche Begleiter sind – vom Smartphone bis hin zu Social Media. Viele von ihnen entstanden in Start-ups. Diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass weitgehend Konsens darüber besteht, dass die Förderung von Start-ups in der Regel eine positive Auswirkung auf das Wirtschaftswachstum hat.

Derzeit sind uns jedoch keine eindeutigen wissenschaftlichen Befunde bekannt, die die Effekte der unterschiedlichen Formen der Start-up-Förderung auf das Wirtschaftswachstum dezidiert miteinander vergleichen.

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#2
07.11.2018
Juliane (21), Frisörin aus Wien, fragt:
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Juliane (21), Frisörin aus Wien, fragt:
„Dürfen Facebook und Instagram Fotos von meinem Account benutzen?”
Unser Forscher:
Harald Eberhard
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht
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#77
07.10.2019
Michael (43), aus Leonding fragt:
„Was sind die soziologischen und ökonomischen Voraussetzungen - so es diesen Zusammenhang gibt- dass sich eine Person für Nachhaltigkeit allgemein und Klimaschutz insbesondere interessiert bzw als Ziel einsetzen kann? ”
In Kürze sehen Sie hier die Antwort der WU!
Michael (43), aus Leonding fragt:
„Was sind die soziologischen und ökonomischen Voraussetzungen - so es diesen Zusammenhang gibt- dass sich eine Person für Nachhaltigkeit allgemein und Klimaschutz insbesondere interessiert bzw als Ziel einsetzen kann? ”
Unser Forscher:
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#75
03.10.2019
Sarah (26), Angestellte aus Wien, fragt:
„Welchen Faktor spielt die Landwirtschaft oder die Massentierhaltung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Treibhausgasemissionen?”
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Sarah (26), Angestellte aus Wien, fragt:
„Welchen Faktor spielt die Landwirtschaft oder die Massentierhaltung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Treibhausgasemissionen?”
Unsere Forscherin:
Sigrid Stagl
Professorin am Institute for Ecological Economics
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#73
27.09.2019
Michael (52), Wissenschaftler aus Wien fragt:
„Warum werden eigentlich derzeit auf der Welt überall die Reichen reicher und die Armen ärmer? Ist das ein Naturgesetz, oder ist das die Folge von Gesetzen, die von Politikern gemacht werden, die von den Reichen gekauft sind?”
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Michael (52), Wissenschaftler aus Wien fragt:
„Warum werden eigentlich derzeit auf der Welt überall die Reichen reicher und die Armen ärmer? Ist das ein Naturgesetz, oder ist das die Folge von Gesetzen, die von Politikern gemacht werden, die von den Reichen gekauft sind?”
Unser Forscher:
Wilfried Altzinger
Leiter des Forschungsinstituts Economics of Inequality

Die Frage, ob die steigende Ungleichheit einem Naturgesetz folgt oder das Ergebnis von menschlichem Handeln in Form der Verabschiedung von Gesetzen ist, ist eine so einfache wie schwierige Frage! Im Unterschied zu den Naturwissenschaften gibt es in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften keine allgemein gültigen Gesetze, da alle ökonomischen und sozialen Entscheidungen menschengemacht sind. Insofern sind „Naturgesetze“ in der Ökonomie nicht möglich.

Entscheidungen über die Funktionsmechanismen von Märkten sowie deren Regulierung werden immer entsprechend den aktuellen Kräfteverhältnissen von Gruppierungen mit divergierenden Interessen getroffen. Dies sieht man auch an der historischen Entwicklung unserer Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Die wirtschaftliche Entwicklung in den 1960er und 1970er Jahren war stark von hohem Wirtschaftswachstum und niedriger Arbeitslosigkeit geprägt, sodass die ArbeitnehmerInnenseite am wirtschaftlichen Fortschritt stark partizipieren konnte. Nach den Wirtschaftskrisen 1975 bzw. 1981 stieg die Arbeitslosigkeit stark an, wodurch sich die Teilhabe am wirtschaftlichen Fortschritt für einen Großteil der ArbeitnehmerInnenschaft erheblich verschlechterte. Steigende Ungleichheiten in der Einkommens- und Vermögensverteilung waren und sind die direkte Folge. Durch die Globalisierung der Weltwirtschaft wurde die Bildung von großen multinationalen Unternehmungen stark forciert, wodurch sich die Konzentration verschärfte. Damit verbunden war und ist jedoch ein deutlicher Bedeutungsgewinn dieser Unternehmen im globalen Entscheidungsprozess, was letztlich aber die demokratische Grundstruktur unserer Gesellschaften gefährden kann.

Voraussetzung für ein Umdenken der Politik sind eine umfassende Diskussion über die Ursachen dieser Entwicklung, die Offenlegung der bestehenden Machtstrukturen sowie die Ausarbeitung von Gegenkonzepten.

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#71
20.09.2019
Bernd (58), aus Waldzell fragt:
„Es scheint so als wäre nach der Finanzkrise 2008 nichts unternommen worden, um weitere Krisen zu verhindern; durch weitere amerikanische Gesetze zu Liberalisierung der Märkte, sogar eher das Gegenteil dazu unterstützt wird. Warum ist das so und wie ließe sich das rückgängig machen, um weitere weltweite Finanzkrisen zu verhindern?”
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Bernd (58), aus Waldzell fragt:
„Es scheint so als wäre nach der Finanzkrise 2008 nichts unternommen worden, um weitere Krisen zu verhindern; durch weitere amerikanische Gesetze zu Liberalisierung der Märkte, sogar eher das Gegenteil dazu unterstützt wird. Warum ist das so und wie ließe sich das rückgängig machen, um weitere weltweite Finanzkrisen zu verhindern?”
Unser Forscher:
Stefan Pichler
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

Nach 2008 wurden von verschiedenen Regierungen als Reaktion zahlreiche, sehr einschneidende Regulierungsmaßnahmen gesetzt, wobei die USA sogar schneller und auch strenger reagiert haben als die EU. Zu den wichtigsten Maßnahmen im Bankbereich zählen die drastische Erhöhung des Mindesteigenkapitals vor allem für systemrelevante Banken in Verbindung mit verschärften Regeln für die Mindestliquidität, die Abwicklung von Bankinsolvenzen und den maximalen Verschuldungsgrad. Auf den Finanzmärkten ist vor allem die durch Meldepflichten und zentralen Clearingstellen erhöhte Transparenz zu nennen. Ebenso gibt es strengere Regeln zur Begrenzung von Manager-Boni im Finanzbereich und zahlreiche neue Versuche zur Entschärfung von Interessenskonflikten. Von einer Liberalisierung zu sprechen, widerspricht einfach den Tatsachen. Allerdings muss man hinterfragen, ob diese Maßnahmen auch wirklich ausreichend sind, um weltweite Finanzkrisen in Zukunft völlig zu verhindern. Vor allem der Umstand, dass die Finanzmärkte immer noch davon ausgehen können, dass Großbanken im Krisenfall entgegen aller Regeln dennoch Staatshilfe erhalten, könnte wieder zu Phasen einer exzessiven Risikoübernahme führen. Es gibt daher auch viele Stimmen, die glauben, dass eher eine intelligente Deregulierung zukünftige Krisen verhindern kann als eine weitere Verschärfung der Regulierung.

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#69
16.09.2019
Irmgard (70+), Aktivistin aus Kirchfidisch, fragt:
„Welche wissenschaftlichen Maßnahmen gegen Korruption sollten für Wirtschaft-, Industrie- und Finanzgeschäfte verpflichtend sein (werden), die globale Ausbeutung von Mensch und Natur beenden - und welche Massnahmen müssten greifend werden, um Wiedergutmachung zu bewirken?”
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Irmgard (70+), Aktivistin aus Kirchfidisch, fragt:
„Welche wissenschaftlichen Maßnahmen gegen Korruption sollten für Wirtschaft-, Industrie- und Finanzgeschäfte verpflichtend sein (werden), die globale Ausbeutung von Mensch und Natur beenden - und welche Massnahmen müssten greifend werden, um Wiedergutmachung zu bewirken?”
Unser Forscher:
Günter Stahl
Professor am Institut für International Business
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#67
12.09.2019
Matthias (18), aus Baden, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit (wenn er durchgesetzt wird) auf die Arbeitsplätze in Österreich aus?”
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Matthias (18), aus Baden, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit (wenn er durchgesetzt wird) auf die Arbeitsplätze in Österreich aus?”
Unser Forscher:
Harald Oberhofer
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#65
27.08.2019
Dominik (25), Student aus Linz fragt:
„Wie können die Finanzmärkte so reguliert werden, dass eine ähnliche Krise wie 2008 verhindert werden kann? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit die Finanzmärkte wieder effizienter eingesetzt werden, d.h. das investierte Kapital effizienter in der Realwirtschaft ankommt? ”
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Dominik (25), Student aus Linz fragt:
„Wie können die Finanzmärkte so reguliert werden, dass eine ähnliche Krise wie 2008 verhindert werden kann? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit die Finanzmärkte wieder effizienter eingesetzt werden, d.h. das investierte Kapital effizienter in der Realwirtschaft ankommt? ”
Unser Forscher:
Christian Laux
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

Dies sind zwei sehr grundlegende Fragen, und es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die wichtig sind. Aufgrund der gebotenen Kürze kann ich hier nur einen Aspekt exemplarisch aufgreifen.

Regeln über spezifische Kapitalanforderungen, Liquiditätsreserven, die Messung von Vermögenswerten und Verlusten bilden wichtige Rahmenbedingungen. Aber es besteht die Gefahr einer Stabilitätsillusion, wenn man meint, durch immer spezifischere und detaillierte Regeln Fehlanreize bei der Kapitalallokation steuern zu können. Vielmehr ist wichtig, dass Banken die wahren Kosten der von ihnen übernommenen Risiken berücksichtigen und einpreisen. Auch aus diesem Grund ist eine deutlich höhere Eigenkapitalausstattung der Banken wichtig, nicht nur, damit Banken fähig sind, Risiken selbst zu tragen. Transparenz und Regulierung müssen darüber hinaus auch den Kapitalgebern der Banken die Möglichkeit und die Anreize geben, Ausfallrisiken richtig zu bewerten. Dazu gehört auch ein Mechanismus, der es ermöglicht, dass Banken in einer finanziellen Schieflage abgewickelt werden können, ohne Ansteckungseffekte für andere Banken oder das Finanzsystem zu riskieren. Auch wenn der Staat heute staatliche Hilfen per Ankündigung ausschließt, ist dies ohne diese Mechanismen nicht glaubwürdig. Im Zweifel wird der Staat ein Finanzinstitut retten und argumentieren, dass dies für die Finanzstabilität systemisch wichtig ist. Dies wird von Marktteilnehmer/innen/n antizipiert und verzerrt Preise und Kapitalallokationsentscheidungen. Wenn Banken und deren Kapitalgeber die eingegangenen Risiken richtig bewerten, dann leistet dies auch einen wichtigen Beitrag für eine effiziente und nachhaltige Allokation von Kapital in der Realwirtschaft.

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#63
22.08.2019
Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Sind bei Transportemissionswerten auch der Flugverkehr eingerechnet? Und die Emissionen, die für die Stromproduktion für Elektroautos anfallen?”
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Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Sind bei Transportemissionswerten auch der Flugverkehr eingerechnet? Und die Emissionen, die für die Stromproduktion für Elektroautos anfallen?”
Unsere Forscherin:
Stefanie Peer
Wissenschaftlerin am Institute for Multilevel Governance and Development

Gemäß internationalen Berichtspflichten werden den nationalen Treibhausgas-Emissionen im Sektor Verkehr nur die inländischen Flüge mit Start und Landung zugerechnet. In Österreich machen die nationalen Flugbewegungen daher nur einen sehr kleinen Teil der verkehrsbezogenen Treibhausgas-Emissionen (gemessen in CO2-Äquivalenten) aus. Diese werden ganz klar vom Straßenverkehr dominiert. So betrugen 2016 die Treibhausgas-Emissionen aus dem nationalen Flugverkehr 0,05 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, während der Straßenverkehr Emissionen in der Höhe von 22,8 Mio. Tonnen aufwies. Auf EU-Ebene werden internationale Flüge mit Start und/oder Landung in einem EU-Land dem Sektor Verkehr zugerechnet. Internationalen Flüge mit Start oder Landung in Österreich haben im Jahr 2016 Treibhausgas-Emissionen in der Höhe von 2,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten verursacht.

Treibhausgas-Emissionen, die für den Stromverbrauch von Elektroautos anfallen, werden bisher nicht in die nationalen oder internationalen Treibhausgas-Statistiken für den Sektor Verkehr miteingerechnet. Dies hängt unter anderem auch damit zusammen, dass es schwierig zu messen ist, welcher Anteil des Stromverbrauchs für Elektro- und Hybridautos anfällt.

Quellen:
EUROSTAT: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/pdfscache/1180.pdf
Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0660.pdf

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#61
06.08.2019
Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Wäre eine Importverbot für Palmöl und Soja eine Lösung? (Soja wird bei intensiver Tierhaltung benötigt, wird aber nicht zu 100% verwertet, d.h. es werden Unmengen von Stickstoff u. Nitraten durch die Gülle auf die Felder aufgebracht) ”
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Wäre eine Importverbot für Palmöl und Soja eine Lösung? (Soja wird bei intensiver Tierhaltung benötigt, wird aber nicht zu 100% verwertet, d.h. es werden Unmengen von Stickstoff u. Nitraten durch die Gülle auf die Felder aufgebracht) ”
Unser Forscher:
Martin Bruckner
Wissenschaftler am Institut für Ökologische Ökonomie

Ein Importverbot für Palmöl und Soja würde bei unverändertem Konsum ausschließlich zu einer Verlagerung auf andere Pflanzenöle und Futtermittel führen, die zum größten Teil auch importiert werden müssten. Würde man Palmöl aus Indonesien durch Öl aus heimischem Raps ersetzen, bräuchte man dafür in Österreich dreimal so viel Fläche. Die Anbauflächen innerhalb Österreichs können jedoch nur geringfügig erweitert werden. Österreich ist damit bei aktuellen Konsumgewohnheiten von Importen abhängig.

Das führt auch dazu, dass lokale Nährstoffkreisläufe unterbrochen werden, manche Länder somit an übermäßiger Nitratbelastung leiden, während die Nährstoffe anderswo durch intensive Düngung künstlich zugeführt werden müssen.

Dieser Problemlage könnte nur dadurch effektiv begegnet werden, indem regionale Konsummuster und Produktionsweisen an die regionale Verfügbarkeit von Anbauflächen z.B. zur Produktion von Futtermitteln angepasst werden. Dies würde für Österreich vor allem eine Verringerung der Tierhaltung sowie des Konsums tierischer Produkte erfordern.

Neben tierischen Produkten spielt aber auch die stoffliche und energetische Nutzung von Agrarrohstoffen eine wachsende Rolle. So wird in Europa zum Beispiel ein großer Teil des benötigten Palmöls zu Biodiesel, Waschmitteln oder Kosmetikprodukten verarbeitet. Und der Bedarf steigt. Vor diesem Hintergrund sind politische Bestrebungen, die Bioökonomie zu einem wichtigen Industriezweig auszubauen, einer kritischen Bewertung zu unterziehen.

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#59
31.07.2019
Helmut (57), Mathematiker aus Linz, fragt:
„Gibt es in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem einen stabilen steady state? Wenn ja, wie schaut er aus? Wenn nein, heißt das, ist unser Wirtschaftssystem zu ewigen Wachstum gezwungen?”
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Helmut (57), Mathematiker aus Linz, fragt:
„Gibt es in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem einen stabilen steady state? Wenn ja, wie schaut er aus? Wenn nein, heißt das, ist unser Wirtschaftssystem zu ewigen Wachstum gezwungen?”
Unser Forscher:
Jesus Crespo Cuaresma
Professor am Institut für Makroökonomie

Langfristiges Wirtschaftswachstum wird in modernen, industrialisierten Ländern hauptsächlich durch Humankapital und Innovationsfähigkeit bestimmt. ÖkonomInnen modellieren Wirtschaftswachstum mit Hilfe von aggregierten Produktionsfunktionen. Die Akkumulierung von physischem Kapital und Arbeitsvolumen, sowie die Entwicklung der Arbeitsproduktivität sind die zentralen Bestimmungsfaktoren des langfristigen Gleichgewichts einer Volkswirtschaft. In einer Volkswirtschaft, in der weder physisches Kapital noch Arbeitsvolumen wachsen, würde das Einkommen pro Kopf trotzdem weiter steigen, wenn technischer Fortschritt zu höherer Arbeitsproduktivität führe. Es gibt ausreichende empirische Evidenz, dass Bildung als Katalysator von Innovationsfähigkeit und technischem Fortschritt eine zentrale Rolle spielt, und dass der Ausbau des Zugangs zum Bildungswesen im letzten Jahrhundert extrem wichtig für die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums weltweit gewesen ist. In diesem Sinne ist unser Wirtschaftssystem nur „zu Wachstum gezwungen“, wenn Menschen über die Zeit produktiver werden und dadurch mehr Wohlstand als vergangene Generationen genießen können. Dies wird weiterhin der Fall sein, solange unser Humankapital weiter zu Innovationen und technischem Fortschritt führt.

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#57
25.07.2019
Klaus (35), aus Wien fragt:
„Warum schaffen es Gesellschaften nicht die Kluft zwischen arm und reich zu verringern?”
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Klaus (35), aus Wien fragt:
„Warum schaffen es Gesellschaften nicht die Kluft zwischen arm und reich zu verringern?”
Unser Forscher:
Wilfried Altzinger
Professor am Forschungsinstitut für Verteilungsfragen
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#55
22.07.2019
Günter (45), Unternehmer aus Mistelbach, fragt:
„Wie hat sich die physische Handelsbilanz in Österreich und in der Europäischen Union , wie auch in den anderen großen Wirtschaftsregionen der Welt in den letzten 50 jahren entwickelt und welche realistisch umsetzbaren Maßnahmen für eine signifikante Reduktion sieht die Forschung hierzu?”
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Günter (45), Unternehmer aus Mistelbach, fragt:
„Wie hat sich die physische Handelsbilanz in Österreich und in der Europäischen Union , wie auch in den anderen großen Wirtschaftsregionen der Welt in den letzten 50 jahren entwickelt und welche realistisch umsetzbaren Maßnahmen für eine signifikante Reduktion sieht die Forschung hierzu?”
Unser Forscher:
Franz Stephan Lutter
Wissenschaftler am Institut für Ecological Economics

Die direkte physische Handelsbilanz (PTB) eines Landes errechnet sich als die Differenz von physischen Importen und Exporten. Laut dem International Resource Panel der Vereinten Nationen (UN IRP) nahm Österreichs PTB im Zeitraum 1970-2015 um rund 50% zu und betrug im Jahr 2015 etwa 2,5 Tonnen pro Kopf – bei einem Rohstoffkonsum (errechnet als heimische Entnahme plus PTB) von 15,8 Tonnen pro Kopf. Damit liegt Österreich 50% über dem Europäischen Durchschnitt. Exportorientierte Länder wie Brasilien haben eine negative PTB – es werden also mehr Güter exportiert als importiert. Die PTB Brasiliens stieg im oben genannten Zeitraum auf das 15-fache und betrug -2,3 Tonnen pro Kopf, bei einem Konsum von 16,4 Tonnen pro Kopf. China hat seit 1993 eine positive und ständig zunehmende PTB, lag aber mit 1,2 Tonnen pro Kopf in 2015 unter dem Europäischen Durchschnitt. Es wird argumentiert, dass auch jene Rohstoffmengen miteinbezogen werden müssen, die notwendig waren, um die gehandelten Produkte herzustellen. Tut man dies, so war die Handelsbilanz Österreichs in 2015 mehr als sieben Mal so hoch, der Pro-Kopf-Konsum steigt dann auf 32 Tonnen pro Jahr. Gesteigerte Ressourceneffizienz kann zu einer Reduktion des Rohstoffbedarfs führen. Jedoch muss dem sogenannten „Rebound-Effekt“ entgegengewirkt werden, um zu vermeiden, dass Effizienzsteigerungen nicht zu höherer Nachfrage nach Rohstoffen führen.

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#53
11.07.2019
Wolfgang (61), Marketingexperte aus Wien, fragt:
„In den USA sind in letzten Jahrzehnten die führenden Unternehmen der digitalen Technologien aus dem Nichts heraus entstanden auch in China erleben wir eine rasante Transformation. Welche Faktoren waren entscheidend, dass Europa an dieser Entwicklung so gut wie keinen Anteil gehabt hat? Was müsste sich in der EU ändern?”
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Wolfgang (61), Marketingexperte aus Wien, fragt:
„In den USA sind in letzten Jahrzehnten die führenden Unternehmen der digitalen Technologien aus dem Nichts heraus entstanden auch in China erleben wir eine rasante Transformation. Welche Faktoren waren entscheidend, dass Europa an dieser Entwicklung so gut wie keinen Anteil gehabt hat? Was müsste sich in der EU ändern?”
Unser Forscher:
Alfred Taudes
Professor am Institut für Produktionsmanagement

Europa hat keinen digitalen Binnenmarkt: In jedem Land sind andere Vorschriften zu beachten, wodurch sich Softwareentwicklung und Marketing verteuern. Die USA und China sind große, homogene Märkte, in denen digitale Geschäftsmodelle schnell skalieren und aufgrund des Netzwerkeffekts rasch eine unangefochtene Marktposition erreichen. Die EU müsste daher massiv die wirtschaftliche Integration vorantreiben.
9 von 10 Hightech-Start-ups bringen nicht den erwarteten Erfolg. Dies ist für einen Kreditgeber viel zu riskant. Damit verbunden ist auch, dass die ErfinderInnen für Risikoübernahme belohnt werden müssen, ein Angestelltenverhältnis passt hier nicht. Das Silicon Valley hat daher neue Organisationsformen entwickelt: Business Angels, Start-up-Acceleratoren und unternehmerische Universitäten schaffen geeignete Rahmenbedingungen für junge Hightech-Unternehmen. Wenn ein Venture Capitalist Eigenkapitalanteile übernimmt, und das erfolgreiche Start-up-Unternehmen eine Weltdominanz erreicht, funktioniert die Finanzierung. Hier ist in letzter Zeit viel in Europa geschehen, an der WU gibt es z.B. ein Gründungszentrum. Von einem Gleichstand kann aber noch keine Rede sein und die Bemühungen sind zu intensivieren.

Nicht vergessen sollte man, dass in den USA durch die militärische Forschung sehr viele Basisinnovationen entstehen, die dann in kommerzielle Produkte eingehen. Auch ist das Datenschutzrecht liberaler. China hat mithilfe des Staates ein eigenes leistungsfähiges Innovationssystem entwickelt, das auch vom großen Binnenmarkt, staatlicher Intervention und Datenfreiheit profitiert. Europa kann und soll diese Aspekte nicht kopieren. Vielmehr sollten wir eine unseren Wertesystemen entsprechende Innovationskultur entwickeln. Die Blockchain-Technologie bietet hierzu die Möglichkeit und mit dem Forschungsinstitut für Kryptoökonomie und dem Austrian Blockchain Center ist die WU Wien hier sehr aktiv.

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#51
04.07.2019
Nebil (22 ), Student aus Paderborn (DE), fragt:
„Wie sieht es rechtlich bei Vergleichsportalen (z.B Check24) aus. Welche Gesetzeslage gilt um verschiedene Internetseiten miteinader zu vergleichen? Müssen sich Vergleichsportale von jeder Seite das rechtliche Ok holen, um diese auf ihrer Webseite anzeigen zu dürfen? Dürfen Bilder ohne Erlaubnis der Webseite auf dem Vergleichsportal angezeigt werden? ”
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Nebil (22 ), Student aus Paderborn (DE), fragt:
„Wie sieht es rechtlich bei Vergleichsportalen (z.B Check24) aus. Welche Gesetzeslage gilt um verschiedene Internetseiten miteinader zu vergleichen? Müssen sich Vergleichsportale von jeder Seite das rechtliche Ok holen, um diese auf ihrer Webseite anzeigen zu dürfen? Dürfen Bilder ohne Erlaubnis der Webseite auf dem Vergleichsportal angezeigt werden? ”
Unser Forscher:
Martin Winner
Professor an der Abteilung für Informations- und Immaterialgüterrecht

Online-Vergleichsportale sind Bestandteil des täglichen Lebens, da sie es KonsumentInnen ermöglichen, eine Vielzahl von Angeboten rasch miteinander zu vergleichen. Diese Plattformen können aus verschiedenen Perspektiven rechtlich beurteilt werden, wovon wir einige (aber nicht alle!) aufzeigen wollen:

Beim Vergleich von Angeboten unterschiedlicher Anbieter ist vor allem das Wettbewerbsrecht zu beachten. Das betrifft insbesondere jene Portale, die von keiner unabhängigen Institution (z.B. Verein für Konsumenteninformation oder Stiftung Warentest) betrieben werden, sondern von den angebotenen Vergleichen finanziell profitieren (z.B. über Provisionszahlungen). Diese haben bei ihrem Vergleichsangebot besonders darauf zu achten, die Nutzer nicht zu täuschen (z.B. über die Preiswürdigkeit eines Angebots oder die Anzahl an berücksichtigten Anbietern) und somit gegen das Irreführungsverbot zu verstoßen.

Zwischen Vergleichsportalen und den einzelnen Anbietern gibt es häufig einen Vertrag, in dem die wechselseitigen Rechte und Pflichten festlegt werden. Angebote werden aber auch ohne Zustimmung der jeweiligen Unternehmen auf Vergleichsportalen herangezogen. Mittels eines technischen Verfahrens werden die Inhalte aus den Datenbanken der Anbieter ausgelesen und auf dem Portal ausgewertet (sogenanntes „Screen Scraping“). Dieses Vorgehen ist aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive grundsätzlich zulässig, sofern dabei keine technischen Schutzmaßnahmen des Anbieters überwunden werden.

Im Rahmen des „Screen Scraping“ kann es aber zu Urheberrechtsverletzungen kommen, wenn von Vergleichsportalen urheberrechtlich geschützte Werke, z.B. Texte oder Grafiken, ohne Zustimmung der Urheber verwertet werden. Ferner ist der Investitionsschutz der Datenbankhersteller zu beachten: Eine Datenbankverwertung oder die Herstellerinteressen dürfen nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Einzelfall kann auch das Kartellrecht schlagend werden, insbesondere, wenn bestimmte Anbieter sich verpflichten, keinem anderen Vergleichsportal bessere Konditionen zu gewähren.

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#49
26.06.2019
Klaus (35), aus Wien fragt:
„Stichwort 2-Klassen-System der Medizin: Wäre es zielführend private Gesundheitsdienstleistungen höher zu besteuern, um mit diesen Mehreinnahmen das öffentliche Gesundheitssystem zu stützen?”
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Klaus (35), aus Wien fragt:
„Stichwort 2-Klassen-System der Medizin: Wäre es zielführend private Gesundheitsdienstleistungen höher zu besteuern, um mit diesen Mehreinnahmen das öffentliche Gesundheitssystem zu stützen?”
Unser Forscher:
August Österle
Professor am Institut für Sozialpolitik

In Österreich bzw. in Europa gibt es einen breiten Konsens, dass die Qualität der medizinischen Versorgung nicht von den individuellen finanziellen Mitteln abhängig sein sollte. Auch auf globaler Ebene findet dieses Ziel unter dem Titel Universal Health Coverage (UHC) breite Unterstützung. Im europäischen Kontext wird der Umfang und die Qualität dieser Gesundheitsversorgung für alle relativ breit definiert. Die Frage ist, ob oder in welchen Bereichen es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass Teile der Bevölkerung durch zusätzliche, privat finanzierte medizinische Leistungen eine höhere Versorgungsqualität erreichen. Je nachdem wie der grundlegende Versorgungsstandard und darauf aufbauende, privat finanzierte Zusatzangebote definiert sind, entsteht ein 2- oder auch Mehr-Klassen-System in der Medizin.

Abgesehen von diesen Grenzziehungen stellt sich die Frage nach der Finanzierung einer umfassenden und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung für alle. Typischerweise werden dafür Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge verwendet, in kleinerem Rahmen auch Selbstbehalte. Eine zweckgebundene Besteuerung von privaten Gesundheitsleistungen (über die übliche Besteuerung von privaten wirtschaftlichen Aktivitäten hinaus) scheint eher problematisch. Zielführender wäre es, den ermittelten Finanzierungsbedarf durch einen entsprechenden Anteil an den gesamten Steuereinnahmen zu decken. Dies entspräche dem finanzwirtschaftlichen Gesamtdeckungsprinzip („Nonaffektationsprinzip“). Zudem würden keine expliziten Anreize gesetzt, den privat finanzierten Konsum von Gesundheitsleistungen, die über den definierten allgemeinen Standard hinausgehen, zu vermindern. Letzteres hätte Auswirkungen auf die Gesundheit des Individuums (und dessen möglichen Bedarf an Leistungen aus dem öffentlichen Gesundheitswesen), aber auch für möglicherweise innovative Wege in der Gesundheitsversorgung. Würde nicht auf die Einnahmen- sondern die Lenkungswirkung einer Steuer abgestellt, schiene es sinnvoller Anreize gegen gesundheitsschädliches Verhalten zu setzen und nicht gesundheitsförderlichem Verhalten entgegenzuwirken.

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#47
19.06.2019
Lucia (32), Kindergartenleiterin aus Linz fragt:
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Lucia (32), Kindergartenleiterin aus Linz fragt:
„”
Unser Forscher:
Daniel Blum
Wissenschaftler am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht

Das österreichische Einkommensteuerrecht verfolgt das Ziel, jede(n) Steuerpflichtige(n) entsprechend seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu besteuern. Diese wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bemisst das Gesetz anhand der Gesamtsumme aller von Ihnen im selben Kalenderjahr bezogenen Einkünfte, abzüglich der damit verbundenen Aufwendungen. Ob Sie Ihr Jahreseinkommen daher durch eine, zwei oder vielleicht sogar mehrere Tätigkeiten erzielen, ist dem Steuerrecht egal, da es eine Gesamtbetrachtung anstellt. Diese Gesamtbetrachtung soll sicherstellen, dass vergleichbare Steuerpflichtige, d.h. solche mit demselben Gesamtjahreseinkommen, auch der gleichen Steuerlast unterliegen. Eine solche Gleichbehandlung ist nicht nur ein politisch wünschenswertes Ziel (Stichwort: Fairness), sondern wird von unserer Bundesverfassung sogar verlangt (durch den sogenannten Gleichbehandlungsgrundsatz). Würden Sie etwa mit den Einkünften, die Sie durch das nebenberufliche Abhalten von Kursen erzielen, nicht der Einkommensteuer unterliegen, wären Sie bessergestellt als jemand, der dasselbe Jahreseinkommen wie Sie (d.h. Gehalt aus Berufstätigkeit + Kurse), allerdings aus einer einzigen Quelle (z.B. nur als Gehalt), bezieht.

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#45
14.06.2019
Siba (19), Studentin aus Syrien fragt:
„Ist eine Weltwirtschaftskrise durch die ganzen geopolitischen Veränderungen und internationalen Konfliktherde unserer Zeit (China - USA - Russland, diverse Konflikte im Nahen Osten, Krisen in Südamerika) in naher Zukunft unabwendbar?”
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Siba (19), Studentin aus Syrien fragt:
„Ist eine Weltwirtschaftskrise durch die ganzen geopolitischen Veränderungen und internationalen Konfliktherde unserer Zeit (China - USA - Russland, diverse Konflikte im Nahen Osten, Krisen in Südamerika) in naher Zukunft unabwendbar?”
Unser Forscher:
Thomas Plümper
Professor am Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung

Weltwirtschaftskrisen können durch internationale Konflikte ausgelöst, verstärkt oder verlängert werden. Das beste Beispiel liefert die Weltwirtschaftskrise von 1929. Diese begann als Finanzmarktkrise, entwickelte sich durch protektionistische Reflexe betroffener Länder zu einer Weltwirtschaftskrise, und trug durch das Erstarken radikaler politischer Kräfte zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges bei. Generell besteht diese Logik bis heute fort. Die vielleicht gröβte Gefahr geht derzeit von der abnehmenden Bereitschaft der USA aus, das liberale Weltwirtschaftssystem zu verteidigen. Im Unterschied zu 1929 existieren jedoch deutlich stabilere internationale Institutionen und die großen wirtschaftlichen Mächte verfügen über die Erfahrung aus vergangenen Krisen. Eine Eskalation ist deshalb bei allem gegenwärtigen Säbelrasseln weniger wahrscheinlich. Auch die aktuellen regionalen politischen Konflikte weisen nicht das Potential auf, eine globale Wirtschaftskrise auszulösen. Keine der Konfliktparteien verfügt über ausreichend Marktmacht, um durch Angebotsverknappung und die daraus resultierenden Preissteigerungen für strategisch wichtige Güter – wie dies für Wirtschaftskrisen typisch ist – die Weltwirtschaft grundlegend zu destabilisieren. Keine Weltwirtschaftskrise ist unabwendbar und jeder politische Konflikt kann durch politischen Willen, Kompromissbereitschaft und diplomatisches Geschick eingedämmt werden. Es mag also einen Zusammenhang zwischen internationalen Konflikten und Weltwirtschaftskrisen geben – unabwendbar ist dieses Schicksal jedoch keineswegs.

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#43
06.06.2019
Thomas (59), Geschäftsführer Markenagentur aus Wien fragt:
„Die ''Assets'' der meisten Unternehmen haben sich den letzten 30 Jahren massiv gewandelt. Von materiellen zu immateriellen Assets. Insbesondere bei Marken gilt eine seltsame Rechtslage: selbsterstellt = nicht aktivierbar; zugekauft = aktivierbar. Wie erklärt die Wissenschaft diese Schieflage heute? Welche Wege empfiehlt die Wissenschaft, um solche Fragen "fachübergreifend" zu lösen? ”
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Thomas (59), Geschäftsführer Markenagentur aus Wien fragt:
„Die ''Assets'' der meisten Unternehmen haben sich den letzten 30 Jahren massiv gewandelt. Von materiellen zu immateriellen Assets. Insbesondere bei Marken gilt eine seltsame Rechtslage: selbsterstellt = nicht aktivierbar; zugekauft = aktivierbar. Wie erklärt die Wissenschaft diese Schieflage heute? Welche Wege empfiehlt die Wissenschaft, um solche Fragen "fachübergreifend" zu lösen? ”
Unser Forscher:
Matthias Petutschnig
Wissenschaftler der Abteilung für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
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#41
29.05.2019
Lukas (32), Investor und Aktionär, aus Wolfsberg fragt:
„Warum ist das so, dass bis heute nur eine Frau den "Wirtschaftsnobelpreis" gewonnen hat?”
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Lukas (32), Investor und Aktionär, aus Wolfsberg fragt:
„Warum ist das so, dass bis heute nur eine Frau den "Wirtschaftsnobelpreis" gewonnen hat?”
Unsere Forscherin:
Heike Mensi-Klarbach
Wissenschaftlerin am Institut für Gender und Diversität in Organisationen

Dieselbe Frage wurde vergangenes Jahr von einem Journalisten den Mitgliedern des Nobel Prize Committees gestellt[1]. Diese sahen vor allem die geringe Anzahl an Forscherinnen in den jeweiligen Disziplinen als Grund. Der Vorsitzende des Komitees für den „Wirtschaftsnobelpreis“, Per Stromberg, meinte, dass die steigende Anzahl an Frauen in der Wissenschaft zukünftig auch zu mehr Preisträgerinnen führen würde. In den aktuellen Rankings der einflussreichsten ÖkonomInnen finden sich jedoch nach wie vor nur sehr wenige Frauen[2]. Wie ist das erklärbar? Der „Wirtschaftsnobelpreis“ (Economic Sciences) wird traditionell an ÖkonomInnen vergeben, die stark finanzmathematisch arbeiten. Gängige Stereotype besagen, dass Frauen in mathematisch orientierten Fächern nicht so gut seien wie Männer. Das führt dazu, dass sie sich weniger in diese Teildisziplin selektieren, aber auch, dass sie als weniger kompetent wahrgenommen werden, wenn sie in dieser tätig sind[3]. Daher gibt es weniger Frauen in der Ökonomie, und Ökonominnen gehören seltener zu den wahrgenommenen SpitzenforscherInnen. Zudem kann der Auswahlprozess als Grund für die homogene Zusammensetzung von Laureats gesehen werden. Preisträger sind mehrheitlich weiße Männer im Alter von durchschnittlich 67 Jahren von US-amerikanischen Universitäten: mehr als ein Drittel aller Wirtschaftsnobelpreisträger ist in nur sechs US-Universitäten beheimatet! Die Frage wer, warum und nach welchen Kriterien entscheidet, welche/r WissenschafterIn ehrungswürdig ist, wurde immer wieder intensiv diskutiert. So wurde laut Assar Lindbeck die heterodoxe Ökonomin Joan Robinson ob der Befürchtung nicht geehrt, sie könnte ihren daraus resultierenden Ruhm gegen die „mainstream“ Ökonomie nutzen[4]. Kritik an der Auswahl der PreisträgerInnen hat dazu geführt, dass 1994 die Mitgliedschaft im Auswahlkomitee auf drei Jahre befristet wurde. Zudem wird seit Kurzem gezielt nach Frauen, aber auch Nominierungen aus unterschiedlichen geografischen Regionen und mit unterschiedlichem ethnischen Hintergrund gesucht. Denn das Nobel Prize Committee kann nicht ausschließen, dass die enge Selektion bisher WissenschafterInnen systematisch übersieht, die einen Nobelpreis verdient hätten[5].

[1] https://qz.com/1097888/the-nobel-prize-committee-explains-why-women-win-so-few-prizes/

[2] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/f-a-z-oekonomenranking-2018-die-tabellen-15761727.html, https://superscholar.org/features/20-most-influential-living-economists/

[3] https://harzing.com/publications/white-papers/gender-bias-and-meritocracy-how-to-make-career-advancement-in-economics-more-inclusive

[4] https://www.nytimes.com/2001/10/13/business/the-sometimes-dismal-nobel-prize.html

[5] https://qz.com/1097888/the-nobel-prize-committee-explains-why-women-win-so-few-prizes/

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#39
23.05.2019
Anna (27), aus Wien fragt:
„Wie wird die steigende Verwendung von Bitcoin-Transaktionen und Blockchain-Anwendungen, die sehr viel Strom verbrauchen, im Bezug auf die Umwelt gerechtfertigt? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit wir unsere Umwelt nicht noch mehr belasten?”
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Anna (27), aus Wien fragt:
„Wie wird die steigende Verwendung von Bitcoin-Transaktionen und Blockchain-Anwendungen, die sehr viel Strom verbrauchen, im Bezug auf die Umwelt gerechtfertigt? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit wir unsere Umwelt nicht noch mehr belasten?”
Unsere Forscherin:
Shermin Voshmgir
Direktorin des Forschungsinstituts für Kryptoökonomie

Die gängige mediale Berichterstattung hebt oftmals die Energieineffizienz dieser Technologien hervor und kritisiert, dass der Mechanismus hinter Blockchains sehr energieintensiv ist, dadurch viel Strom verbraucht und somit die Umwelt belastet wird. Der hohe Stromverbrauch von Bitcoin-Netzwerk und ähnlichen Blockchains ist eine Tatsache, die aufgrund der Transparenz, die der Blockchain-Technologie zugrunde liegt, auch sehr genau gemessen werden kann. Leider wird in der medialen Debatte verabsäumt, den CO2-Fußabdruck von Bitcoin-Transaktionen mit jenem herkömmlicher Banktransaktionen zu vergleichen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es keine aussagekräftigen Studien gibt, die den CO2-Fußabdruck von herkömmlichen Finanztransaktionen darstellen. Diese Zahlen stehen der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung, und werden auch von den Banken und anderen Finanzdienstleistern kaum erhoben. Wenn man also den CO2-Fußabdruck von Bitcoin-Transaktionen berechnet, müsste man den CO2-Fußabruck von herkömmlichen Finanztransaktionen auch erheben. Daten über einen CO2-Fußabdruck der Angestellten, die täglich zur Arbeit fahren, ManagerInnen, die in Flugzeuge steigen, Rechnerzentren und Serverfarmen, die alle Bankdaten verwalten. All dies wird ja durch ein Computernetzwerk wie die Bitcoin-Blockchain, die automatisiert Daten verwaltet, ersetzt. An der WU führen wir daher eine Studie durch, die genau diese Fragen beantworten soll. Des Weiteren werden bereits alternative kryptoökonomische Anreizmechanismen erforscht, die wesentlich ökologischer sind als der sogenannte „Proof-of-Work“, den Bitcoin verwendet.

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#37
23.05.2019
Hannes (50), Krankenhausbetriebsdirektor aus Schladming, fragt:
„Welche ökonomischen Herausforderungen sehen Sie für das Gesundheitswesen (in Österreich) in der nahen und mittleren Zukunft?”
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Hannes (50), Krankenhausbetriebsdirektor aus Schladming, fragt:
„Welche ökonomischen Herausforderungen sehen Sie für das Gesundheitswesen (in Österreich) in der nahen und mittleren Zukunft?”
Unsere Forscherin:
Anna-Theresa Renner
Wissenschaftlerin in der Abteilung Health Economics and Policy Abteilung

ÖsterreicherInnen leben im internationalen Vergleich zwar relativ lange, allerdings tun sie dies mit einer hohen Prävalenz an chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes). Die medizinische Betreuung der immer größer werdenden Zahl an älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen wird und tut dies auch jetzt schon, einen großen Teil der Ressourcen im österreichischen Gesundheitssystem binden. Hinzukommt, dass das österreichische System stark auf den Spitalssektor und hier vor allem auf den ärztlichen Bereich ausgerichtet ist. Das zeigt sich in der hohen Betten- bzw. ÄrztInnendichte (jeweils zweithöchste Europas nach Deutschland bzw. Griechenland), und der relativ geringen Dichte an Krankenpflegepersonal. Teile Österreichs sind außerdem im niedergelassenen Bereich, vor allem was die Primärversorgung durch KassenärztInnen (also AllgemeinmedizinerInnen mit Kassenvertrag) betrifft, nicht optimal versorgt. Vor allem die Öffnungszeiten der Praxen und die geographische Verteilung innerhalb der Bezirke sind oft nicht optimal an die Bedürfnisse der PatientInnen angepasst. Dieses Problem wird in relativ naher Zukunft durch die Pensionierungswelle vieler KassenärztInnen und die Schwierigkeit der Nachbesetzung, vor allem von allgemeinmedizinischen Praxen im ländlichen Bereich, verschärft werden.

Suboptimale Versorgung im niedergelassenen Bereich kann zu erhöhten Hospitalisierungsraten führen. Die OECD verwendet beispielsweise Spitalsaufenthalte aufgrund von Diabetes, COPD, Asthma, Herzinsuffizienz und Hypertonie als Indikator für die Qualität der Primärversorgung eines Landes, da diese Erkrankungen eigentlich nicht zu vermehrten Spitalsaufenthalten führen sollten. Österreich verzeichnet bei allen genannten Diagnosen, aber vor allem bei Diabetes, höhere Hospitalisierungsraten als der Durchschnitt Europas.

Eine der ökonomischen Herausforderungen der Zukunft wird also sein, PatientInnen mit chronischen Erkrankungen im niedergelassenen Bereich so zu betreuen, dass der Spitalssektor, und damit auch das Gesundheitssystem insgesamt, entlastet wird.

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#35
08.05.2019
Werner (50), Bankangestellter aus Köstendorf, fragt:
„Gibt es eine seriöse Berechnung zur Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens? Inkl. evtl. Steuerverluste, weil weniger Jobs gemacht werden bzw. auch Jobverluste, die dann nicht mehr notwendig sind.”
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Werner (50), Bankangestellter aus Köstendorf, fragt:
„Gibt es eine seriöse Berechnung zur Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens? Inkl. evtl. Steuerverluste, weil weniger Jobs gemacht werden bzw. auch Jobverluste, die dann nicht mehr notwendig sind.”
Unsere Forscherin:
Karin Heitzmann
Wissenschaftlerin am Institut für Sozialpolitik

Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen finanzierbar ist, hängt erstens von politischen Entscheidungen zu seiner Ausgestaltung ab. Für die Berechnung des Finanzierungsbedarfs muss etwa festgelegt werden, wer überhaupt ein Grundeinkommen erhalten sollte (alle StaatsbürgerInnen?), wie hoch es sein sollte (in Euro pro Monat), ob es allen Bezugsberechtigten in gleicher Höhe zukommen sollte (auch Kindern?) und ob durch das Grundeinkommen bisherige Sozialleistungen gestrichen werden bzw. welche beibehalten werden sollten (Gesundheitsleistungen?).

Ob der Finanzierungsbedarf gedeckt werden kann, hängt zweitens von politischen Entscheidungen zu seiner Finanzierung ab. Aktuell wird der größte Teil der österreichischen Sozialleistungen über Beiträge der ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen finanziert. Soll die Lohnsumme auch für die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens relevant bleiben oder sollen alternative Optionen stärker in Betracht gezogen werden (z.B. Wertschöpfungssteuern, Ökosteuern, Vermögenssteuern)? Insbesondere die Abschätzung des langfristigen Finanzbedarfs eines Grundeinkommens stellt eine beträchtliche Herausforderung dar. Denn es ist weitgehend unklar, wie es etwa auf die Arbeitsbereitschaft der Bezugsberechtigten wirken würde. Würden diese weiterhin im Erwerbsarbeitsmarkt tätig bleiben, und wenn ja, in welchem Ausmaß? Auch die Effekte eines Grundeinkommens auf die Lohn- und Preisentwicklung lassen sich kaum seriös abschätzen.

Nichtsdestotrotz finden sich in der Literatur einige Modellrechnungen, die – je nach angenommener Ausgestaltung und Finanzierungsquelle/n – zum Schluss kommen, dass ein Grundeinkommen finanzierbar wäre bzw. dass es nicht finanzierbar wäre. Neben der Ausgestaltung und Finanzierbarkeit ist zudem die gesellschaftliche Erwünschtheit für dieses Absicherungsmodell in den Blick zu nehmen. Viele BürgerInnen stehen einem bedingungslosen Grundeinkommen skeptisch gegenüber. Daher müsste zunächst die gesellschaftliche Akzeptanz für dieses Modell sichergestellt werden, ehe Schritte zu seiner Umsetzung getätigt werden.

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#33
07.05.2019
Harald (83), Außenhandelsdelegierter i.R. aus Wien fragt:
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Harald (83), Außenhandelsdelegierter i.R. aus Wien fragt:
„Ich mache mir Sorgen um die Zukunft des Euro: Droht eine massive Geldentwertung?”
Unser Forscher:
Guido Schäfer
Professor am Institut für Analytische Volkswirtschaftslehre
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#31
29.04.2019
Olga (36), aus Karaganda in Kasachstan, fragt:
„Wie schätzen Sie die Immobilienpreisentwicklung ein?”
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Olga (36), aus Karaganda in Kasachstan, fragt:
„Wie schätzen Sie die Immobilienpreisentwicklung ein?”
Unser Forscher:
Gunther Maier
Professor am Institut für Multi-Level Governance and Development

Es hängt sehr davon ab, welche Art von Immobilien (Wohn-, Gewerbe-, Hotel-, Logistik- usw.) wir betrachten und davon, wo in Österreich.
In den letzten Jahren sind die Preise im Schnitt deutlich gestiegen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens hat die Qualität zugenommen, weil diverse Vorschriften verschärft wurden und weil die Ansprüche gestiegen sind. Zweitens steigt die Bevölkerungszahl, sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße und steigt die Wohnfläche pro Person. Mehr Leute beanspruchen also mehr Platz, was wiederum die Bodenpreise steigen lässt.

Seit der Wirtschaftskrise 2007 wurden auch viele Häuser und Wohnungen als Geldanlage gekauft. Die Zinsen anderer Anlageoptionen sind extrem niedrig. Daher flüchten AnlegerInnen in das sogenannte „Betongold“ und treiben die Preise weiter in die Höhe. Das zieht weitere AnlegerInnen an, was Nachfrage und Preise steigen lässt. Weil aber auch die EigentümerInnen von Immobilien steigende Preise erwarten, verkaufen sie diese nicht jetzt, sondern lieber erst später zu dem erwarteten höheren Preis. Das Angebot geht zurück, die Preise steigen weiter.
Aber auch am Immobilienmarkt wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

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#29
23.04.2019
Eva (66), aus Hainburg an der Donau, fragt:
„Fängt Müllvermeidung erst beim Konsumenten an? Können nicht schon Hersteller/ Produzenten in die Pflicht genommen werden?”
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Eva (66), aus Hainburg an der Donau, fragt:
„Fängt Müllvermeidung erst beim Konsumenten an? Können nicht schon Hersteller/ Produzenten in die Pflicht genommen werden?”
Unser Forscher:
Stefan Storr
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht
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#27
16.04.2019
Assumpta (48), Spanisch-Lektorin aus Tarrega fragt:
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Assumpta (48), Spanisch-Lektorin aus Tarrega fragt:
„Wie wird der Online-Handel die österreichische Wirtschaft in Zukunft verändern?”
Unsere Forscherin:
Cordula Cerha
Wissenschaftlerin am Institut für Handel und Marketing
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#25
04.04.2019
Clara, aus Wien, fragt:
„Wie wird es mit der Globalisierung weitergehen? Gibt es bereits einen starken Gegentrend?”
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Clara, aus Wien, fragt:
„Wie wird es mit der Globalisierung weitergehen? Gibt es bereits einen starken Gegentrend?”
Unser Forscher:
Phillip Nell
Professor am Institut für International Business
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#23
29.03.2019
Patrick (27), aus Graz fragt:
„Unterscheidet sich der wirtschaftliche Einfluss durch Regierungen in Europa (historisch und aktuell), die anhand empirischer Fakten ihre Beschlüsse fassen bzw. Gesetze erlassen, in Vergleich zu europäischen Regierungen, die aufgrund ideologischer Werte Beschlüsse fassen?”
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Patrick (27), aus Graz fragt:
„Unterscheidet sich der wirtschaftliche Einfluss durch Regierungen in Europa (historisch und aktuell), die anhand empirischer Fakten ihre Beschlüsse fassen bzw. Gesetze erlassen, in Vergleich zu europäischen Regierungen, die aufgrund ideologischer Werte Beschlüsse fassen?”
Unser Forscher:
Harald Badinger
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft

Diese Klassifikation von Regierungen erscheint zu idealtypisch. Ein Land lässt sich nicht ausschließlich faktenbasiert regieren; viele politische Positionen sind weder wahr noch falsch, sondern abhängig von der jeweiligen Weltanschauung und bedürfen letztlich einer politischen demokratischen Legitimation.

Beispiel Vermögens- bzw. Einkommensungleichheit: Dazu gibt es eine wachsende Menge an Daten und Fakten, die sich objektiv analysieren lassen. Was uns die Fakten aber nicht sagen können, ist welcher Grad an Ungleichheit angemessen ist. Das ist eine normative Frage, die nur durch Abwägung unterschiedlicher Wertvorstellungen beantwortet werden kann. Dem ökonomisch wohl wichtigsten Spannungsfeld zwischen Gleichheit und Effizienz hat Arthur Okun bereits im Jahr 1975 ein eigenes Buch gewidmet.

Nehmen wir dennoch an, es gäbe diese Idealtypen von Regierungen. Welche hat mehr Einfluss? Definiert man Einfluss als Übereinstimmung der erzielten mit der beabsichtigten Wirkung, dann wird eine Regierung, die faktenbasiert entscheidet, immer das bessere Ergebnis erzielen. Es ist zwar durchaus möglich, dass sich ideologische mit faktenbasierten Entscheidungen decken; das wird aber nur für einen Teil aller politischen Entscheidungen der Fall sein.

Eine „marktliberale“ Regierung wird mit ihren Entscheidungen richtigliegen, wo der Markt funktioniert. Umgekehrt wird eine „marktkritische“ in Konstellationen mit Marktversagen gute Erfolgsaussichten haben.

Politik und Wissenschaft sind daher keine natürlichen Feinde. Es braucht demokratisch legitimierte Politik mit „Checks and Balances“, um gesellschaftliche Zielkonflikte zu entscheiden. Die Wissenschaft kann zur Qualität dieses Prozesses beitragen. Sind die Ziele und deren Prioritäten geklärt, ist die Politik jedoch gut beraten, keine eindimensionalen, ideologisch motivierten Maßnahmen zu setzen, sondern auf wissenschaftliche Analysen zurückzugreifen.

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#21
22.03.2019
Mark (24), Student aus Graz, fragt:
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Mark (24), Student aus Graz, fragt:
„Warum ist Bildung wichtig für die Integration?”
Unser Forscher:
Wolfgang Lutz
Professor an der Abteilung für Demografie
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#19
14.03.2019
Alex (24), aus Salzburg, fragt:
„Ab wann lohnt es sich, einen PKW zu recyceln statt zu reparieren - aus ökologischer und ökonomischer Perspektive?”
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Alex (24), aus Salzburg, fragt:
„Ab wann lohnt es sich, einen PKW zu recyceln statt zu reparieren - aus ökologischer und ökonomischer Perspektive?”
Unsere Forscherin:
Sigrid Stagl
Professorin am Institut für Ecological Economics
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#17
08.03.2019
Laura (20), Studentin aus Graz, fragt:
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Laura (20), Studentin aus Graz, fragt:
„Wie gelingt die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten?”
Unsere Forscherin:
Judith Kohlenberger
Wissenschaftlerin am Institut für Sozialpolitik
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#15
27.02.2019
Lisa (20), aus Klagenfurt fragt:
„Wie wirkt sich der Werbefluss auf den Konsumwandel aus ?”
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Lisa (20), aus Klagenfurt fragt:
„Wie wirkt sich der Werbefluss auf den Konsumwandel aus ?”
Unsere Forscherin:
Bernadette Kamleitner
Professorin am Institut für Marketing und KonsumentInnenforschung
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#13
19.02.2019
Dana, Kunsthistorikerin aus Essen fragt:
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Dana, Kunsthistorikerin aus Essen fragt:
„Gibt es Forschungsprojekte im Bereich der Nachhaltigkeit an der WU?”
Unser Forscher:
Reinhard Sefelin
Leiter WU Forschungsservice

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Forschungsthema der WU. Zahlreiche Institute beschäftigen sich fast ausschließlich mit diesem Thema (ua. das Institut für Nachhaltigkeitsmanagement oder das Institute for Ecological Economics). Darüber hinaus gibt es an der WU ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, welches alle Aktivitäten der WU rund um diesen Themenkomplex bündelt und als Koordinationsstelle, Netzwerk und Serviceeinrichtung in Sachen Nachhaltigkeit fungiert.

Nachhaltige Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Such- und Lernprozess, in dem die Integration ökonomischer Aspekte eine wesentliche Rolle spielt. Soziale (Pflege, Demographie, Ungleichheit), ökologische (Transport, Effizienter Umgang mit Rohstoffen) und wirtschaftliche (alternative Wirtschaftskonzepte, Green HR) Aspekte der Nachhaltigkeit werden von WU Forscherinnen und Forschern untersucht. So trägt die WU aktiv zum Erreichen der von den Vereinten Nationen genannten „Sustainable Development Goals“ bei.

Natürlich führt die WU auch zahlreiche drittmittel- und eigenfinanzierte nachhaltigkeitsbezogene Forschungsprojekte durch. Besonders stolz sind wir auf das von Stefan Giljum geleitete ERC-Projekt FINEPRINT, welches sich mit dem ökologischen Fußabdruck von Rohstoffen und deren Verarbeitung beschäftigt. Dieses Projekt läuft über fünf Jahre und wird mit ca. 2 Mio EUR von der Europäischen Kommission gefördert.

Beispielhaft einige weitere laufende Projekte zum Thema Nachhaltigkeit:

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#11
14.02.2019
Amina (21), Studentin aus Wien, fragt:
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Amina (21), Studentin aus Wien, fragt:
„Ist das Gesundheitssystem langfristig zu finanzieren?”
Unser Forscher:
Marc Bilger
Professor am Institut für Sozialpolitik
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#9
07.02.2019
Christina (45), Leitung Rechnungswesen und Controlling aus Wolkersdorf, fragt:
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Christina (45), Leitung Rechnungswesen und Controlling aus Wolkersdorf, fragt:
„Wie wird die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern? ”
Unser Forscher:
Alfred Taudes
Professor am Institut für Produktionsmanagement
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#7
19.01.2019
Stefanie (35), aus Mariastein fragt:
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Stefanie (35), aus Mariastein fragt:
„Wird mein Sohn, wenn er groß ist, nur mehr in Krytpowährungen zahlen?”
Unsere Forscherin:
Shermin Voshmgir
Direktorin des Forschungsinstituts für Krypoökonomie
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#5
03.01.2019
Lavanya (40), Flughafenangestellte aus Wien, fragt:
Neugierig? Sehen Sie hier unsere Antwort.
Lavanya (40), Flughafenangestellte aus Wien, fragt:
„Wie kann es sein, dass es noch immer einen 'Gender Pay Gap' gibt? ”
Unsere Forscherin:
Alyssa Schneebaum
Wissenschaftlerin am Institut für Institutionelle & Heterodoxe Ökonomie
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#3
08.11.2018
Christa-Maria (73), Pensionistin fragt:
„Warum bekommt man auf Spareinlagen derzeit so niedrige Zinsen?”
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Christa-Maria (73), Pensionistin fragt:
„Warum bekommt man auf Spareinlagen derzeit so niedrige Zinsen?”
Unser Forscher:
Josef Zechner
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance
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#1
05.11.2018
Franz (70), Pensionist aus Langau, fragt:
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Franz (70), Pensionist aus Langau, fragt:
„Was ist die Meinung der Wirtschaftsuni zu Finanztransaktionssteuern?”
Unser Forscher:
Stefan Pichler
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance
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#78
16.10.2019
Katharina (31), Redakteurin aus Wien, fragt:
In Kürze sehen Sie hier die Antwort der WU!
Katharina (31), Redakteurin aus Wien, fragt:
„”
Unser Forscher:
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#77
07.10.2019
Michael (43), aus Leonding fragt:
„Was sind die soziologischen und ökonomischen Voraussetzungen - so es diesen Zusammenhang gibt- dass sich eine Person für Nachhaltigkeit allgemein und Klimaschutz insbesondere interessiert bzw als Ziel einsetzen kann? ”
In Kürze sehen Sie hier die Antwort der WU!
Michael (43), aus Leonding fragt:
„Was sind die soziologischen und ökonomischen Voraussetzungen - so es diesen Zusammenhang gibt- dass sich eine Person für Nachhaltigkeit allgemein und Klimaschutz insbesondere interessiert bzw als Ziel einsetzen kann? ”
Unser Forscher:
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#76
04.10.2019
Julia (54), Personalleiterin aus Mödling fragt:
„Die Menschheit treibt Raubbau an der Erde, d.h. wir verbrauchen mehr Ressourcen als nachwachsen. Wie müssten wir unseren Lebensstil verändern, damit das nicht mehr der Fall wäre? Wie müsste die Veränderung aussehen, damit alle Menschen gleich viele Ressourcen zur Verfügung haben? ”
In Kürze sehen Sie hier die Antwort der WU!
Julia (54), Personalleiterin aus Mödling fragt:
„Die Menschheit treibt Raubbau an der Erde, d.h. wir verbrauchen mehr Ressourcen als nachwachsen. Wie müssten wir unseren Lebensstil verändern, damit das nicht mehr der Fall wäre? Wie müsste die Veränderung aussehen, damit alle Menschen gleich viele Ressourcen zur Verfügung haben? ”
Unser Forscher:
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#75
03.10.2019
Sarah (26), Angestellte aus Wien, fragt:
„Welchen Faktor spielt die Landwirtschaft oder die Massentierhaltung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Treibhausgasemissionen?”
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Sarah (26), Angestellte aus Wien, fragt:
„Welchen Faktor spielt die Landwirtschaft oder die Massentierhaltung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Treibhausgasemissionen?”
Unsere Forscherin:
Sigrid Stagl
Professorin am Institute for Ecological Economics
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#74
02.10.2019
Ernst (62), aus Graz fragt:
„Wie viel müsste Österreich grob pro Kopf jetzt investieren, um die Pariser Klimaziele zu erreichen ?”
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Ernst (62), aus Graz fragt:
„Wie viel müsste Österreich grob pro Kopf jetzt investieren, um die Pariser Klimaziele zu erreichen ?”
Unser Forscher:
Armon Rezai
Professor am Department Sozioökonomie

Das zentrale Klimaziel des Übereinkommens von Paris ist die Begrenzung des globalen Temperaturanstieges auf deutlich unter 2 Grad Celsius. Hierfür müssen wir unsere Interaktion mit der Umwelt drastisch verändern, und die Emissionen von Treibhausgasen wie CO2 bis 2050 komplett einstellen. Daher wird in diesem Zusammenhang oft von einer umfassenden Transformation zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft gesprochen. Wie Sie in Ihrer Frage schon anmerken, benötigt so eine Transformation Investitionen, um unseren Strom komplett aus erneuerbaren Energien zu beziehen, auf den Verbrennungsmotor in der Fortbewegung komplett zu verzichten und alle Häuser ohne fossile Brennstoffe heizen zu können. Jedoch investieren Unternehmen und Haushalte jedes Jahr viel größere Beträge in neue Anlagen. Schätzungen des IPCC zufolge machen die pro Kopf Investitionen zur Einhaltung eines 2 Grad Zieles weniger als 20% der gesamtwirtschaftlichen Investitionen aus. Da Investitionen in schmutzige Technologien zudem wegfallen, geht es eher um eine Änderung der Art der Investitionen als deren Höhe.

Abschließend möchte ich noch auf zwei weiterführende Aspekte hinweisen. Der Investitionsbedarf steigt, je mehr Zeit wir verstreichen lassen. Klimapolitik betrifft nicht alle Menschen und Unternehmungen in Österreich gleich. Wie die Gelbwestenproteste in Frankreich und Schülerproteste weltweit zeigen, muss bei Klimapolitik immer auch die Verteilungswirkung der konkreten Implementierung berücksichtigt werden. Zu diesen Fragen forschen wir an der WU Wien gerade intensiv.

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#73
27.09.2019
Michael (52), Wissenschaftler aus Wien fragt:
„Warum werden eigentlich derzeit auf der Welt überall die Reichen reicher und die Armen ärmer? Ist das ein Naturgesetz, oder ist das die Folge von Gesetzen, die von Politikern gemacht werden, die von den Reichen gekauft sind?”
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Michael (52), Wissenschaftler aus Wien fragt:
„Warum werden eigentlich derzeit auf der Welt überall die Reichen reicher und die Armen ärmer? Ist das ein Naturgesetz, oder ist das die Folge von Gesetzen, die von Politikern gemacht werden, die von den Reichen gekauft sind?”
Unser Forscher:
Wilfried Altzinger
Leiter des Forschungsinstituts Economics of Inequality

Die Frage, ob die steigende Ungleichheit einem Naturgesetz folgt oder das Ergebnis von menschlichem Handeln in Form der Verabschiedung von Gesetzen ist, ist eine so einfache wie schwierige Frage! Im Unterschied zu den Naturwissenschaften gibt es in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften keine allgemein gültigen Gesetze, da alle ökonomischen und sozialen Entscheidungen menschengemacht sind. Insofern sind „Naturgesetze“ in der Ökonomie nicht möglich.

Entscheidungen über die Funktionsmechanismen von Märkten sowie deren Regulierung werden immer entsprechend den aktuellen Kräfteverhältnissen von Gruppierungen mit divergierenden Interessen getroffen. Dies sieht man auch an der historischen Entwicklung unserer Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Die wirtschaftliche Entwicklung in den 1960er und 1970er Jahren war stark von hohem Wirtschaftswachstum und niedriger Arbeitslosigkeit geprägt, sodass die ArbeitnehmerInnenseite am wirtschaftlichen Fortschritt stark partizipieren konnte. Nach den Wirtschaftskrisen 1975 bzw. 1981 stieg die Arbeitslosigkeit stark an, wodurch sich die Teilhabe am wirtschaftlichen Fortschritt für einen Großteil der ArbeitnehmerInnenschaft erheblich verschlechterte. Steigende Ungleichheiten in der Einkommens- und Vermögensverteilung waren und sind die direkte Folge. Durch die Globalisierung der Weltwirtschaft wurde die Bildung von großen multinationalen Unternehmungen stark forciert, wodurch sich die Konzentration verschärfte. Damit verbunden war und ist jedoch ein deutlicher Bedeutungsgewinn dieser Unternehmen im globalen Entscheidungsprozess, was letztlich aber die demokratische Grundstruktur unserer Gesellschaften gefährden kann.

Voraussetzung für ein Umdenken der Politik sind eine umfassende Diskussion über die Ursachen dieser Entwicklung, die Offenlegung der bestehenden Machtstrukturen sowie die Ausarbeitung von Gegenkonzepten.

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#72
21.09.2019
Gabriel (23), Student aus Wien, fragt:
„Welche Auswirkungen hätte eine komplette Verstaatlichung der Banken mit demokratisch legitimierten Aufsichtsgremien? ”
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Gabriel (23), Student aus Wien, fragt:
„Welche Auswirkungen hätte eine komplette Verstaatlichung der Banken mit demokratisch legitimierten Aufsichtsgremien? ”
Unser Forscher:
Josef Zechner
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

Die Verstaatlichung von Banken wird prinzipiell als Möglichkeit gesehen, um sicherzustellen, dass der Bankensektor zum Wohl seiner KundInnen, Kapitalgeber und MitarbeiterInnen geführt wird. Zahlreiche Negativbeispiele belegen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. So war die Performance vieler öffentlich-rechtlicher Banken in der jüngeren Vergangenheit besonders schlecht. Die WestLB des Landes Nordrhein-Westfalen musste zum Beispiel aufgrund von Managementfehlern im Jahr 2011 aufgelöst werden. Die faulen Kredite der HSH (Hamburgisch-Schleswig-Holsteinische) Nordbank bescheren den deutschen SteuerzahlerInnen noch heute hohe Verluste. Die Hypo Alpe-Adria hätte das Land Kärnten ohne Rettung durch den Bund in den Konkurs getrieben.
Ist eine Bank verstaatlicht, so liegen die Kontrollrechte bei allen BürgerInnen. Deren Ausübung muss aber naturgemäß über gewählte MandatarInnen oder von ihnen ausgesuchte AufsichtsrätInnen erfolgen. Dadurch entstehen Anreize, wirtschaftliche Entscheidungen auf Basis eines politischen Kalküls zu treffen. Ein verstörendes Beispiel gibt ein Blick nach China. Dort wurden Pilotprojekte realisiert, bei welchen das soziale, moralische und politische Verhalten der BürgerInnen in Form eines Scores bei der Kreditvergabe einfließt.Die Empirie zeigt also, dass die Verstaatlichung der Banken Probleme und Ineffizienzen in der Regel verstärkt und nicht löst. Wettbewerb zwischen privatwirtschaftlich geführten Banken, im Rahmen einer klugen Regulierung und Aufsicht, schafft sicherlich wesentlich bessere Voraussetzungen, um Wohlstand für alle Stakeholder zu schaffen.

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#71
20.09.2019
Bernd (58), aus Waldzell fragt:
„Es scheint so als wäre nach der Finanzkrise 2008 nichts unternommen worden, um weitere Krisen zu verhindern; durch weitere amerikanische Gesetze zu Liberalisierung der Märkte, sogar eher das Gegenteil dazu unterstützt wird. Warum ist das so und wie ließe sich das rückgängig machen, um weitere weltweite Finanzkrisen zu verhindern?”
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Bernd (58), aus Waldzell fragt:
„Es scheint so als wäre nach der Finanzkrise 2008 nichts unternommen worden, um weitere Krisen zu verhindern; durch weitere amerikanische Gesetze zu Liberalisierung der Märkte, sogar eher das Gegenteil dazu unterstützt wird. Warum ist das so und wie ließe sich das rückgängig machen, um weitere weltweite Finanzkrisen zu verhindern?”
Unser Forscher:
Stefan Pichler
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

Nach 2008 wurden von verschiedenen Regierungen als Reaktion zahlreiche, sehr einschneidende Regulierungsmaßnahmen gesetzt, wobei die USA sogar schneller und auch strenger reagiert haben als die EU. Zu den wichtigsten Maßnahmen im Bankbereich zählen die drastische Erhöhung des Mindesteigenkapitals vor allem für systemrelevante Banken in Verbindung mit verschärften Regeln für die Mindestliquidität, die Abwicklung von Bankinsolvenzen und den maximalen Verschuldungsgrad. Auf den Finanzmärkten ist vor allem die durch Meldepflichten und zentralen Clearingstellen erhöhte Transparenz zu nennen. Ebenso gibt es strengere Regeln zur Begrenzung von Manager-Boni im Finanzbereich und zahlreiche neue Versuche zur Entschärfung von Interessenskonflikten. Von einer Liberalisierung zu sprechen, widerspricht einfach den Tatsachen. Allerdings muss man hinterfragen, ob diese Maßnahmen auch wirklich ausreichend sind, um weltweite Finanzkrisen in Zukunft völlig zu verhindern. Vor allem der Umstand, dass die Finanzmärkte immer noch davon ausgehen können, dass Großbanken im Krisenfall entgegen aller Regeln dennoch Staatshilfe erhalten, könnte wieder zu Phasen einer exzessiven Risikoübernahme führen. Es gibt daher auch viele Stimmen, die glauben, dass eher eine intelligente Deregulierung zukünftige Krisen verhindern kann als eine weitere Verschärfung der Regulierung.

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#70
17.09.2019
Sven (37), Key Account Manager aus Wien, fragt:
„Wie kann man als Privatinvestor Short-Positionen eingehen?”
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Sven (37), Key Account Manager aus Wien, fragt:
„Wie kann man als Privatinvestor Short-Positionen eingehen?”
Unser Forscher:
Otto Randl
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

MarktteilnehmerInnen setzen mit Short-Positionen in der Regel auf fallende Kurse. Für den klassischen Leerverkauf leiht man zuerst ein Wertpapier und verkauft es zum aktuellen (aus Sicht des/der Leerverkäufer/in/s überhöhten) Kurs. Fällt später der Kurs, kauft man das Wertpapier billig und gibt es dem/der Leihgeber/in zurück. Die Kursdifferenz abzüglich Gebühren ist der Gewinn. Wegen des Aufwands und Risikos ist dies zumeist institutionellen MarktteilnehmerInnen vorbehalten.

PrivatinvestorInnen können aber vergleichsweise einfach Short-Positionen am Terminmarkt eingehen, etwa in Futures und Optionen. Abschluss (Festlegung des Preises) und Erfüllung (Lieferung und Zahlung) eines Geschäfts können hier zeitlich weit auseinanderliegen. Häufig wird statt einer physischen Lieferung eines Wertpapiers nur der Gewinn oder Verlust abgerechnet und auf ein Konto gebucht. Somit ist keine Wertpapierleihe notwendig und die Abwicklung ist etwa über Online-Broker möglich.

Beispielsweise könnte eine Investorin im September eine Verkaufsposition in einem ATX Futures Kontrakt zum Terminkurs 3.000 eingehen. Eine Indexänderung von 1 entspricht vertraglich einem Gewinn oder Verlust von 10 Euro; der Kapitaleinsatz beschränkt sich zunächst auf eine kleine Sicherungsleistung. Fällt der Kurs im Oktober auf 2.900 und die Investorin schließt ihre Position durch einen Kauf, verdient sie 1.000 Euro. Die Strategie birgt hohes Risiko: Steigende Kurse bedeuten Verluste.

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#69
16.09.2019
Irmgard (70+), Aktivistin aus Kirchfidisch, fragt:
„Welche wissenschaftlichen Maßnahmen gegen Korruption sollten für Wirtschaft-, Industrie- und Finanzgeschäfte verpflichtend sein (werden), die globale Ausbeutung von Mensch und Natur beenden - und welche Massnahmen müssten greifend werden, um Wiedergutmachung zu bewirken?”
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Irmgard (70+), Aktivistin aus Kirchfidisch, fragt:
„Welche wissenschaftlichen Maßnahmen gegen Korruption sollten für Wirtschaft-, Industrie- und Finanzgeschäfte verpflichtend sein (werden), die globale Ausbeutung von Mensch und Natur beenden - und welche Massnahmen müssten greifend werden, um Wiedergutmachung zu bewirken?”
Unser Forscher:
Günter Stahl
Professor am Institut für International Business
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#68
16.09.2019
Mathias (20), Student aus Mödling, fragt:
„In der letzten Zeit wird die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen immer größer. Welche Auswirkungen würde es auf den globalen Handel haben, wenn eine "Value Added Tax" eingeführt wird, um dieses Vorhaben zu finanzieren? Wie hoch wäre die Preissteigerung? ”
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Mathias (20), Student aus Mödling, fragt:
„In der letzten Zeit wird die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen immer größer. Welche Auswirkungen würde es auf den globalen Handel haben, wenn eine "Value Added Tax" eingeführt wird, um dieses Vorhaben zu finanzieren? Wie hoch wäre die Preissteigerung? ”
Unser Forscher:
Harald Badinger
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#67
12.09.2019
Matthias (18), aus Baden, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit (wenn er durchgesetzt wird) auf die Arbeitsplätze in Österreich aus?”
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Matthias (18), aus Baden, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit (wenn er durchgesetzt wird) auf die Arbeitsplätze in Österreich aus?”
Unser Forscher:
Harald Oberhofer
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#66
05.09.2019
Kira (26), Studentin aus Wien, fragt:
„Versicherte in AUT haben meist erst Anspruch auf Kostenerstattung "wenn bereits etwas passiert ist". Präventivmaßnahmen (e.g. Mundhygiene), die weitaus teurere Behandlungen verhindern könnten, muss der Abgabenzahler selber blechen. Wie kann man dieses Problem lösen?”
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Kira (26), Studentin aus Wien, fragt:
„Versicherte in AUT haben meist erst Anspruch auf Kostenerstattung "wenn bereits etwas passiert ist". Präventivmaßnahmen (e.g. Mundhygiene), die weitaus teurere Behandlungen verhindern könnten, muss der Abgabenzahler selber blechen. Wie kann man dieses Problem lösen?”
Unser Forscher:
Marc Bilger
Professor an der Abteilung für Health Economics and Policy

Entgegen der in der Bevölkerung weit verbreiteten Meinung ist die vorbeugende Behandlung mit Ausnahme der Impfung von Kindern selten kostensparend. Viele Vorsorgemaßnahmen, die die Gesundheit verbessern, sind mit Kosten verbunden.  Sollen öffentliche Einrichtungen oder private Verbraucher die Kosten tragen? Ein wichtiger Aspekt bei dieser Entscheidung ist das Ausmaß des gesundheitlichen Nutzens der Vorsorge im Verhältnis zu ihren Kosten. Öffentliche Einrichtungen sind unzähligen Anforderungen ausgesetzt, daher bedeutet die Finanzierung der Präventivmaßnahmen entweder den Verzicht auf andere Gesundheitsversorgungsmaßnahmen durch öffentliche Dienstleistungen oder die Erhöhung der Sozialabgaben und Steuern. Öffentliche Einrichtungen sollten daher strategisch auswählen, welche Vorsorgemaßnahmen für alle gedeckt werden. Eine gute Nachricht ist aber, dass nicht alle vorbeugenden Maßnahmen mit finanziellen Kosten verbunden sind. Menschen können ihre Gesundheitsrisiken erheblich verringern, wenn sie beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, weniger trinken, mehr Sport betreiben oder auf ihr Gewicht achten. Prävention geht über den Konsum von Gesundheitsleistungen hinaus und sollte ganzheitlich angegangen werden

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#65
27.08.2019
Dominik (25), Student aus Linz fragt:
„Wie können die Finanzmärkte so reguliert werden, dass eine ähnliche Krise wie 2008 verhindert werden kann? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit die Finanzmärkte wieder effizienter eingesetzt werden, d.h. das investierte Kapital effizienter in der Realwirtschaft ankommt? ”
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Dominik (25), Student aus Linz fragt:
„Wie können die Finanzmärkte so reguliert werden, dass eine ähnliche Krise wie 2008 verhindert werden kann? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit die Finanzmärkte wieder effizienter eingesetzt werden, d.h. das investierte Kapital effizienter in der Realwirtschaft ankommt? ”
Unser Forscher:
Christian Laux
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance

Dies sind zwei sehr grundlegende Fragen, und es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die wichtig sind. Aufgrund der gebotenen Kürze kann ich hier nur einen Aspekt exemplarisch aufgreifen.

Regeln über spezifische Kapitalanforderungen, Liquiditätsreserven, die Messung von Vermögenswerten und Verlusten bilden wichtige Rahmenbedingungen. Aber es besteht die Gefahr einer Stabilitätsillusion, wenn man meint, durch immer spezifischere und detaillierte Regeln Fehlanreize bei der Kapitalallokation steuern zu können. Vielmehr ist wichtig, dass Banken die wahren Kosten der von ihnen übernommenen Risiken berücksichtigen und einpreisen. Auch aus diesem Grund ist eine deutlich höhere Eigenkapitalausstattung der Banken wichtig, nicht nur, damit Banken fähig sind, Risiken selbst zu tragen. Transparenz und Regulierung müssen darüber hinaus auch den Kapitalgebern der Banken die Möglichkeit und die Anreize geben, Ausfallrisiken richtig zu bewerten. Dazu gehört auch ein Mechanismus, der es ermöglicht, dass Banken in einer finanziellen Schieflage abgewickelt werden können, ohne Ansteckungseffekte für andere Banken oder das Finanzsystem zu riskieren. Auch wenn der Staat heute staatliche Hilfen per Ankündigung ausschließt, ist dies ohne diese Mechanismen nicht glaubwürdig. Im Zweifel wird der Staat ein Finanzinstitut retten und argumentieren, dass dies für die Finanzstabilität systemisch wichtig ist. Dies wird von Marktteilnehmer/innen/n antizipiert und verzerrt Preise und Kapitalallokationsentscheidungen. Wenn Banken und deren Kapitalgeber die eingegangenen Risiken richtig bewerten, dann leistet dies auch einen wichtigen Beitrag für eine effiziente und nachhaltige Allokation von Kapital in der Realwirtschaft.

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#64
23.08.2019
Markus (19), Schüler aus Oeynhausen, fragt:
„Wieso gibt es in den USA einen wirtschaftlichen Aufschwung seit Donald Trump Präsident ist? Wie hat er das geschafft? Bzw. was hat er gemacht, dass das funktioniert hat? ”
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Markus (19), Schüler aus Oeynhausen, fragt:
„Wieso gibt es in den USA einen wirtschaftlichen Aufschwung seit Donald Trump Präsident ist? Wie hat er das geschafft? Bzw. was hat er gemacht, dass das funktioniert hat? ”
Unser Forscher:
Fritz Breuss
Professor (em.) am Institut für Internationale Wirtschaft
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#63
22.08.2019
Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Sind bei Transportemissionswerten auch der Flugverkehr eingerechnet? Und die Emissionen, die für die Stromproduktion für Elektroautos anfallen?”
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Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Sind bei Transportemissionswerten auch der Flugverkehr eingerechnet? Und die Emissionen, die für die Stromproduktion für Elektroautos anfallen?”
Unsere Forscherin:
Stefanie Peer
Wissenschaftlerin am Institute for Multilevel Governance and Development

Gemäß internationalen Berichtspflichten werden den nationalen Treibhausgas-Emissionen im Sektor Verkehr nur die inländischen Flüge mit Start und Landung zugerechnet. In Österreich machen die nationalen Flugbewegungen daher nur einen sehr kleinen Teil der verkehrsbezogenen Treibhausgas-Emissionen (gemessen in CO2-Äquivalenten) aus. Diese werden ganz klar vom Straßenverkehr dominiert. So betrugen 2016 die Treibhausgas-Emissionen aus dem nationalen Flugverkehr 0,05 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, während der Straßenverkehr Emissionen in der Höhe von 22,8 Mio. Tonnen aufwies. Auf EU-Ebene werden internationale Flüge mit Start und/oder Landung in einem EU-Land dem Sektor Verkehr zugerechnet. Internationalen Flüge mit Start oder Landung in Österreich haben im Jahr 2016 Treibhausgas-Emissionen in der Höhe von 2,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten verursacht.

Treibhausgas-Emissionen, die für den Stromverbrauch von Elektroautos anfallen, werden bisher nicht in die nationalen oder internationalen Treibhausgas-Statistiken für den Sektor Verkehr miteingerechnet. Dies hängt unter anderem auch damit zusammen, dass es schwierig zu messen ist, welcher Anteil des Stromverbrauchs für Elektro- und Hybridautos anfällt.

Quellen:
EUROSTAT: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/pdfscache/1180.pdf
Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0660.pdf

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#62
14.08.2019
Ferdinand (45), aus Wien fragt:
„Wieso funktioniert freie Marktwirtschaft im Bausektor nicht? ”
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Ferdinand (45), aus Wien fragt:
„Wieso funktioniert freie Marktwirtschaft im Bausektor nicht? ”
Unser Forscher:
Klaus Gugler
Professor am Institut für Quantitative Volkswirtschaftslehre

Die Bauwirtschaft ist durch Faktoren charakterisiert, die auf starken Wettbewerb hindeuten: Wettbewerb ist „winner takes all“, d.h. die Unterlegenen der Ausschreibung bekommen keinen Auftrag; der Wert der Einzelausschreibungen ist meist groß relativ zur Firmengröße, d.h. man konkurriert intensiv um diese; der Wettbewerb beginnt für jedes Projekt und jeden Kunden von Neuem: man kann sich nicht auf den Lorbeeren vergangener Projekte „ausruhen“; schlussendlich ist der Bieterprozess zumindest bei öffentlichen Ausschreibungen in der Regel transparent.

Warum ist die Meinung, dass der Wettbewerb nicht funktioniert, trotzdem relativ weit verbreitet? Zum einen liegt dies meiner Meinung nach daran, dass ein Projekt meist nicht gut mit anderen Projekten vergleichbar ist. Wettbewerb definiert sich aber relativ zu anderen Firmen/Projekten/Produkten. Dies erweckt den Eindruck, dass „Wettbewerb“ nicht funktioniert. Zum anderen verleiten die obigen intensiven Wettbewerbsvoraussetzungen eventuell dazu, den Wettbewerb über Absprachen auszuschalten. Während es keineswegs eindeutig ist, dass es in der Bauwirtschaft mehr Kartelle gibt als in anderen Sektoren, ist die mediale Aufmerksamkeit tendenziell höher.

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#61
06.08.2019
Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Wäre eine Importverbot für Palmöl und Soja eine Lösung? (Soja wird bei intensiver Tierhaltung benötigt, wird aber nicht zu 100% verwertet, d.h. es werden Unmengen von Stickstoff u. Nitraten durch die Gülle auf die Felder aufgebracht) ”
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Heinz (53), aus Feldbach fragt:
„Wäre eine Importverbot für Palmöl und Soja eine Lösung? (Soja wird bei intensiver Tierhaltung benötigt, wird aber nicht zu 100% verwertet, d.h. es werden Unmengen von Stickstoff u. Nitraten durch die Gülle auf die Felder aufgebracht) ”
Unser Forscher:
Martin Bruckner
Wissenschaftler am Institut für Ökologische Ökonomie

Ein Importverbot für Palmöl und Soja würde bei unverändertem Konsum ausschließlich zu einer Verlagerung auf andere Pflanzenöle und Futtermittel führen, die zum größten Teil auch importiert werden müssten. Würde man Palmöl aus Indonesien durch Öl aus heimischem Raps ersetzen, bräuchte man dafür in Österreich dreimal so viel Fläche. Die Anbauflächen innerhalb Österreichs können jedoch nur geringfügig erweitert werden. Österreich ist damit bei aktuellen Konsumgewohnheiten von Importen abhängig.

Das führt auch dazu, dass lokale Nährstoffkreisläufe unterbrochen werden, manche Länder somit an übermäßiger Nitratbelastung leiden, während die Nährstoffe anderswo durch intensive Düngung künstlich zugeführt werden müssen.

Dieser Problemlage könnte nur dadurch effektiv begegnet werden, indem regionale Konsummuster und Produktionsweisen an die regionale Verfügbarkeit von Anbauflächen z.B. zur Produktion von Futtermitteln angepasst werden. Dies würde für Österreich vor allem eine Verringerung der Tierhaltung sowie des Konsums tierischer Produkte erfordern.

Neben tierischen Produkten spielt aber auch die stoffliche und energetische Nutzung von Agrarrohstoffen eine wachsende Rolle. So wird in Europa zum Beispiel ein großer Teil des benötigten Palmöls zu Biodiesel, Waschmitteln oder Kosmetikprodukten verarbeitet. Und der Bedarf steigt. Vor diesem Hintergrund sind politische Bestrebungen, die Bioökonomie zu einem wichtigen Industriezweig auszubauen, einer kritischen Bewertung zu unterziehen.

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#60
06.08.2019
Elfi (47), aus Wien fragt:
„Warum agieren wir alle nicht nachhaltig, obwohl wir alle unsere Kinder lieben?”
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Elfi (47), aus Wien fragt:
„Warum agieren wir alle nicht nachhaltig, obwohl wir alle unsere Kinder lieben?”
Unsere Forscherin:
Bernadette Kamleitner
Professorin am Institut für Marketing und KonsumentInnenforschung

Das Nachhaltigkeitsbewusstsein steigt ständig. Viele Menschen agieren zumindest manchmal nachhaltig. In den meisten Fällen betrifft das aber tatsächlich kleine Taten, die nicht ausreichen, um von einem wirklich nachhaltigen Lebensstil zu sprechen. Es hat viele Gründe, warum Menschen sich nicht durchgängig nachhaltig verhalten. Ein großer Teil des menschlichen Verhaltens ist gelernt, automatisiert und verinnerlicht. Nachhaltige Verhaltensweisen sind in vielen Fällen noch nicht selbstverständlich, „normal“ und verinnerlicht. Menschen müssen sich jeweils bewusst dafür entscheiden. Das bedeutet einen kognitiven, zeitlichen und häufig auch einen finanziellen Aufwand. Nachhaltiges Verhalten wird oft als Opfer gesehen. Ein paradoxer Nebeneffekt ist, dass man sich bereits nach einer nachhaltigen Verhaltensweise (z.B. Bio-Obst kaufen) selbst anerkennend auf die Schultern klopfen kann und sich dann, bei der nächsten Entscheidung – ohne schlechtes Gewissen – wieder nicht-nachhaltig verhält. Man spricht vom Lizenzierungseffekt. Außerdem denken Menschen häufig kurzfristig und das langfristige Thema Nachhaltigkeit ist im Alltag damit selten zentral. Menschen wählen auch meist aus dem vorhanden Angebot und dem, was als erstes in den Sinn kommt und nachhaltige Alternativen sind meist in der Minderheit. Schließlich haben viele das Gefühl, ihr eigenes Verhalten mache ohnehin keinen Unterschied. Der Gedanke an die eigenen Kinder kann tatsächlich Positives bewirken, aber selbst da können praktische Gegenargumente (Kosten, Aufwand) den nachhaltigen Impuls schnell übertünchen. Für das Gelingen nachhaltiger Lebensweisen braucht es den Erwerb neuer nachhaltiger Gewohnheiten und Normalitäten. Viele sind auf dem Weg dahin, aber bis zur Übung, die den Meister macht, ist es noch ein weiter Weg.

 

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#59
31.07.2019
Helmut (57), Mathematiker aus Linz, fragt:
„Gibt es in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem einen stabilen steady state? Wenn ja, wie schaut er aus? Wenn nein, heißt das, ist unser Wirtschaftssystem zu ewigen Wachstum gezwungen?”
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Helmut (57), Mathematiker aus Linz, fragt:
„Gibt es in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem einen stabilen steady state? Wenn ja, wie schaut er aus? Wenn nein, heißt das, ist unser Wirtschaftssystem zu ewigen Wachstum gezwungen?”
Unser Forscher:
Jesus Crespo Cuaresma
Professor am Institut für Makroökonomie

Langfristiges Wirtschaftswachstum wird in modernen, industrialisierten Ländern hauptsächlich durch Humankapital und Innovationsfähigkeit bestimmt. ÖkonomInnen modellieren Wirtschaftswachstum mit Hilfe von aggregierten Produktionsfunktionen. Die Akkumulierung von physischem Kapital und Arbeitsvolumen, sowie die Entwicklung der Arbeitsproduktivität sind die zentralen Bestimmungsfaktoren des langfristigen Gleichgewichts einer Volkswirtschaft. In einer Volkswirtschaft, in der weder physisches Kapital noch Arbeitsvolumen wachsen, würde das Einkommen pro Kopf trotzdem weiter steigen, wenn technischer Fortschritt zu höherer Arbeitsproduktivität führe. Es gibt ausreichende empirische Evidenz, dass Bildung als Katalysator von Innovationsfähigkeit und technischem Fortschritt eine zentrale Rolle spielt, und dass der Ausbau des Zugangs zum Bildungswesen im letzten Jahrhundert extrem wichtig für die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums weltweit gewesen ist. In diesem Sinne ist unser Wirtschaftssystem nur „zu Wachstum gezwungen“, wenn Menschen über die Zeit produktiver werden und dadurch mehr Wohlstand als vergangene Generationen genießen können. Dies wird weiterhin der Fall sein, solange unser Humankapital weiter zu Innovationen und technischem Fortschritt führt.

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#58
29.07.2019
Matthias (57), Umwelt- u. Abfallberater aus Wien fragt:
„Sind Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit vereinbar? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?”
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Matthias (57), Umwelt- u. Abfallberater aus Wien fragt:
„Sind Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit vereinbar? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?”
Unser Forscher:
Harald Badinger
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#57
25.07.2019
Klaus (35), aus Wien fragt:
„Warum schaffen es Gesellschaften nicht die Kluft zwischen arm und reich zu verringern?”
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Klaus (35), aus Wien fragt:
„Warum schaffen es Gesellschaften nicht die Kluft zwischen arm und reich zu verringern?”
Unser Forscher:
Wilfried Altzinger
Professor am Forschungsinstitut für Verteilungsfragen
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#56
22.07.2019
Viktoria (17), Schülerin aus Traiskirchen, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit auf die wirtschaftliche Lage in Österreich aus? Ganz besonders auf Import/Export ? ”
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Viktoria (17), Schülerin aus Traiskirchen, fragt:
„Wie wirkt sich der Brexit auf die wirtschaftliche Lage in Österreich aus? Ganz besonders auf Import/Export ? ”
Unser Forscher:
Harald Oberhofer
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#55
22.07.2019
Günter (45), Unternehmer aus Mistelbach, fragt:
„Wie hat sich die physische Handelsbilanz in Österreich und in der Europäischen Union , wie auch in den anderen großen Wirtschaftsregionen der Welt in den letzten 50 jahren entwickelt und welche realistisch umsetzbaren Maßnahmen für eine signifikante Reduktion sieht die Forschung hierzu?”
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Günter (45), Unternehmer aus Mistelbach, fragt:
„Wie hat sich die physische Handelsbilanz in Österreich und in der Europäischen Union , wie auch in den anderen großen Wirtschaftsregionen der Welt in den letzten 50 jahren entwickelt und welche realistisch umsetzbaren Maßnahmen für eine signifikante Reduktion sieht die Forschung hierzu?”
Unser Forscher:
Franz Stephan Lutter
Wissenschaftler am Institut für Ecological Economics

Die direkte physische Handelsbilanz (PTB) eines Landes errechnet sich als die Differenz von physischen Importen und Exporten. Laut dem International Resource Panel der Vereinten Nationen (UN IRP) nahm Österreichs PTB im Zeitraum 1970-2015 um rund 50% zu und betrug im Jahr 2015 etwa 2,5 Tonnen pro Kopf – bei einem Rohstoffkonsum (errechnet als heimische Entnahme plus PTB) von 15,8 Tonnen pro Kopf. Damit liegt Österreich 50% über dem Europäischen Durchschnitt. Exportorientierte Länder wie Brasilien haben eine negative PTB – es werden also mehr Güter exportiert als importiert. Die PTB Brasiliens stieg im oben genannten Zeitraum auf das 15-fache und betrug -2,3 Tonnen pro Kopf, bei einem Konsum von 16,4 Tonnen pro Kopf. China hat seit 1993 eine positive und ständig zunehmende PTB, lag aber mit 1,2 Tonnen pro Kopf in 2015 unter dem Europäischen Durchschnitt. Es wird argumentiert, dass auch jene Rohstoffmengen miteinbezogen werden müssen, die notwendig waren, um die gehandelten Produkte herzustellen. Tut man dies, so war die Handelsbilanz Österreichs in 2015 mehr als sieben Mal so hoch, der Pro-Kopf-Konsum steigt dann auf 32 Tonnen pro Jahr. Gesteigerte Ressourceneffizienz kann zu einer Reduktion des Rohstoffbedarfs führen. Jedoch muss dem sogenannten „Rebound-Effekt“ entgegengewirkt werden, um zu vermeiden, dass Effizienzsteigerungen nicht zu höherer Nachfrage nach Rohstoffen führen.

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#54
17.07.2019
Chris (32), aus Wien fragt:
„Sind Ärztezentren sinnvoller als viele in eigenen, kleinen Praxen untergebrachte Ärzte? Wer profitiert da eigentlich am meisten, Ärzte, Betreibergesellschaften oder die Patienten?”
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Chris (32), aus Wien fragt:
„Sind Ärztezentren sinnvoller als viele in eigenen, kleinen Praxen untergebrachte Ärzte? Wer profitiert da eigentlich am meisten, Ärzte, Betreibergesellschaften oder die Patienten?”
Unser Forscher:
Marc Bilger
Professor an der Abteilung für Health Economics and Policy

Ärztezentren bieten den Betreibergesellschaften viele wirtschaftliche Vorteile. Erstens senkt die gemeinsame Nutzung von Ressourcen die Kosten für Verwaltungsaufgaben wie Planung und Abrechnung. Zweitens können Ärztezentren die Kosten durch Spezialisierung der Pflege und Austausch klinischer Erfahrungen weiter senken. Zusätzlich steht auch mehr Kapital für Investitionen in die Gesundheitstechnologie und eine größere Verhandlungsmacht zur Preissenkung zur Verfügung. Ärztezentren können eine bessere Integration der Versorgung erreichen, indem sie beispielsweise Labortests vor Ort anbieten.

Allerdings möchten nicht alle Ärztinnen und Ärzte an einer Gruppenpraxis teilnehmen. ÄrztInnen in Ärztezentren profitieren zwar von einem leichteren Zugang zu PatientInnen, haben aber auch weniger Kontrolle über die Art der PatientInnen, die sie behandeln. Eine stärkere Spezialisierung erleichtert die Arbeit, macht sie aber auch monotoner.

Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass große Ärztezentren schlechtere klinische Ergebnisse für ihre PatientInnen erzielen. Die Gründe könnten eine schwächere Arzt-PatientInnen-Beziehung und eine verminderte Beständigkeit der Versorgung sein. Einige Ärztezentren haben nun begonnen, ihr klinisches Personal in kleine Pflegeteams aufzuteilen, um die Vorteile kleiner und großer Praxen zu kombinieren.

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#53
11.07.2019
Wolfgang (61), Marketingexperte aus Wien, fragt:
„In den USA sind in letzten Jahrzehnten die führenden Unternehmen der digitalen Technologien aus dem Nichts heraus entstanden auch in China erleben wir eine rasante Transformation. Welche Faktoren waren entscheidend, dass Europa an dieser Entwicklung so gut wie keinen Anteil gehabt hat? Was müsste sich in der EU ändern?”
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Wolfgang (61), Marketingexperte aus Wien, fragt:
„In den USA sind in letzten Jahrzehnten die führenden Unternehmen der digitalen Technologien aus dem Nichts heraus entstanden auch in China erleben wir eine rasante Transformation. Welche Faktoren waren entscheidend, dass Europa an dieser Entwicklung so gut wie keinen Anteil gehabt hat? Was müsste sich in der EU ändern?”
Unser Forscher:
Alfred Taudes
Professor am Institut für Produktionsmanagement

Europa hat keinen digitalen Binnenmarkt: In jedem Land sind andere Vorschriften zu beachten, wodurch sich Softwareentwicklung und Marketing verteuern. Die USA und China sind große, homogene Märkte, in denen digitale Geschäftsmodelle schnell skalieren und aufgrund des Netzwerkeffekts rasch eine unangefochtene Marktposition erreichen. Die EU müsste daher massiv die wirtschaftliche Integration vorantreiben.
9 von 10 Hightech-Start-ups bringen nicht den erwarteten Erfolg. Dies ist für einen Kreditgeber viel zu riskant. Damit verbunden ist auch, dass die ErfinderInnen für Risikoübernahme belohnt werden müssen, ein Angestelltenverhältnis passt hier nicht. Das Silicon Valley hat daher neue Organisationsformen entwickelt: Business Angels, Start-up-Acceleratoren und unternehmerische Universitäten schaffen geeignete Rahmenbedingungen für junge Hightech-Unternehmen. Wenn ein Venture Capitalist Eigenkapitalanteile übernimmt, und das erfolgreiche Start-up-Unternehmen eine Weltdominanz erreicht, funktioniert die Finanzierung. Hier ist in letzter Zeit viel in Europa geschehen, an der WU gibt es z.B. ein Gründungszentrum. Von einem Gleichstand kann aber noch keine Rede sein und die Bemühungen sind zu intensivieren.

Nicht vergessen sollte man, dass in den USA durch die militärische Forschung sehr viele Basisinnovationen entstehen, die dann in kommerzielle Produkte eingehen. Auch ist das Datenschutzrecht liberaler. China hat mithilfe des Staates ein eigenes leistungsfähiges Innovationssystem entwickelt, das auch vom großen Binnenmarkt, staatlicher Intervention und Datenfreiheit profitiert. Europa kann und soll diese Aspekte nicht kopieren. Vielmehr sollten wir eine unseren Wertesystemen entsprechende Innovationskultur entwickeln. Die Blockchain-Technologie bietet hierzu die Möglichkeit und mit dem Forschungsinstitut für Kryptoökonomie und dem Austrian Blockchain Center ist die WU Wien hier sehr aktiv.

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#52
11.07.2019
Ronald (63), aus Wien fragt:
„Gibt es einen eigenen Fachausdruck für die Art des Marketing, in der einer eigenen Zielgruppe ein spezieller Sonderrabatt gewährt wird. Wenn ja, wie heißt diese Sonderform des Marketings? ”
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Ronald (63), aus Wien fragt:
„Gibt es einen eigenen Fachausdruck für die Art des Marketing, in der einer eigenen Zielgruppe ein spezieller Sonderrabatt gewährt wird. Wenn ja, wie heißt diese Sonderform des Marketings? ”
Unser Forscher:
Thomas Reutterer
Professor am Institut für Service Marketing und Tourismus

Sehr geehrter Herr Ronald, der gesuchte Fachausdruck ist das Zielgruppen-Marketing: Es handelt sich hierbei um differenzierte bzw. zielgruppenspezifisch maßgeschneiderte Promotions. Im Gegensatz zu einer undifferenzierten Marketing-Aktion werden für eine oder mehrere Personengruppe(n) oder Marktsegmente gezielt Angebote entwickelt. Die Grundidee dabei ist, mit diesen Angeboten die Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Gruppe besser anzusprechen und aus Firmensicht eine höhere Effektivität bzw. Treffsicherheit sowie einen effizienteren Mitteleinsatz (Sonderangebote kosten in der Regel Geld) zu erreichen. Während die Einlöse-Raten bei undifferenzierten Promotions im Bereich von lediglich ca. 2-6 Prozent liegen, werden über solche zielgruppenspezifisch maßgeschneiderte Aktionen Raten von bis zu 15% erreicht (je nach Attraktivität des Angebots für die Zielgruppe durchaus auch höher). Im Online-Bereich aber auch auf Basis von über Kundenkarten-Programme gesammelten Transaktionsdaten maßgeschneiderte werden solche Promotions immer häufiger auch auf individuelle Personenprofile angepasst. In diesem Zusammenhang stellt sich dann oft auch die Frage nach dem Datenschutz bzw. es relativiert sich der KundInnen-Nutzen durch den damit empfundenen Eingriff in die Privatsphäre.

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#51
04.07.2019
Nebil (22 ), Student aus Paderborn (DE), fragt:
„Wie sieht es rechtlich bei Vergleichsportalen (z.B Check24) aus. Welche Gesetzeslage gilt um verschiedene Internetseiten miteinader zu vergleichen? Müssen sich Vergleichsportale von jeder Seite das rechtliche Ok holen, um diese auf ihrer Webseite anzeigen zu dürfen? Dürfen Bilder ohne Erlaubnis der Webseite auf dem Vergleichsportal angezeigt werden? ”
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Nebil (22 ), Student aus Paderborn (DE), fragt:
„Wie sieht es rechtlich bei Vergleichsportalen (z.B Check24) aus. Welche Gesetzeslage gilt um verschiedene Internetseiten miteinader zu vergleichen? Müssen sich Vergleichsportale von jeder Seite das rechtliche Ok holen, um diese auf ihrer Webseite anzeigen zu dürfen? Dürfen Bilder ohne Erlaubnis der Webseite auf dem Vergleichsportal angezeigt werden? ”
Unser Forscher:
Martin Winner
Professor an der Abteilung für Informations- und Immaterialgüterrecht

Online-Vergleichsportale sind Bestandteil des täglichen Lebens, da sie es KonsumentInnen ermöglichen, eine Vielzahl von Angeboten rasch miteinander zu vergleichen. Diese Plattformen können aus verschiedenen Perspektiven rechtlich beurteilt werden, wovon wir einige (aber nicht alle!) aufzeigen wollen:

Beim Vergleich von Angeboten unterschiedlicher Anbieter ist vor allem das Wettbewerbsrecht zu beachten. Das betrifft insbesondere jene Portale, die von keiner unabhängigen Institution (z.B. Verein für Konsumenteninformation oder Stiftung Warentest) betrieben werden, sondern von den angebotenen Vergleichen finanziell profitieren (z.B. über Provisionszahlungen). Diese haben bei ihrem Vergleichsangebot besonders darauf zu achten, die Nutzer nicht zu täuschen (z.B. über die Preiswürdigkeit eines Angebots oder die Anzahl an berücksichtigten Anbietern) und somit gegen das Irreführungsverbot zu verstoßen.

Zwischen Vergleichsportalen und den einzelnen Anbietern gibt es häufig einen Vertrag, in dem die wechselseitigen Rechte und Pflichten festlegt werden. Angebote werden aber auch ohne Zustimmung der jeweiligen Unternehmen auf Vergleichsportalen herangezogen. Mittels eines technischen Verfahrens werden die Inhalte aus den Datenbanken der Anbieter ausgelesen und auf dem Portal ausgewertet (sogenanntes „Screen Scraping“). Dieses Vorgehen ist aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive grundsätzlich zulässig, sofern dabei keine technischen Schutzmaßnahmen des Anbieters überwunden werden.

Im Rahmen des „Screen Scraping“ kann es aber zu Urheberrechtsverletzungen kommen, wenn von Vergleichsportalen urheberrechtlich geschützte Werke, z.B. Texte oder Grafiken, ohne Zustimmung der Urheber verwertet werden. Ferner ist der Investitionsschutz der Datenbankhersteller zu beachten: Eine Datenbankverwertung oder die Herstellerinteressen dürfen nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Einzelfall kann auch das Kartellrecht schlagend werden, insbesondere, wenn bestimmte Anbieter sich verpflichten, keinem anderen Vergleichsportal bessere Konditionen zu gewähren.

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#50
04.07.2019
Julia (28), aus Wien fragt:
„Wird es in Zukunft noch wichtig sein, selbst stilistisch gute Texte zu verfassen? Oder werden früher oder später Maschinen diese Aufgabe zur Gänze übernehmen?”
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Julia (28), aus Wien fragt:
„Wird es in Zukunft noch wichtig sein, selbst stilistisch gute Texte zu verfassen? Oder werden früher oder später Maschinen diese Aufgabe zur Gänze übernehmen?”
Unser Forscher:
Kurt Hornik
Professor am Institut für Statistik und Mathematik

Grundsätzlich können Maschinen alles lernen, was Menschen lernen können, und es ist sicherlich so, dass Fähigkeiten, die Menschen in der Vergangenheit erlernt haben, in Zukunft von Maschinen übernommen werden können, sofern dies wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich akzeptabel ist. So wird ja das Rechnen im Kopf oder mit der Hand immer weniger eingeübt, weil es effizienter ist, wenn Computer dies für uns übernehmen. Auch beim Schreiben von Texten kann ich mir vorstellen, dass wir uns mehr von Maschinen unterstützen lassen. Beispielsweise könnten wissenschaftliche Kommunikationsprozesse verbessert werden, wenn beim Verfassen von Fachpublikationen nicht nur Rechtschreibfehler, sondern auch Probleme bei der Satzstellung und Wortwahl aufgezeigt und Verbesserungen vorgeschlagen würden. Maschinen können auch helfen, komplizierte Texte wie beispielsweise Anlegerinformationen oder Gesetzestexte lesbarer und verständlicher zu machen. Ich würde aber davon ausgehen, dass wir auch in Zukunft in der Lage sein müssen, effizient miteinander sprachlich zu kommunizieren, und wo diese Kommunikation verschriftlicht wird, Maschinen uns sicherlich verbessern, aber nicht ersetzen werden.

 

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#49
26.06.2019
Klaus (35), aus Wien fragt:
„Stichwort 2-Klassen-System der Medizin: Wäre es zielführend private Gesundheitsdienstleistungen höher zu besteuern, um mit diesen Mehreinnahmen das öffentliche Gesundheitssystem zu stützen?”
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Klaus (35), aus Wien fragt:
„Stichwort 2-Klassen-System der Medizin: Wäre es zielführend private Gesundheitsdienstleistungen höher zu besteuern, um mit diesen Mehreinnahmen das öffentliche Gesundheitssystem zu stützen?”
Unser Forscher:
August Österle
Professor am Institut für Sozialpolitik

In Österreich bzw. in Europa gibt es einen breiten Konsens, dass die Qualität der medizinischen Versorgung nicht von den individuellen finanziellen Mitteln abhängig sein sollte. Auch auf globaler Ebene findet dieses Ziel unter dem Titel Universal Health Coverage (UHC) breite Unterstützung. Im europäischen Kontext wird der Umfang und die Qualität dieser Gesundheitsversorgung für alle relativ breit definiert. Die Frage ist, ob oder in welchen Bereichen es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass Teile der Bevölkerung durch zusätzliche, privat finanzierte medizinische Leistungen eine höhere Versorgungsqualität erreichen. Je nachdem wie der grundlegende Versorgungsstandard und darauf aufbauende, privat finanzierte Zusatzangebote definiert sind, entsteht ein 2- oder auch Mehr-Klassen-System in der Medizin.

Abgesehen von diesen Grenzziehungen stellt sich die Frage nach der Finanzierung einer umfassenden und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung für alle. Typischerweise werden dafür Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge verwendet, in kleinerem Rahmen auch Selbstbehalte. Eine zweckgebundene Besteuerung von privaten Gesundheitsleistungen (über die übliche Besteuerung von privaten wirtschaftlichen Aktivitäten hinaus) scheint eher problematisch. Zielführender wäre es, den ermittelten Finanzierungsbedarf durch einen entsprechenden Anteil an den gesamten Steuereinnahmen zu decken. Dies entspräche dem finanzwirtschaftlichen Gesamtdeckungsprinzip („Nonaffektationsprinzip“). Zudem würden keine expliziten Anreize gesetzt, den privat finanzierten Konsum von Gesundheitsleistungen, die über den definierten allgemeinen Standard hinausgehen, zu vermindern. Letzteres hätte Auswirkungen auf die Gesundheit des Individuums (und dessen möglichen Bedarf an Leistungen aus dem öffentlichen Gesundheitswesen), aber auch für möglicherweise innovative Wege in der Gesundheitsversorgung. Würde nicht auf die Einnahmen- sondern die Lenkungswirkung einer Steuer abgestellt, schiene es sinnvoller Anreize gegen gesundheitsschädliches Verhalten zu setzen und nicht gesundheitsförderlichem Verhalten entgegenzuwirken.

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#48
26.06.2019
Margit (57), DGKP aus Wien, fragt:
„Wir haben einige größere und kleinere Krankenkassen, wobei ich davon ausgehe, dass jeder "Kunde" gleich viel - je nach Einstufung nach Einkommen - einzahlt. Warum kann nicht jede/r die Krankenkasse selbst wählen?? ”
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Margit (57), DGKP aus Wien, fragt:
„Wir haben einige größere und kleinere Krankenkassen, wobei ich davon ausgehe, dass jeder "Kunde" gleich viel - je nach Einstufung nach Einkommen - einzahlt. Warum kann nicht jede/r die Krankenkasse selbst wählen?? ”
Unser Forscher:
Harald Eberhard
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht

Bei der Privatversicherung (im konkreten Fall: Kranken-Zusatzversicherung) gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Niemand muss eine solche Zusatzversicherung abschließen, die Versicherungsnehmer können ein beliebiges Versicherungsunternehmen wählen. Diese können wiederum frei entscheiden, ob sie Versicherungsschutz gewähren – also Verträge abschließen – wollen.
Das Versicherungsunternehmen muss von Gesetzes wegen außerdem keine identischen Tarife und Leistungen anbieten. Es muss dies nicht einmal dann tun, wenn das Risiko vergleichbar ist (etwa: gleiches Alter, ähnliche Krankengeschichte, vergleichbarer Lebenswandel). Freilich arbeiten Privatversicherer mit Statistiken und daher bietet ein Krankenversicherer seinen VersicherungsnehmerInnen in der Praxis risikoabhängige und damit – mit Blick auf die Versichertengemeinschaft – „gerechte“ Tarife an.

Die Krankenkassen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung gehen von einem anderen System aus: der Pflichtversicherung der durch das Gesetz erfassten Personenkreise, um eine möglichst breite Risikogemeinschaft zu bilden. Die dafür eingerichteten Sozialversicherungsträger sind nach dem Prinzip der Selbstverwaltung aufgebaut, was bedeutet, dass diese bestimmte Leistungen innerhalb gesetzlicher Spielräume zwar „autonom“ festlegen können, aber eben immer eine gesetzliche Grundlage benötigen. Genau darin liegt ein weiterer Unterschied zur Privatversicherung: In der gesetzlichen Sozialversicherung ist es dem Gesetzgeber grundsätzlich verwehrt, innerhalb derselben Risikengemeinschaft zwischen „guten“ und „schlechten“ Risiken wie in der privatrechtlichen Versicherung zu unterscheiden. Es ist vielmehr ein Charakteristikum der gesetzlichen Sozialversicherung, dass in ihr alle Risiken zu einer Risikengemeinschaft zusammengefasst und einem grundsätzlich einheitlichen Beitragsrecht unterstellt werden.

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#47
19.06.2019
Lucia (32), Kindergartenleiterin aus Linz fragt:
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Lucia (32), Kindergartenleiterin aus Linz fragt:
„”
Unser Forscher:
Daniel Blum
Wissenschaftler am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht

Das österreichische Einkommensteuerrecht verfolgt das Ziel, jede(n) Steuerpflichtige(n) entsprechend seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu besteuern. Diese wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bemisst das Gesetz anhand der Gesamtsumme aller von Ihnen im selben Kalenderjahr bezogenen Einkünfte, abzüglich der damit verbundenen Aufwendungen. Ob Sie Ihr Jahreseinkommen daher durch eine, zwei oder vielleicht sogar mehrere Tätigkeiten erzielen, ist dem Steuerrecht egal, da es eine Gesamtbetrachtung anstellt. Diese Gesamtbetrachtung soll sicherstellen, dass vergleichbare Steuerpflichtige, d.h. solche mit demselben Gesamtjahreseinkommen, auch der gleichen Steuerlast unterliegen. Eine solche Gleichbehandlung ist nicht nur ein politisch wünschenswertes Ziel (Stichwort: Fairness), sondern wird von unserer Bundesverfassung sogar verlangt (durch den sogenannten Gleichbehandlungsgrundsatz). Würden Sie etwa mit den Einkünften, die Sie durch das nebenberufliche Abhalten von Kursen erzielen, nicht der Einkommensteuer unterliegen, wären Sie bessergestellt als jemand, der dasselbe Jahreseinkommen wie Sie (d.h. Gehalt aus Berufstätigkeit + Kurse), allerdings aus einer einzigen Quelle (z.B. nur als Gehalt), bezieht.

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#46
19.06.2019
Max (29), Lehrer aus Feldkirch, fragt:
„Verdienen Politiker (z.B. Minister) im Vergleich zu Managern von privaten und (teil-) staatlichen Unternehmen ausreichend viel?”
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Max (29), Lehrer aus Feldkirch, fragt:
„Verdienen Politiker (z.B. Minister) im Vergleich zu Managern von privaten und (teil-) staatlichen Unternehmen ausreichend viel?”
Unsere Forscherin:
Renate Meyer
Professorin am Institut für Organization Studies

Der Jahresverdienst von österreichischen BundesministerInnen ist mit rund 250.000 Euro gesetzlich fixiert. Die Schlüsselfrage für Vergleiche ist nun: mit wem? Wer ist die Referenzgruppe? Aus der Forschung wissen wir nämlich, dass horizontale Vergleiche – also solche mit vermeintlich gleichen Referenzgruppen – sich in der Regel nach oben orientieren.

Dieser Effekt führt Studien zufolge dazu, dass Managementvergütungen durch das Vergleichen laufend nach oben korrigiert werden. Für Österreich zeigt eine AK-Studie, dass sich der Durchschnittsjahresverdienst von Vorstandsmitgliedern in Österreichs größten börsennotierten Unternehmen, etwa 1,7 Millionen Euro, während der letzten 15 Jahre verdreifacht hat. Das mittlere Einkommen in Österreich ist hingegen nur um ein Drittel gestiegen. Nun könnte man natürlich fragen, ob österreichische Top-ManagerInnen – verglichen mit ihren internationalen KollegInnen – ausreichend viel verdienen. Daten der TU München zeigen: Die durchschnittliche Vergütung von Vorstandsmitgliedern in den größten börsennotierten Unternehmen ist in Deutschland etwa doppelt so hoch wie in Österreich.

Eine andere Vergleichsmöglichkeit wären PolitikerInnen aus anderen Ländern. In Deutschland beispielsweise verdienen BundesministerInnen ähnlich viel wie ihre österreichischen AmtskollegInnen.

Interessant bei der Beurteilung von Top-Vergütungen ist vielleicht auch, auf vertikale Vergleiche abzustellen. Dabei wird der Durchschnittsbezug von MitarbeiterInnen als Referenzgröße angesetzt. Österreichische MinisterInnen verdienen etwa das Sechsfache eines mittleren Einkommens im öffentlichen Dienst. Bei Österreichs größten börsennotierten Unternehmen variiert dieser Faktor laut Arbeiter/innen-Kammer zwischen sechs und 67.

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#45
14.06.2019
Siba (19), Studentin aus Syrien fragt:
„Ist eine Weltwirtschaftskrise durch die ganzen geopolitischen Veränderungen und internationalen Konfliktherde unserer Zeit (China - USA - Russland, diverse Konflikte im Nahen Osten, Krisen in Südamerika) in naher Zukunft unabwendbar?”
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Siba (19), Studentin aus Syrien fragt:
„Ist eine Weltwirtschaftskrise durch die ganzen geopolitischen Veränderungen und internationalen Konfliktherde unserer Zeit (China - USA - Russland, diverse Konflikte im Nahen Osten, Krisen in Südamerika) in naher Zukunft unabwendbar?”
Unser Forscher:
Thomas Plümper
Professor am Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung

Weltwirtschaftskrisen können durch internationale Konflikte ausgelöst, verstärkt oder verlängert werden. Das beste Beispiel liefert die Weltwirtschaftskrise von 1929. Diese begann als Finanzmarktkrise, entwickelte sich durch protektionistische Reflexe betroffener Länder zu einer Weltwirtschaftskrise, und trug durch das Erstarken radikaler politischer Kräfte zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges bei. Generell besteht diese Logik bis heute fort. Die vielleicht gröβte Gefahr geht derzeit von der abnehmenden Bereitschaft der USA aus, das liberale Weltwirtschaftssystem zu verteidigen. Im Unterschied zu 1929 existieren jedoch deutlich stabilere internationale Institutionen und die großen wirtschaftlichen Mächte verfügen über die Erfahrung aus vergangenen Krisen. Eine Eskalation ist deshalb bei allem gegenwärtigen Säbelrasseln weniger wahrscheinlich. Auch die aktuellen regionalen politischen Konflikte weisen nicht das Potential auf, eine globale Wirtschaftskrise auszulösen. Keine der Konfliktparteien verfügt über ausreichend Marktmacht, um durch Angebotsverknappung und die daraus resultierenden Preissteigerungen für strategisch wichtige Güter – wie dies für Wirtschaftskrisen typisch ist – die Weltwirtschaft grundlegend zu destabilisieren. Keine Weltwirtschaftskrise ist unabwendbar und jeder politische Konflikt kann durch politischen Willen, Kompromissbereitschaft und diplomatisches Geschick eingedämmt werden. Es mag also einen Zusammenhang zwischen internationalen Konflikten und Weltwirtschaftskrisen geben – unabwendbar ist dieses Schicksal jedoch keineswegs.

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#44
11.06.2019
Tatjana (27), aus Möllersdorf fragt:
„Werden sich Augmented und Virtual Reality in Zukunft durchsetzen und welches Potenzial ergibt sich daraus für die Werbewirtschaft?”
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Tatjana (27), aus Möllersdorf fragt:
„Werden sich Augmented und Virtual Reality in Zukunft durchsetzen und welches Potenzial ergibt sich daraus für die Werbewirtschaft?”
Unsere Forscherin:
Monika Koller
Wissenschaftlerin am Institut für Marketing and Consumer Research

Aus der Forschung zur Akzeptanz neuer Technologien wissen wir, dass oftmals die Aspekte „perceived usefulness“, also die wahrgenommene Nützlichkeit, sowie der „ease of use“, die einfache Handhabung bzw. Nutzungsmöglichkeit, ausschlaggebend dafür sind, ob KonsumentInnen neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen gegenüberstehen. Es ist also wichtig, dass Augmented und Virtual Reality Anwendungen einen gewissen Nutzen bieten. Dieser kann, abhängig von den individuellen Präferenzen, in unterschiedliche Richtungen gehen. Die wahrgenommene Nützlichkeit kann z.B. funktional, im Sinne zusätzlicher Informationen, die dadurch übermittelt werden, sein, aber auch emotional, im Sinne von Emotionalität, z.B. Spaß und Unterhaltung, werden geboten. Hier kommen individuelle Präferenzen und Konsumgewohnheiten ins Spiel. Ebenso können der Wunsch, neue Dinge auszuprobieren oder ökonomische bzw. umweltbezogene Gedanken, relevant sein. Unsere eigene Forschung in diesem Themenkontext hat auch gezeigt, dass die Wichtigkeit, sensorische Information im Rahmen der Konsumation zu erhalten, wie z.B. Dinge riechen oder tasten zu können, mitzudenken ist. So präferieren Personen, denen das aktive „am Produkt riechen zu können“ wichtig ist, im Vergleich mit Virtual Reality Unterhaltung eher analoge Angebote.

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#43
06.06.2019
Thomas (59), Geschäftsführer Markenagentur aus Wien fragt:
„Die ''Assets'' der meisten Unternehmen haben sich den letzten 30 Jahren massiv gewandelt. Von materiellen zu immateriellen Assets. Insbesondere bei Marken gilt eine seltsame Rechtslage: selbsterstellt = nicht aktivierbar; zugekauft = aktivierbar. Wie erklärt die Wissenschaft diese Schieflage heute? Welche Wege empfiehlt die Wissenschaft, um solche Fragen "fachübergreifend" zu lösen? ”
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Thomas (59), Geschäftsführer Markenagentur aus Wien fragt:
„Die ''Assets'' der meisten Unternehmen haben sich den letzten 30 Jahren massiv gewandelt. Von materiellen zu immateriellen Assets. Insbesondere bei Marken gilt eine seltsame Rechtslage: selbsterstellt = nicht aktivierbar; zugekauft = aktivierbar. Wie erklärt die Wissenschaft diese Schieflage heute? Welche Wege empfiehlt die Wissenschaft, um solche Fragen "fachübergreifend" zu lösen? ”
Unser Forscher:
Matthias Petutschnig
Wissenschaftler der Abteilung für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
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#42
06.06.2019
Anna (25), Sozialpädagogin aus Wien, fragt:
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Anna (25), Sozialpädagogin aus Wien, fragt:
„”
Unser Forscher:
Wolfgang Lutz
Professor an der Abteilung für Demografie

Das ist eine hoch relevante und interessante Frage. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Bevökerung in allen europäischen Ländern älter wird. Die Lebenserwartung steigt an und die Geburtenraten sinken bzw. bleiben auf einem niedrigen Niveau. In Österreich beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt für Frauen derzeit 84 Jahre. Gleichzeitig kommen im Durchschnitt nur ca. 1,5 Kinder pro Frau zur Welt. Durch diese Entwicklung steigt das mittlere Alter der Bevölkerung (Median) in Österreich von derzeit 43 Jahren bis 2050 vermutlich auf rund 50 Jahre. Das heißt, dass die Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein wird.

Das gesetzliche Pensionsantrittsalter reagiert bisher nicht auf diese Entwicklung. Es ist bei uns für Frauen 60 und für Männer 65 Jahre. Das faktische Antrittsalter hat in den vergangenen Jahrzehnten sogar abgenommen. Es liegt derzeit bei Frauen knapp unter 60 Jahren und bei Männern knapp darüber. Wenn das weiter so bleibt, und der Anteil der älteren Menschen weiter zunimmt – was so gut wie sicher ist – dann wird sich die Lücke zwischen Beiträgen und Auszahlungen bei den Pensionen immer weiter öffnen. Aus diesem Grund hat man in anderen europäischen Ländern Formeln entwickelt, in denen sich das Pensionsantrittsalter automatisch an die steigende Lebenserwartung anpasst. In Dänemark gibt es zum Beispiel eine ganz klare Regel: Das Pensionsantrittsalter soll immer genau 14,5 Jahre unter der Lebenserwartung liegen (für Männer und Frauen gemeinsam). Wenn also die Lebenserwartung um 2 Jahre zunimmt, nimmt auch das Pensionsalter um 2 Jahre zu. Damit werden alle gewonnenen Lebensjahre der Arbeitszeit zugeschlagen. Bei uns werden derzeit alle gewonnen Jahre der Zeit in Pension zugeschlagen. Andere Länder Teilen die gewonnenen Jahre zwischen den beiden Lebensabschnitten auf. Darüber wird es bei uns sicher noch viele Diskussionen geben.

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#41
29.05.2019
Lukas (32), Investor und Aktionär, aus Wolfsberg fragt:
„Warum ist das so, dass bis heute nur eine Frau den "Wirtschaftsnobelpreis" gewonnen hat?”
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Lukas (32), Investor und Aktionär, aus Wolfsberg fragt:
„Warum ist das so, dass bis heute nur eine Frau den "Wirtschaftsnobelpreis" gewonnen hat?”
Unsere Forscherin:
Heike Mensi-Klarbach
Wissenschaftlerin am Institut für Gender und Diversität in Organisationen

Dieselbe Frage wurde vergangenes Jahr von einem Journalisten den Mitgliedern des Nobel Prize Committees gestellt[1]. Diese sahen vor allem die geringe Anzahl an Forscherinnen in den jeweiligen Disziplinen als Grund. Der Vorsitzende des Komitees für den „Wirtschaftsnobelpreis“, Per Stromberg, meinte, dass die steigende Anzahl an Frauen in der Wissenschaft zukünftig auch zu mehr Preisträgerinnen führen würde. In den aktuellen Rankings der einflussreichsten ÖkonomInnen finden sich jedoch nach wie vor nur sehr wenige Frauen[2]. Wie ist das erklärbar? Der „Wirtschaftsnobelpreis“ (Economic Sciences) wird traditionell an ÖkonomInnen vergeben, die stark finanzmathematisch arbeiten. Gängige Stereotype besagen, dass Frauen in mathematisch orientierten Fächern nicht so gut seien wie Männer. Das führt dazu, dass sie sich weniger in diese Teildisziplin selektieren, aber auch, dass sie als weniger kompetent wahrgenommen werden, wenn sie in dieser tätig sind[3]. Daher gibt es weniger Frauen in der Ökonomie, und Ökonominnen gehören seltener zu den wahrgenommenen SpitzenforscherInnen. Zudem kann der Auswahlprozess als Grund für die homogene Zusammensetzung von Laureats gesehen werden. Preisträger sind mehrheitlich weiße Männer im Alter von durchschnittlich 67 Jahren von US-amerikanischen Universitäten: mehr als ein Drittel aller Wirtschaftsnobelpreisträger ist in nur sechs US-Universitäten beheimatet! Die Frage wer, warum und nach welchen Kriterien entscheidet, welche/r WissenschafterIn ehrungswürdig ist, wurde immer wieder intensiv diskutiert. So wurde laut Assar Lindbeck die heterodoxe Ökonomin Joan Robinson ob der Befürchtung nicht geehrt, sie könnte ihren daraus resultierenden Ruhm gegen die „mainstream“ Ökonomie nutzen[4]. Kritik an der Auswahl der PreisträgerInnen hat dazu geführt, dass 1994 die Mitgliedschaft im Auswahlkomitee auf drei Jahre befristet wurde. Zudem wird seit Kurzem gezielt nach Frauen, aber auch Nominierungen aus unterschiedlichen geografischen Regionen und mit unterschiedlichem ethnischen Hintergrund gesucht. Denn das Nobel Prize Committee kann nicht ausschließen, dass die enge Selektion bisher WissenschafterInnen systematisch übersieht, die einen Nobelpreis verdient hätten[5].

[1] https://qz.com/1097888/the-nobel-prize-committee-explains-why-women-win-so-few-prizes/

[2] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/f-a-z-oekonomenranking-2018-die-tabellen-15761727.html, https://superscholar.org/features/20-most-influential-living-economists/

[3] https://harzing.com/publications/white-papers/gender-bias-and-meritocracy-how-to-make-career-advancement-in-economics-more-inclusive

[4] https://www.nytimes.com/2001/10/13/business/the-sometimes-dismal-nobel-prize.html

[5] https://qz.com/1097888/the-nobel-prize-committee-explains-why-women-win-so-few-prizes/

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#40
29.05.2019
Lukas (37), Data Scientist, aus Graz fragt:
„Wie erklären Sie Ihrer Großmutter wie Cum-Ex Betruge funktionieren?”
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Lukas (37), Data Scientist, aus Graz fragt:
„Wie erklären Sie Ihrer Großmutter wie Cum-Ex Betruge funktionieren?”
Unser Forscher:
Michael Lang
Professor am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht

Hinter dem Begriff „Cum-Ex Geschäfte“ verbirgt sich einer der größten Steuerskandale der letzten Jahre. Laut Medienberichten beläuft sich das Schadensvolumen in Europa auf über 55,2 Milliarden €. Bei Cum-Ex Geschäften handelt es sich um eine Kombination von mehreren Kauf- und Verkaufsvorgängen einer Aktie, die zeitlich beim Dividendenauszahlungstermin gelegen sind. Dabei wirken mehrere Akteure koordiniert zusammen, um Verwirrung über den tatsächlichen Besitz der Aktie zu stiften. Durch Cum-Ex Geschäfte wird das Ziel verfolgt, die Kapitalertragsteuer mehrfach vom Staat zurück erstattet zu bekommen.

Bei der Auszahlung von Dividenden führen Kapitalgesellschaften gleichzeitig die Kapitalertragsteuer an den Staat ab. In Österreich beträgt die Kapitalertragsteuer 27,5 %, wodurch dem Dividendenempfänger nur 72,5 % tatsächlich ausbezahlt werden. Bestimmte Dividendenempfänger sind jedoch von der Kapitalertragsteuer befreit. Falls eine solche Befreiung vorliegt, jedoch die Steuer bei der Auszahlung der Dividende einbehalten wurde, kann die Rückerstattung der einbehaltenen Kapitalertragsteuer beantragt werden. Durch das bei Cum-Ex Geschäften erzeugte Verwirrspiel rund um den Dividendenauszahlungstag wird von mehreren Personen, die den Eindruck erwecken, die Aktie zu besitzen, die Rückerstattung derselben Kapitalertragsteuer beantragt. Sollte das Verwirrspiel aufgehen, wird der Staat mehrfach um die Kapitalertragsteuer geprellt. Viele Staaten änderten bereits ihre Gesetze, um Cum-Ex Geschäfte in Zukunft zu verhindern. Die juristische Aufarbeitung der Cum-Ex Geschäfte wird aber noch mehrere Jahre dauern.

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#39
23.05.2019
Anna (27), aus Wien fragt:
„Wie wird die steigende Verwendung von Bitcoin-Transaktionen und Blockchain-Anwendungen, die sehr viel Strom verbrauchen, im Bezug auf die Umwelt gerechtfertigt? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit wir unsere Umwelt nicht noch mehr belasten?”
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Anna (27), aus Wien fragt:
„Wie wird die steigende Verwendung von Bitcoin-Transaktionen und Blockchain-Anwendungen, die sehr viel Strom verbrauchen, im Bezug auf die Umwelt gerechtfertigt? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, damit wir unsere Umwelt nicht noch mehr belasten?”
Unsere Forscherin:
Shermin Voshmgir
Direktorin des Forschungsinstituts für Kryptoökonomie

Die gängige mediale Berichterstattung hebt oftmals die Energieineffizienz dieser Technologien hervor und kritisiert, dass der Mechanismus hinter Blockchains sehr energieintensiv ist, dadurch viel Strom verbraucht und somit die Umwelt belastet wird. Der hohe Stromverbrauch von Bitcoin-Netzwerk und ähnlichen Blockchains ist eine Tatsache, die aufgrund der Transparenz, die der Blockchain-Technologie zugrunde liegt, auch sehr genau gemessen werden kann. Leider wird in der medialen Debatte verabsäumt, den CO2-Fußabdruck von Bitcoin-Transaktionen mit jenem herkömmlicher Banktransaktionen zu vergleichen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es keine aussagekräftigen Studien gibt, die den CO2-Fußabdruck von herkömmlichen Finanztransaktionen darstellen. Diese Zahlen stehen der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung, und werden auch von den Banken und anderen Finanzdienstleistern kaum erhoben. Wenn man also den CO2-Fußabdruck von Bitcoin-Transaktionen berechnet, müsste man den CO2-Fußabruck von herkömmlichen Finanztransaktionen auch erheben. Daten über einen CO2-Fußabdruck der Angestellten, die täglich zur Arbeit fahren, ManagerInnen, die in Flugzeuge steigen, Rechnerzentren und Serverfarmen, die alle Bankdaten verwalten. All dies wird ja durch ein Computernetzwerk wie die Bitcoin-Blockchain, die automatisiert Daten verwaltet, ersetzt. An der WU führen wir daher eine Studie durch, die genau diese Fragen beantworten soll. Des Weiteren werden bereits alternative kryptoökonomische Anreizmechanismen erforscht, die wesentlich ökologischer sind als der sogenannte „Proof-of-Work“, den Bitcoin verwendet.

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#38
23.05.2019
Marie (27), Schulsozialarbeiterin aus Niederösterreich, fragt:
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Marie (27), Schulsozialarbeiterin aus Niederösterreich, fragt:
„”
Unser Forscher:
Michael Meyer
Professor am Institut für Nonprofit Management

Es ist zu hoffen, dass man im Sozialbereich bald angemessener verdienen kann. In bestimmten Bereichen wird das notwendig sein, wenn man einen akuten Mangel an Arbeitskräften verhindern will, beispielsweise in der Pflege. Das Lohnniveau im Sozialbereich ist freilich auch davon abhängig, wie finanzstark die ArbeitgeberInnen sind. Sozialorganisationen in Österreich finanzieren sich zu mehr als 60% aus öffentlichen Quellen, also über Gemeinden, Länder, den Bund und Sozialversicherungsträger. Hier besteht eine hohe Abhängigkeit und oftmals Ohnmacht gegenüber Budgetkürzungen. Wie die Entscheidung über den sogenannten Pflegeregress gezeigt hat, dominiert hier selten der Sachverstand und oft der Populismus. Gerade für die Altenpflege brauchen wir dringend ein nachhaltiges Finanzierungsmodell, z.B. über Erbschafts- und Schenkungssteuern oder über eine eigene Pflegeversicherung im Rahmen der öffentlichen Sozialversicherung. Auch viele andere Sozialberufe leiden an der unsicheren Finanzierung ihrer ArbeitgeberInnen, ich denke etwa an die Betreuung von behinderten Menschen oder Reintegrationsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose. Hier ist tatsächlich die Politik gefragt, Rahmenentscheidungen zu treffen in Hinblick auf öffentliche Finanzierung oder Alternativen durch den Markt oder durch private Spenden – letzteres hat in Österreich keine große Tradition. Volkswirtschaftlich würde ein steigendes Lohnniveau für Sozialberufe auch insofern Sinn machen, als der Gesundheits- und Sozialbereich mittlerweile nach dem Handel der zweitgrößte Beschäftigungssektor ist, und mehr Kaufkraft für diese Menschen die Wirtschaft stimuliert. In anderen Sektoren hätte der Markt längst einen Anstieg der Gehälter gebracht. Keine einfache Antwort auf Ihre klare Frage, es ist – wie der frühere Bundeskanzler Fred Sinowatz einmal gesagt hat – alles sehr kompliziert, aber bleiben wir im Gespräch.

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#37
23.05.2019
Hannes (50), Krankenhausbetriebsdirektor aus Schladming, fragt:
„Welche ökonomischen Herausforderungen sehen Sie für das Gesundheitswesen (in Österreich) in der nahen und mittleren Zukunft?”
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Hannes (50), Krankenhausbetriebsdirektor aus Schladming, fragt:
„Welche ökonomischen Herausforderungen sehen Sie für das Gesundheitswesen (in Österreich) in der nahen und mittleren Zukunft?”
Unsere Forscherin:
Anna-Theresa Renner
Wissenschaftlerin in der Abteilung Health Economics and Policy Abteilung

ÖsterreicherInnen leben im internationalen Vergleich zwar relativ lange, allerdings tun sie dies mit einer hohen Prävalenz an chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes). Die medizinische Betreuung der immer größer werdenden Zahl an älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen wird und tut dies auch jetzt schon, einen großen Teil der Ressourcen im österreichischen Gesundheitssystem binden. Hinzukommt, dass das österreichische System stark auf den Spitalssektor und hier vor allem auf den ärztlichen Bereich ausgerichtet ist. Das zeigt sich in der hohen Betten- bzw. ÄrztInnendichte (jeweils zweithöchste Europas nach Deutschland bzw. Griechenland), und der relativ geringen Dichte an Krankenpflegepersonal. Teile Österreichs sind außerdem im niedergelassenen Bereich, vor allem was die Primärversorgung durch KassenärztInnen (also AllgemeinmedizinerInnen mit Kassenvertrag) betrifft, nicht optimal versorgt. Vor allem die Öffnungszeiten der Praxen und die geographische Verteilung innerhalb der Bezirke sind oft nicht optimal an die Bedürfnisse der PatientInnen angepasst. Dieses Problem wird in relativ naher Zukunft durch die Pensionierungswelle vieler KassenärztInnen und die Schwierigkeit der Nachbesetzung, vor allem von allgemeinmedizinischen Praxen im ländlichen Bereich, verschärft werden.

Suboptimale Versorgung im niedergelassenen Bereich kann zu erhöhten Hospitalisierungsraten führen. Die OECD verwendet beispielsweise Spitalsaufenthalte aufgrund von Diabetes, COPD, Asthma, Herzinsuffizienz und Hypertonie als Indikator für die Qualität der Primärversorgung eines Landes, da diese Erkrankungen eigentlich nicht zu vermehrten Spitalsaufenthalten führen sollten. Österreich verzeichnet bei allen genannten Diagnosen, aber vor allem bei Diabetes, höhere Hospitalisierungsraten als der Durchschnitt Europas.

Eine der ökonomischen Herausforderungen der Zukunft wird also sein, PatientInnen mit chronischen Erkrankungen im niedergelassenen Bereich so zu betreuen, dass der Spitalssektor, und damit auch das Gesundheitssystem insgesamt, entlastet wird.

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#36
16.05.2019
Christine (45), Senior Digital Manager aus Perchtoldsdorf, fragt:
„Mit welchen Wert- und Arbeitsvorstellungen kommen geflüchtete Menschen in unser Land?”
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Christine (45), Senior Digital Manager aus Perchtoldsdorf, fragt:
„Mit welchen Wert- und Arbeitsvorstellungen kommen geflüchtete Menschen in unser Land?”
Unsere Forscherin:
Judith Kohlenberger
Wissenschaftlerin am Institut für Sozialpolitk

Eine Studie der WU, die im Herbst 2015 in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem IIASA durchgeführt wurde, erhob u.a. die Wertvorstellungen von geflüchteten Menschen zu Ausbildung und Erwerbstätigkeit. Auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen gab der Großteil der Befragten an, nach positivem Asylbescheid in Österreich eine Arbeit finden zu wollen (67% über alle Altersgruppen). Interessant ist, dass gerade in den jüngeren Altersgruppen der 15- bis 19-Jährigen und 20- bis 24-Jährigen die Mehrheit der Befragten zuerst Schule oder Studium abschließen wollen (71% und 46%). Das weist auf eine hohe Bildungsorientierung hin, da gerade Geflüchtete aus Syrien und dem Irak aus der bildungsaffinen urbanen Mittelschicht ihrer Herkunftsländer stammen. Viele der jungen syrischen Männer zögerten bewusst ihren Studienabschluss hinaus, um nicht zum Heer eingezogen zu werden.

Befragt nach ihren Einstellungen zu weiblicher Erwerbstätigkeit stimmten 54% der befragten Frauen und 46% der Männer der Aussage zu, dass „bei Jobknappheit Männer mehr Anrecht auf einen Job haben sollten als Frauen.“ In arabischen Ländern liegt die Zustimmung zu dieser Aussage bei 70% aller Männer, in Österreich stimmte 2008 immerhin noch jeder fünfte Mann dieser Aussage zu. Geflüchtete aus dem Herbst 2015 befinden sich hier also auf einem Spektrum zwischen traditionellem und liberalem Rollenverständnis, was auch durch den höheren formalen Bildungsgrad dieser selektiven Gruppe zu erklären ist. Tatsächlich waren 85% der befragten Frauen und 68% der Männer der Meinung, dass „ein Job die beste Möglichkeit für eine Frau ist, um unabhängig zu sein.“

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#35
08.05.2019
Werner (50), Bankangestellter aus Köstendorf, fragt:
„Gibt es eine seriöse Berechnung zur Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens? Inkl. evtl. Steuerverluste, weil weniger Jobs gemacht werden bzw. auch Jobverluste, die dann nicht mehr notwendig sind.”
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Werner (50), Bankangestellter aus Köstendorf, fragt:
„Gibt es eine seriöse Berechnung zur Möglichkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens? Inkl. evtl. Steuerverluste, weil weniger Jobs gemacht werden bzw. auch Jobverluste, die dann nicht mehr notwendig sind.”
Unsere Forscherin:
Karin Heitzmann
Wissenschaftlerin am Institut für Sozialpolitik

Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen finanzierbar ist, hängt erstens von politischen Entscheidungen zu seiner Ausgestaltung ab. Für die Berechnung des Finanzierungsbedarfs muss etwa festgelegt werden, wer überhaupt ein Grundeinkommen erhalten sollte (alle StaatsbürgerInnen?), wie hoch es sein sollte (in Euro pro Monat), ob es allen Bezugsberechtigten in gleicher Höhe zukommen sollte (auch Kindern?) und ob durch das Grundeinkommen bisherige Sozialleistungen gestrichen werden bzw. welche beibehalten werden sollten (Gesundheitsleistungen?).

Ob der Finanzierungsbedarf gedeckt werden kann, hängt zweitens von politischen Entscheidungen zu seiner Finanzierung ab. Aktuell wird der größte Teil der österreichischen Sozialleistungen über Beiträge der ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen finanziert. Soll die Lohnsumme auch für die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens relevant bleiben oder sollen alternative Optionen stärker in Betracht gezogen werden (z.B. Wertschöpfungssteuern, Ökosteuern, Vermögenssteuern)? Insbesondere die Abschätzung des langfristigen Finanzbedarfs eines Grundeinkommens stellt eine beträchtliche Herausforderung dar. Denn es ist weitgehend unklar, wie es etwa auf die Arbeitsbereitschaft der Bezugsberechtigten wirken würde. Würden diese weiterhin im Erwerbsarbeitsmarkt tätig bleiben, und wenn ja, in welchem Ausmaß? Auch die Effekte eines Grundeinkommens auf die Lohn- und Preisentwicklung lassen sich kaum seriös abschätzen.

Nichtsdestotrotz finden sich in der Literatur einige Modellrechnungen, die – je nach angenommener Ausgestaltung und Finanzierungsquelle/n – zum Schluss kommen, dass ein Grundeinkommen finanzierbar wäre bzw. dass es nicht finanzierbar wäre. Neben der Ausgestaltung und Finanzierbarkeit ist zudem die gesellschaftliche Erwünschtheit für dieses Absicherungsmodell in den Blick zu nehmen. Viele BürgerInnen stehen einem bedingungslosen Grundeinkommen skeptisch gegenüber. Daher müsste zunächst die gesellschaftliche Akzeptanz für dieses Modell sichergestellt werden, ehe Schritte zu seiner Umsetzung getätigt werden.

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#34
08.05.2019
Yasmin (45), Gesellschafterin aus Wien, fragt:
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Yasmin (45), Gesellschafterin aus Wien, fragt:
„Die 24h-Betreuung ist zu einem wichtigen Pfeiler im Pflegesystem geworden. Wie ist die Betreuung und Pflege eigentlich in den Herkunftssländern dieser Frauen organisiert?”
Unser Forscher:
August Österle
Wissenschaftler am Institut für Sozialpolitk

Sehr geehrte Frau Pichler,

vielen Dank für Ihre Frage! In Österreich arbeiten mehr als 60.000 Menschen, in überwiegender Zahl Frauen, vor allem aus Rumänien und der Slowakei, aber auch aus anderen Ländern Mittelosteuropas in der 24-Betreuung. Wie aber in diesen Ländern Pflege und Betreuung sichergestellt wird, davon hören oder lesen wir tatsächlich sehr selten etwas.

In den mittelosteuropäischen Heimatländern der 24h-Betreuerinnen wird Pflege und Betreuung bis heute überwiegend von nahen Familienangehörigen übernommen. Und zwar in einem noch viel größeren Ausmaß als dies auch in Österreich der Fall ist. Alternativen gibt es kaum. Ein Pflegesystem, wie wir es in Österreich kennen, besteht nur in Ansätzen. Es gibt Pflegeheime, aber vielfach nur in den Städten. Verschiedene Regionen haben begonnen, auch mobile Dienste zu entwickeln, in vielen Regionen existieren diese aber bis heute nicht. Hinzu kommt, dass Betreuerinnen in Pflegeeinrichtungen oder bei mobilen Diensten in diesen Ländern schlecht bezahlt werden, für viele Einreichungen ist es daher auch schwierig Personal zu finden.

Die 24h-Betreuerinnen kommen nach Österreich und andere westeuropäische Länder, um hier ältere, pflegebedürftige Menschen zu betreuen. Viele von ihnen haben aber selbst Kinder oder auch ältere Angehörige, die Betreuung benötigen. Die notwendige Betreuung wird in den Wochen der Abwesenheit von anderen Familienangehörigen übernommen, meist Partnern, Müttern, Schwestern oder auch älteren Kindern. Wenn die 24h-Betreuerinnen für zwei oder mehr Wochen wieder in ihr Heimatland zurückkehren, übernehmen sie dort auch wieder familiäre Betreuungsaufgaben.

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#33
07.05.2019
Harald (83), Außenhandelsdelegierter i.R. aus Wien fragt:
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Harald (83), Außenhandelsdelegierter i.R. aus Wien fragt:
„Ich mache mir Sorgen um die Zukunft des Euro: Droht eine massive Geldentwertung?”
Unser Forscher:
Guido Schäfer
Professor am Institut für Analytische Volkswirtschaftslehre
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#32
01.05.2019
Gerald (43), Art director aus Wien fragt:
„Wie werden künstliche Intelligenzen in den kreativen kreationsprozess eingebunden sein? Wird eine Koexistenz das gewohnte Arbeitsumfeld unterstützen oder eher neu definieren? ”
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Gerald (43), Art director aus Wien fragt:
„Wie werden künstliche Intelligenzen in den kreativen kreationsprozess eingebunden sein? Wird eine Koexistenz das gewohnte Arbeitsumfeld unterstützen oder eher neu definieren? ”
Unser Forscher:
Ronald Hochreiter
Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Information Management and Control
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#31
29.04.2019
Olga (36), aus Karaganda in Kasachstan, fragt:
„Wie schätzen Sie die Immobilienpreisentwicklung ein?”
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Olga (36), aus Karaganda in Kasachstan, fragt:
„Wie schätzen Sie die Immobilienpreisentwicklung ein?”
Unser Forscher:
Gunther Maier
Professor am Institut für Multi-Level Governance and Development

Es hängt sehr davon ab, welche Art von Immobilien (Wohn-, Gewerbe-, Hotel-, Logistik- usw.) wir betrachten und davon, wo in Österreich.
In den letzten Jahren sind die Preise im Schnitt deutlich gestiegen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens hat die Qualität zugenommen, weil diverse Vorschriften verschärft wurden und weil die Ansprüche gestiegen sind. Zweitens steigt die Bevölkerungszahl, sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße und steigt die Wohnfläche pro Person. Mehr Leute beanspruchen also mehr Platz, was wiederum die Bodenpreise steigen lässt.

Seit der Wirtschaftskrise 2007 wurden auch viele Häuser und Wohnungen als Geldanlage gekauft. Die Zinsen anderer Anlageoptionen sind extrem niedrig. Daher flüchten AnlegerInnen in das sogenannte „Betongold“ und treiben die Preise weiter in die Höhe. Das zieht weitere AnlegerInnen an, was Nachfrage und Preise steigen lässt. Weil aber auch die EigentümerInnen von Immobilien steigende Preise erwarten, verkaufen sie diese nicht jetzt, sondern lieber erst später zu dem erwarteten höheren Preis. Das Angebot geht zurück, die Preise steigen weiter.
Aber auch am Immobilienmarkt wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

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#30
25.04.2019
Rainer (45), Leiter Controlling & Data Science, aus Wien fragt:
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Rainer (45), Leiter Controlling & Data Science, aus Wien fragt:
„Welche Konzepte gibt es, um auf lokaler Ebene das Ausnutzen von internationalen Steueroasen durch digitale Großkonzerne zu unterbinden?”
Unser Forscher:
Alexander Rust
Professor für Österreichisches und Internationales Steuerrecht
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#29
23.04.2019
Eva (66), aus Hainburg an der Donau, fragt:
„Fängt Müllvermeidung erst beim Konsumenten an? Können nicht schon Hersteller/ Produzenten in die Pflicht genommen werden?”
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Eva (66), aus Hainburg an der Donau, fragt:
„Fängt Müllvermeidung erst beim Konsumenten an? Können nicht schon Hersteller/ Produzenten in die Pflicht genommen werden?”
Unser Forscher:
Stefan Storr
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht
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#28
18.04.2019
Helmut (76), Management-Coach aus Feldkirch, fragt:
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Helmut (76), Management-Coach aus Feldkirch, fragt:
„Wie kann die Forschung die Digitalisierung bei den KMUs unterstützen?”
Unser Forscher:
Roman Brandtweiner
Information Management and Control

Studien haben gezeigt, dass bei der Digitalisierung der KMUs das fehlende Know-how eines der größten Probleme darstellt (vgl. KMU Digitalisierungsstudie 2018). Demzufolge ist eine der sinnvollsten Unterstützungsleistungen, welche die Forschung erbringen kann, die Zurverfügungstellung ihres Know-hows: sowohl bei der branchenspezifischen (im Idealfall unternehmensspezifischen) Problemidentifikation und Lösungsentwicklung als auch bei der Umsetzung der digitalen Transformation. Diese Know-how-Transfer-Leistungen müssen breit aufgestellt sein, denn die relevanten Thematiken sind teilweise sehr unterschiedlich. Beispielhaft sind die folgenden zu nennen: E-Commerce und Social Media, Smarte Produkte, Service-Design, Produktion 4.0, CRM-Tools, neue (den innovativen Technologien angepasste) Geschäftsmodelle und -prozesse sowie Verbesserung von IT-Sicherheit und Datenschutz, aber auch Basiswissen über und Schutz vor Cyberkriminalität.

Um den Wissenstransfer von den universitären Think Tanks in die Praxis zu realisieren, könnten unterschiedliche Formate verwendet werden. Die Palette reicht hier von Tagungen speziell für KMU-PraktikerInnen, über KMU spezifische Workshops bis hin zur direkten Beratungsleistung vor Ort im Unternehmen.
Wichtig ist aber auch ein flächendeckendes Bewusstmachen der Notwendigkeit der Digitalisierung, und auch das ist eine Aufgabe der Forschung. Global zeigen diverse empirische Untersuchungen, dass die Nutzung der innovativen, digitalen Technologien massive Wettbewerbsvorteile bringt. Eine Investition in diese, ist eine, die sich jedenfalls rechnet. Die Forschung ist gefordert, den aktiven Dialog mit der Praxis zu suchen und durch den Know-how-Transfer einen aktiven Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen KMUs zu leisten.

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#27
16.04.2019
Assumpta (48), Spanisch-Lektorin aus Tarrega fragt:
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Assumpta (48), Spanisch-Lektorin aus Tarrega fragt:
„Wie wird der Online-Handel die österreichische Wirtschaft in Zukunft verändern?”
Unsere Forscherin:
Cordula Cerha
Wissenschaftlerin am Institut für Handel und Marketing
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#26
12.04.2019
Reinhard (62), Marketingleiter aus Lambrechten, fragt:
„Wie lautet die Formel für die Berechnung des aktuellen Wirtschaftswachstums? Gibt es Bemühungen diese Formel zu verändern? Das jetzige Wachstum wird ausschliesslich auf Kosten der Umwelt generiert, das kann doch nicht so weiter gehen, oder? ”
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Reinhard (62), Marketingleiter aus Lambrechten, fragt:
„Wie lautet die Formel für die Berechnung des aktuellen Wirtschaftswachstums? Gibt es Bemühungen diese Formel zu verändern? Das jetzige Wachstum wird ausschliesslich auf Kosten der Umwelt generiert, das kann doch nicht so weiter gehen, oder? ”
Unser Forscher:
Stefan Giljum
Wissenschaftler am Institut für Ecological Economics

Das Wirtschaftswachstum wird allgemein als Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) berechnet und entspricht einer Steigerung des Geldwertes aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres hergestellt werden. Das BIP ist ein international standardisierter und somit gut vergleichbarer Indikator für die Wirtschaftsleistung verschiedener Länder, es ist jedoch kein umfassender Indikator für den Wohlstand einer Gesellschaft. Denn viele soziale und ökologische Aspekte werden in der Berechnung des BIP nicht mit einbezogen. Dazu zählt etwa unbezahlte Arbeit, wie Freiwilligenarbeit oder Kinder- und Altenbetreuung. Ebenso bleiben viele negative Umweltauswirkungen, wie etwa der Klimawandel oder der Verlust der Artenvielfalt unberücksichtigt. Das derzeitige System, das auf ständiges Wirtschaftswachstum ausgerichtet ist, bedroht daher zunehmend die Lebensgrundlagen der Menschen und die ökologische Basis der Wirtschaft. Ein Kurswechsel ist aus Sicht einer nachhaltigen Entwicklung dringend notwendig.

In den letzten 20 Jahren wurden verschiedene alternative Ansätze zum BIP entwickelt. Einige dieser versuchen, soziale und ökologische Folgen in Geldwerten abzuschätzen und somit das BIP um diese Aspekte zu „korrigieren“. Da diese monetäre Bewertung jedoch auf einer Vielzahl von Annahmen beruht, werden verstärkt auch Indikatoren in physischen Einheiten verwendet, wie etwa der CO2-, Material- oder Wasserfußabdruck, welche in Kilogramm oder Kubikmetern ausgedrückt werden. An der WU laufen aktuell Forschungsprojekte, welche die weltweiten ökologischen und sozialen Auswirkungen der Nutzung natürlicher Ressourcen durch Mensch und Wirtschaft mit verschiedenen Umweltindikatoren untersuchen. Die Realisierung einer zukunftsfähigen Wirtschaft erfordert Veränderungen in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und bei den KonsumentInnen. Zentral ist dabei die Schaffung langfristiger und auf Nachhaltigkeit ausgerichteter politischer Rahmenbedingungen, insbesondere durch die Umsetzung einer ambitionierten ökologischen Steuerreform.

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#25
04.04.2019
Clara, aus Wien, fragt:
„Wie wird es mit der Globalisierung weitergehen? Gibt es bereits einen starken Gegentrend?”
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Clara, aus Wien, fragt:
„Wie wird es mit der Globalisierung weitergehen? Gibt es bereits einen starken Gegentrend?”
Unser Forscher:
Phillip Nell
Professor am Institut für International Business
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#24
03.04.2019
Nicole (45), Standortleitung einer Recruitment Agency aus Graz, fragt:
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Nicole (45), Standortleitung einer Recruitment Agency aus Graz, fragt:
„Welche Auswirkungen hat der Brexit auf den freien Personenverkehr bzw. auf den Arbeitsmarkt und den Austausch von Arbeitskräften?”
Unser Forscher:
Franz Marhold
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Arbeitsrecht und Sozialrecht
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#23
29.03.2019
Patrick (27), aus Graz fragt:
„Unterscheidet sich der wirtschaftliche Einfluss durch Regierungen in Europa (historisch und aktuell), die anhand empirischer Fakten ihre Beschlüsse fassen bzw. Gesetze erlassen, in Vergleich zu europäischen Regierungen, die aufgrund ideologischer Werte Beschlüsse fassen?”
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Patrick (27), aus Graz fragt:
„Unterscheidet sich der wirtschaftliche Einfluss durch Regierungen in Europa (historisch und aktuell), die anhand empirischer Fakten ihre Beschlüsse fassen bzw. Gesetze erlassen, in Vergleich zu europäischen Regierungen, die aufgrund ideologischer Werte Beschlüsse fassen?”
Unser Forscher:
Harald Badinger
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft

Diese Klassifikation von Regierungen erscheint zu idealtypisch. Ein Land lässt sich nicht ausschließlich faktenbasiert regieren; viele politische Positionen sind weder wahr noch falsch, sondern abhängig von der jeweiligen Weltanschauung und bedürfen letztlich einer politischen demokratischen Legitimation.

Beispiel Vermögens- bzw. Einkommensungleichheit: Dazu gibt es eine wachsende Menge an Daten und Fakten, die sich objektiv analysieren lassen. Was uns die Fakten aber nicht sagen können, ist welcher Grad an Ungleichheit angemessen ist. Das ist eine normative Frage, die nur durch Abwägung unterschiedlicher Wertvorstellungen beantwortet werden kann. Dem ökonomisch wohl wichtigsten Spannungsfeld zwischen Gleichheit und Effizienz hat Arthur Okun bereits im Jahr 1975 ein eigenes Buch gewidmet.

Nehmen wir dennoch an, es gäbe diese Idealtypen von Regierungen. Welche hat mehr Einfluss? Definiert man Einfluss als Übereinstimmung der erzielten mit der beabsichtigten Wirkung, dann wird eine Regierung, die faktenbasiert entscheidet, immer das bessere Ergebnis erzielen. Es ist zwar durchaus möglich, dass sich ideologische mit faktenbasierten Entscheidungen decken; das wird aber nur für einen Teil aller politischen Entscheidungen der Fall sein.

Eine „marktliberale“ Regierung wird mit ihren Entscheidungen richtigliegen, wo der Markt funktioniert. Umgekehrt wird eine „marktkritische“ in Konstellationen mit Marktversagen gute Erfolgsaussichten haben.

Politik und Wissenschaft sind daher keine natürlichen Feinde. Es braucht demokratisch legitimierte Politik mit „Checks and Balances“, um gesellschaftliche Zielkonflikte zu entscheiden. Die Wissenschaft kann zur Qualität dieses Prozesses beitragen. Sind die Ziele und deren Prioritäten geklärt, ist die Politik jedoch gut beraten, keine eindimensionalen, ideologisch motivierten Maßnahmen zu setzen, sondern auf wissenschaftliche Analysen zurückzugreifen.

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#22
28.03.2019
Andrea (35), Journalistin aus Wien, fragt:
„Heute ist Matura allein wenig wert. Was soll man mit ihr machen außer studieren? Was sollen Maturanten tun, die nicht studieren können/wollen? ”
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Andrea (35), Journalistin aus Wien, fragt:
„Heute ist Matura allein wenig wert. Was soll man mit ihr machen außer studieren? Was sollen Maturanten tun, die nicht studieren können/wollen? ”
Unsere Forscherin:
Bettina Fuhrmann
Professorin am Institut für Wirtschaftspädagogik
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#21
22.03.2019
Mark (24), Student aus Graz, fragt:
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Mark (24), Student aus Graz, fragt:
„Warum ist Bildung wichtig für die Integration?”
Unser Forscher:
Wolfgang Lutz
Professor an der Abteilung für Demografie
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#20
19.03.2019
Julia (42), Ergotherapeutin und Soziologin aus Laakirchen, fragt:
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Julia (42), Ergotherapeutin und Soziologin aus Laakirchen, fragt:
„Sieht die aktuelle Wirtschaftsforschung die Besteuerung von Immobilien, Erbschaften und Schenkungen als geeignetes Mittel an, um Vermögen innerhalb der Gesellschaft gerechter zu verteilen.”
Unser Forscher:
Wilfried Altzinger
Professor am Institut für Makroökonomie
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#19
14.03.2019
Alex (24), aus Salzburg, fragt:
„Ab wann lohnt es sich, einen PKW zu recyceln statt zu reparieren - aus ökologischer und ökonomischer Perspektive?”
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Alex (24), aus Salzburg, fragt:
„Ab wann lohnt es sich, einen PKW zu recyceln statt zu reparieren - aus ökologischer und ökonomischer Perspektive?”
Unsere Forscherin:
Sigrid Stagl
Professorin am Institut für Ecological Economics
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#18
14.03.2019
Norbert (49), Unternehmer aus Linz, fragt:
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Norbert (49), Unternehmer aus Linz, fragt:
„Welche Berufe wird es in 30 Jahren noch geben und werden nicht durch Roboter und Künstliche Intelligenz ersetzt sein?”
Unser Forscher:
Jan Mendling
Professor am Institut für Informationswirtschaft
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#17
08.03.2019
Laura (20), Studentin aus Graz, fragt:
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Laura (20), Studentin aus Graz, fragt:
„Wie gelingt die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten?”
Unsere Forscherin:
Judith Kohlenberger
Wissenschaftlerin am Institut für Sozialpolitik
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#16
05.03.2019
Michael (35), aus Wien fragt:
„Warum ist es für Europa so schwer seiner Verantwortung im globalen Kontext nachzukommen, statt sich nicht hinter den USA zu verstecken? ”
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Michael (35), aus Wien fragt:
„Warum ist es für Europa so schwer seiner Verantwortung im globalen Kontext nachzukommen, statt sich nicht hinter den USA zu verstecken? ”
Unser Forscher:
Harald Oberhofer
Professor am Institut für Internationale Wirtschaft
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#15
27.02.2019
Lisa (20), aus Klagenfurt fragt:
„Wie wirkt sich der Werbefluss auf den Konsumwandel aus ?”
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Lisa (20), aus Klagenfurt fragt:
„Wie wirkt sich der Werbefluss auf den Konsumwandel aus ?”
Unsere Forscherin:
Bernadette Kamleitner
Professorin am Institut für Marketing und KonsumentInnenforschung
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#14
20.02.2019
Kathrin (43), Onkologin fragt:
„Was versteht man unter „Patientensicherheitskultur“ und wie relevant ist diese für die Häufigkeit des Vorkommens von Fehlern in der Behandlung von PatientInnen im Krankenhaus? ”
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Kathrin (43), Onkologin fragt:
„Was versteht man unter „Patientensicherheitskultur“ und wie relevant ist diese für die Häufigkeit des Vorkommens von Fehlern in der Behandlung von PatientInnen im Krankenhaus? ”
Unser Forscher:
Johannes Steyrer
Professor am Interdisziplinären Institut für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management
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#13
19.02.2019
Dana, Kunsthistorikerin aus Essen fragt:
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Dana, Kunsthistorikerin aus Essen fragt:
„Gibt es Forschungsprojekte im Bereich der Nachhaltigkeit an der WU?”
Unser Forscher:
Reinhard Sefelin
Leiter WU Forschungsservice

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Forschungsthema der WU. Zahlreiche Institute beschäftigen sich fast ausschließlich mit diesem Thema (ua. das Institut für Nachhaltigkeitsmanagement oder das Institute for Ecological Economics). Darüber hinaus gibt es an der WU ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, welches alle Aktivitäten der WU rund um diesen Themenkomplex bündelt und als Koordinationsstelle, Netzwerk und Serviceeinrichtung in Sachen Nachhaltigkeit fungiert.

Nachhaltige Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Such- und Lernprozess, in dem die Integration ökonomischer Aspekte eine wesentliche Rolle spielt. Soziale (Pflege, Demographie, Ungleichheit), ökologische (Transport, Effizienter Umgang mit Rohstoffen) und wirtschaftliche (alternative Wirtschaftskonzepte, Green HR) Aspekte der Nachhaltigkeit werden von WU Forscherinnen und Forschern untersucht. So trägt die WU aktiv zum Erreichen der von den Vereinten Nationen genannten „Sustainable Development Goals“ bei.

Natürlich führt die WU auch zahlreiche drittmittel- und eigenfinanzierte nachhaltigkeitsbezogene Forschungsprojekte durch. Besonders stolz sind wir auf das von Stefan Giljum geleitete ERC-Projekt FINEPRINT, welches sich mit dem ökologischen Fußabdruck von Rohstoffen und deren Verarbeitung beschäftigt. Dieses Projekt läuft über fünf Jahre und wird mit ca. 2 Mio EUR von der Europäischen Kommission gefördert.

Beispielhaft einige weitere laufende Projekte zum Thema Nachhaltigkeit:

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#12
19.02.2019
Karl (80), aus Perchtoldsdorf fragt:
„ Wer profitiert eigentlich von der extrem ausufernden Rabatt-Manie in den Supermärkten ?”
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Karl (80), aus Perchtoldsdorf fragt:
„ Wer profitiert eigentlich von der extrem ausufernden Rabatt-Manie in den Supermärkten ?”
Unsere Forscherin:
Christina Holweg
Assoziierte Professorin am Institut für Handel und Marketing
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#11
14.02.2019
Amina (21), Studentin aus Wien, fragt:
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Amina (21), Studentin aus Wien, fragt:
„Ist das Gesundheitssystem langfristig zu finanzieren?”
Unser Forscher:
Marc Bilger
Professor am Institut für Sozialpolitik
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#10
07.02.2019
Eva Maria (47), Unternehmensberaterin aus Stockerau, fragt:
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Eva Maria (47), Unternehmensberaterin aus Stockerau, fragt:
„Welche Entlohnungssysteme sehen Sie, die die Selbstmotivation, Eigenverantwortung und die unternehmerische Mitverantwortung von Mitarbeitern steigern? ”
Unser Forscher:
Wolfgang Mayrhofer
Professor am Interdisziplinären Institut für Verhaltenswissenschaftlich Orientiertes Management
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#9
07.02.2019
Christina (45), Leitung Rechnungswesen und Controlling aus Wolkersdorf, fragt:
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Christina (45), Leitung Rechnungswesen und Controlling aus Wolkersdorf, fragt:
„Wie wird die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern? ”
Unser Forscher:
Alfred Taudes
Professor am Institut für Produktionsmanagement
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#8
28.01.2019
Maximilian (20), Student aus Lassing, fragt:
„Warum sind die Preise, die Landwirte für landwirtschaftliche Rohprodukte bekommen, in den letzten 25 Jahren kaum gestiegen?”
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Maximilian (20), Student aus Lassing, fragt:
„Warum sind die Preise, die Landwirte für landwirtschaftliche Rohprodukte bekommen, in den letzten 25 Jahren kaum gestiegen?”
Unser Forscher:
Christoph Weiss
Professor am Institut für Volkswirtschaftspolitik und Industrieökonomik
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#7
19.01.2019
Stefanie (35), aus Mariastein fragt:
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Stefanie (35), aus Mariastein fragt:
„Wird mein Sohn, wenn er groß ist, nur mehr in Krytpowährungen zahlen?”
Unsere Forscherin:
Shermin Voshmgir
Direktorin des Forschungsinstituts für Krypoökonomie
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#6
16.01.2019
Christoph (38), CRM-Manager, fragt:
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Christoph (38), CRM-Manager, fragt:
„Was bedeutet die Datenschutzgrundverordnung für Methoden wie Analytisches CRM? ”
Unser Forscher:
Thomas Reutterer
Professor am Institut für Service Marketing und Tourismus
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#5
03.01.2019
Lavanya (40), Flughafenangestellte aus Wien, fragt:
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Lavanya (40), Flughafenangestellte aus Wien, fragt:
„Wie kann es sein, dass es noch immer einen 'Gender Pay Gap' gibt? ”
Unsere Forscherin:
Alyssa Schneebaum
Wissenschaftlerin am Institut für Institutionelle & Heterodoxe Ökonomie
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#4
08.11.2018
Alexander (44), Unternehmer aus Wien, fragt:
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Alexander (44), Unternehmer aus Wien, fragt:
„Wie wirken sich Start-Up Förderungen auf das Wirtschaftswachstum aus?”
Unser Forscher:
Rudolf Dömötör
Direktor des WU Gründungszentrums

Die Förderung von innovativen Gründungsprojekten ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Instrument. Start-ups weisen ein hohes Potenzial für künftiges Wachstum und neue Arbeitsplätze auf. Doch: keine Chance ohne Risiko. Dem großen Zukunftspotenzial steht aufgrund des hohen Innovationsgrads der Gründungsideen auch ein höheres Risiko eines möglichen Scheiterns gegenüber. Viele Start-ups – und hier vor allem die besonders technologieorientierten – wären ohne öffentliche Förderung schon sehr früh gezwungen, aufzugeben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Investitionsrisiko für private Kapitalgeber in den frühen Unternehmensphasen noch zu hoch ist, also wenn der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit darauf liegt, Produkte und Technologien neu zu entwickeln. Mit Hilfe öffentlicher Förderungen wird dieses Marktversagen, also der Mangel an privatem Kapital (Investoren) für frühphasige Innovations- und Entwicklungsprojekte, ausgeglichen. Vereinfacht gesagt wird dadurch in vielen Fällen überhaupt erst die Entstehung eines Start-ups ermöglicht. Sie helfen den Start-ups „aus der Wiege“, um später auf eigenen Beinen stehen zu können.

So zeigen auch die Ergebnisse des ersten Austrian Startup Monitors, unserer bisher größten Studie zum Start-up-Geschehen in Österreich gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology und AustrianStartups, dass öffentliche Förderungen eine wichtige Finanzierungsquelle sind und von 55% der Start-ups in Anspruch genommen werden.

Typische Formen von Förderungen sind Zuschüsse oder begünstigte Darlehen. Co-Investments aus privaten und öffentlichen Mitteln stellen einen effektiven Wachstumsbeschleuniger für Start-ups dar, deren Technologie- und Produktentwicklung (weitgehend) abgeschlossen ist und die bereits am Markt aktiv sind. Deregulierungen wiederum können positive Auswirkungen auf die Neugestaltung ganzer Branchen haben. Das beste Beispiel dafür ist wohl die Liberalisierung der Telekommunikationsbranche in den 1990er Jahren. Sie bereitete den Weg für die digitale Revolution und die Entwicklung von Produkten und Anwendungen, die heute selbstverständliche Begleiter sind – vom Smartphone bis hin zu Social Media. Viele von ihnen entstanden in Start-ups. Diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass weitgehend Konsens darüber besteht, dass die Förderung von Start-ups in der Regel eine positive Auswirkung auf das Wirtschaftswachstum hat.

Derzeit sind uns jedoch keine eindeutigen wissenschaftlichen Befunde bekannt, die die Effekte der unterschiedlichen Formen der Start-up-Förderung auf das Wirtschaftswachstum dezidiert miteinander vergleichen.

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#3
08.11.2018
Christa-Maria (73), Pensionistin fragt:
„Warum bekommt man auf Spareinlagen derzeit so niedrige Zinsen?”
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Christa-Maria (73), Pensionistin fragt:
„Warum bekommt man auf Spareinlagen derzeit so niedrige Zinsen?”
Unser Forscher:
Josef Zechner
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance
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#2
07.11.2018
Juliane (21), Frisörin aus Wien, fragt:
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Juliane (21), Frisörin aus Wien, fragt:
„Dürfen Facebook und Instagram Fotos von meinem Account benutzen?”
Unser Forscher:
Harald Eberhard
Professor am Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht
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#1
05.11.2018
Franz (70), Pensionist aus Langau, fragt:
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Franz (70), Pensionist aus Langau, fragt:
„Was ist die Meinung der Wirtschaftsuni zu Finanztransaktionssteuern?”
Unser Forscher:
Stefan Pichler
Professor am Institut für Finance, Banking and Insurance
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Fragen & Antworten
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Stellen Sie uns eine Frage, die Ihnen auf der Zunge brennt! Wir wählen die 100 besten, informativsten oder interessantesten Fragen aus verschiedenen Themenbereichen aus - und unsere rund 1.600 ForscherInnen werden diese für Sie beantworten. Sie können Ihrer Frage auch ein Gesicht geben und uns ein Foto schicken oder die Frage in einem Video stellen.
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TEILNAHMEBEDINGUNGEN

für die Kampagne „100 Jahre Forschung“

1.1 Die Wirtschaftsuniversität Wien („WU“), Kontaktadresse: Welthandelsplatz 1, AD, 1020 Wien führt im Zeitraum von14.11.2018 bis 31.12.2019  die Kommunikationskampagne „100 Fragen – 100 Antworten“  durch.

1.2 Interessierte erhalten durch Teilnahme an der Kampagne „100 Jahre Forschung“, die Möglichkeit, an WU-Wissenschaftler/innen Fragen zu stellen.

1.3 Die Teilnahme an der Kommunikationskampagne ist freiwillig und unentgeltlich. Dem/Der Teilnehmer/in erwächst aus seiner/ihrer Teilnahme kein Anspruch darauf, dass seine/ihre Frage veröffentlicht wird. 

1.4 Die WU sucht aus den eingereichten Fragen nach und nach 100 Fragen aus verschiedensten Themenbereichen aus und beantwortet diese im Laufe des Jahren 2019 (1.1.2019-31.12.2019).

Teilnahmeberechtigung

2.1 Personen unter 18 Jahren dürfen nur mit Zustimmung eines Elternteils bzw. gesetzlichen Vertreters teilnehmen.

Bild- und Tonrechte

3.1 Lädt ein/e Teilnehmer/in ein Foto oder ein Video hoch, räumt er/sie der WU unwiderruflich und zeitlich unbefristet das Recht ein, dass diese hochgeladenen Aufnahmen (Fotografien/Videos/Ton) vervielfältigt, verarbeitet und veröffentlicht sowie insbesondere in unveränderter oder veränderter Form (z.B. per elektronischer Bildbearbeitung ganz oder teilweise in künstlerischer Weise montiert, beschnitten, retuschiert, umgefärbt etc.) für die Kampagne „100 Jahre Forschung“ mit oder ohne Nennung des Namens des/der Teilnehmer/in entschädigungslos genutzt werden dürfen und verzichtet auf sein/ihr Recht auf das eigene Bild.

3.2 Der/die Teilnehmer/in sichert zu, dass er/sie an den hochgeladenen Aufnahmen sämtliche notwendigen Rechte hält, und dass durch das Hochladen und Veröffentlichen der Aufnahmen keinerlei Rechte Dritter verletzt werden. Der/Die Teilnehmer/in hält die WU hinsichtlich allfälliger Ansprüche Dritter wegen der hochgeladenen Aufnahmen schad- und klagslos.

DATENSCHUTZHINWEIS

für die Kampagne 100 Jahre Forschung“

Durch Teilnahme an der Kampagne „100 Jahre Forschung“ erhalten Sie die Möglichkeit, an WU-WissenschaftlerInnen Fragen zu stellen. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos.

Im Zuge der Teilnahme werden von der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) personenbezogene Daten in automatisierter Form verarbeitet, gespeichert und veröffentlicht.

(1) Zwecke und Rechtsgrundlagen der Datenverarbeitung:

Mit Ihrer Einwilligung verarbeitet die WU die von Ihnen im Webformular angegebenen personenbezogenen Daten sowie allenfalls das Bildmaterial (Foto, Video), das von Ihnen selbst hochgeladen wurde zum Zweck der Realisierung dieser Kampagne und allgemein zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit der WU.

Ihre E-Mail-Adresse und Ihre allenfalls angegebene Telefonnummer nutzt die WU ausschließlich dazu, um Sie gegebenenfalls darüber zu informieren, dass Ihre Frage auf der Website www.100JahreForschung.at beantwortet wurde.

Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung ist Artikel 6 Abs 1 lit a DSGVO. Sie können eine erteilte Einwilligung jederzeit widerrufen.

(2) Veröffentlichung und sonstige EmpfängerInnen Ihrer Daten:

Wird Ihre Frage zur Beantwortung ausgewählt, veröffentlichen wir Ihre Frage auf der von der WU betriebenen Website www.100JahreForschung.at, und allenfalls auf anderen WU Websites und den Social-Media-Seiten der WU unter Anführung Ihres Vornamens und den von Ihnen allenfalls zusätzlich angegebenen personenbezogenen Daten (Nachname, Alter, Wohnort, Beruf). Haben Sie ein Foto von sich hochgeladen oder die Frage in Form eines Videos gestellt, kann dieses Bildmaterial ebenfalls auf der Website www.100JahreForschung.at, der WU Website und den Social-Media-Seiten der WU veröffentlicht werden.

Die Fragen und die oben genannten kurzen Angaben zu den Fragesteller/innen sowie die jeweiligen Antworten können überdies in WU Publikationen, für Merchandise-Produkte der WU und zur Präsentation bei WU Veranstaltungen verwendet werden.

Ihr vollständiger Name, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre allenfalls angegebene Telefonnummer werden nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben.

Bei der Durchführung der Kampagne werden seitens der WU auch Auftragsverarbeiter/innen (AANDRS GmbH) eingesetzt. Alle Auftragsverarbeiter/innen sind zur Einhaltung des Datengeheimnisses verpflichtet und haben angemessene Datensicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

Abgesehen von den in dieser Datenschutzerklärung genannten Fällen sowie gesetzlichen Verpflichtungen erfolgt eine Übermittlung an Dritte nur, wenn dies nach den geltenden Datenschutzgesetzen ausdrücklich erlaubt ist.

(3) Speicherdauer:

Ihre personenbezogenen Daten werden – bis auf Widerruf – unbefristet gespeichert.

(4) Betroffenenrechte:

Ihnen stehen nach der EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) jederzeit die Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit und Widerspruch zu. Überdies können Sie erteilte Einwilligungen jederzeit widerrufen.

Entsprechende Anfragen können an die im Abschnitt „Kontakt“ angegebene Stelle gerichtet werden.

Betroffene Personen haben ferner das Recht, sich wegen einer mutmaßlichen Verletzung ihrer Rechte oder der datenschutzrechtlichen Pflichten der WU mit einer Beschwerde an die Aufsichtsbehörde zu wenden. In Österreich ist hierfür die Datenschutzbehörde, Wickenburggasse 8, 1080 Wien, zuständig.

(4) Kontakt:

Für allfällige Fragen oder Anliegen zum Datenschutz betreffend die Kampagne können sich betroffene Personen an datenschutz@wu.ac.at wenden.

Verantwortliche für die Verarbeitung der Daten ist die Wirtschaftsuniversität Wien, Welthandelsplatz 1, 1020 Wien.

Den Datenschutzbeauftragten der WU erreichen Sie unter datenschutzbeauftragter@wu.ac.at

Stand: 12. November 2018

 

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